Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 8 (1904)
- Issue
- 4 (22.1.1904)
- Date
- 1904-01-22
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Mentioned entities
- Baku 1× ep/1000527
- Minsk 1× ep/1000754
- Odesa 1× ep/1000834
- Tukums 1× ep/1484999
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Nr. 4 lfbi* weit" Seite 5 endlich von M..K a p l an, S. Sockheim, G. Silberstein und S. Solotnitzky. Die Vereine „Bn ei Zion" und „Bnoth Zion" in Baku schliessen sich den von den anderen Vereinen gegen die Charkower Beschlüsse gefassten Protestkundgebungen an und versichern die Leitung ihres unerschütterlichen Vertrauens. Der Verein „Zemach Z i o n" in Jekaterinoslaw, dem Rayon Ussischkins, anerkennt, dass der Erwerb irgend eines Territoriums, wenn auch ausserhalb Palästinas, durch die zionistische Organisation auf autonomer Grundlage Zweck und Mittel zur Erlangung Zions ist. Der Verein hält es für seine Pflicht, gegen die Beschlüsse und Forderungen der Charkower Konferenz zu protestieren. Der Verein verlangt, dass die Schekelgelder direkt nach Wien gesendet werden und die Quittungen den Rayonsvorstehern vorgelegt werden mögen, bis das Wiener A.-C. im offiziellen Organ „Die Welt44 erklären wird, dass die Schekelgelder von den russischen Bevollmächtigten nicht zurückgehalten werden. Der Verein „Poalei Zion" in Ponievicz protestiert gegen die Charkower Beschlüsse und die reaktionären Allüren der russischen Rayonsvorsteher und spricht Dr. fierzl sein vollstes Vertrauen aus. Der Verein „A g u d a t h Haz i o n i m" in S c h a k i erklärt sich gegen die bekannten Beschlüsse und fragt an, an wen er sich bis zum nächsten Kongresse in Bezug auf zionistische Angelegenheiten wenden solle. Die Vereinigung „Agudath Osrei Zion44 in Kis c h e n e w verurteilt die Beschlüsse der Charkower und fordert die Teilnehmer der Konferenz auf, ihre Mandate niederzulegen. In den von den drei Vereinen in N i k o 1 a j e w am 19. Tebeth abgehaltenen Sitzung wurde ein motivierter Protest gegen die bekannten Beschlüsse gefasst. Gleichzeitig verlangen die Vereine, dass die Kosten der Konferenz von den Teilnehmern (mit Ausnahme derjenigen, die gegen die Beschlüsse gestimmt haben) und nicht von der Organisation getragen werden sollten. Unterfertigt ist die Kundgebung von den Herren K. Brau n und L. Adler im Auftrage der Vereine. Der Verein „Agudath H a z i o n i m" in Kopust schliesst sich den Protesten an und fordert, dass sämtlichen Beschlüssen des Kongresses Folge geleistet werde. Ein gleichlautender Beschluss liegt vom Vereine „B n o t h Z i o n44 aus Tuckum vor. Unterzeichnet ist der Protest vom Komitee des Vereines: Anna Kramer, Esther Krämer, Lea G o r - d o n, Minna KT a t z o, Lea K 1 i e n b e r g, Ella K e m f e r t, Minna Tauber, Fanny S e b b a. Von den Delegierten des VI. Kongresses, Herrn Rabbiner S. J. Glücksberg (Pinsk-Wagsal) liegt eine längere Zuschrift vor, die in einer Vertrauenskundgebung für Dr. Herzl ausklingt. 'Dr. Dorf mann teilt im Namen von 35 Odessaer Vereinen mit, dass diese die Charkower Beschlüsse mit Entrüstung verwerfen und die betreffenden Herren zum Niederlegen ihrer Mandate auffordern. Würden sie es nicht freiwillig tun, so würden sie auf dem nächsten Kongresse ihrer Mandate für verlustig erklärt werden. Der Verein „Hatikwah" in Odessa erklärt in seinem Schreiben an die Zentralleitung der zionistischen Vereine Odessas (Dr. S a p i r), dass er seinen Delegierten so lange nicht in das Zentralbureau senden werde, bis unserem Führer die gebührende Satisfaktion gegeben worden sei. Der Odessaer Delegierte Joseph B e r u 1 schliesst sich den Protesten gegen Ussischkin und die Charkower an. Der Verein „Scholaum Zion44 in K o w n o und der Verein „Agudath Hazionirn" in P e t r i k a u senden Vertrauenskundgebungen an das Wiener A.-C. Die erste Kundgebung ist vom Vereinsvorstande unterfertigt, den Herren S. L. S c h i n e 1 o w i t z, M. M. Joffe, Sch. Ch. L e w i n, M. M.' Krupnik, H. Lewin, Ch. Altenberg, J. Nefft, G. Hu r witz, J. M. W o 1 f f, M. Braun, D. S t r o ssbu rg. Die zweite Kundgebung von dem Präsidenten M. F e i n k i n d und dem ganzen Ausschusse. Im Namen und Auftrage der Gruppe C r a i o v a der rumänischen zionistischen Federation sendet der Präsident Dr. Cohn eine längere scharfe Resolution gegen die bekannten Vorgänge in Charkow. Aus Paris schreibt der Delegierte Dr.Nahum Slouschsz dass er sich dem Proteste der Wiener Delegierten anschliesse. Schon seit Jahren werde nach seiner Meinung unsere Organisation von missgünstiger Seite untergraben und demoralisiert. Es sei hoch an der Zeit, die Ordnung und Disziplin wieder herzustellen. Eine grössere Anzahl von Kundgebungen liegt aus England vor. Die Resolutionen der Vereine „D e g e 1 Z i o n" in London, des Londoner Jüdischen Arbeiterklubs, „Poalei Zion44 Nr. 2, der St. Georges D ist riet Zionist Association in London, des Delegierten V. S h a p i r a, des Delegierten M. Blumenfiehr (Liverpool) wenden sich alle sehr scharf gegen die Versuche, undsere Organisation zu diskreditieren und unseren Führer herabzusetzen. Die Delegierten des VI. Kongresses, Harry Baker, Percy P. B a k e r, H. M. M i 11 e r (Belfast), J.Berenstein (Glasgow), A. H. Abramovitsch, verdammen das Vorgehen der russischen Rayonsvorsteher, die in Charkow versammelt waren, und verlangen, dass diesen Herren ihre Mandate entzogen werden. In ähnlicher Weise sprechen sich die Resolutionen der Herren S. Miliner (Freiburg), J. J. Philipp (Lemberg), des Vereines Zion in Raudnitz, des Delegierten Bond y (Horowitz) und des Jüdischen Volksvereins in Prag (Dr. K o h n und G a c h) aus. Für die Charkower tritt Herr Dr. S. DaichesinLeeds in einer längeren Zuschrift ein. Auch Herr H. G o 1 d b e r g ist für eine ruhigere Auffassung der bekannten Beschlüsse, während die „AgudathHazioni m44 in Britschani einen gegensätzlichen Standpunkt zu den Beschlüssen einnimmt und auch der Delegierte Herr Heinrich Rosen bäum einen massvollen Tadel ausspricht, ohne alles zu verwerfen, was in Charkow beschlossen wurde. Dagegen spricht er sich in schärfster Weise gegen die ungehörige Form dieser EntSchliessungen aus. Das österreichische Landes-Komitee gibt nach Kenntnisnahme einer Kopie der Charkower Beschlüsse und unter Zugrundelegung desjenigen Teiles derselben, welcher von Herrn Rechtsanwalt Rosen bäum - Minsk, einem Delegierten jener Konferenz an Dr. Herzl in öffentlicher Versammlung zu Wien als authentisch anerkannt wurde, nachstehende Erklärung ab: Das österr. L.-K. erkennt und missbilligt in dem Beschlüsse, wonach für den Fall der Nichtannahme des Ultimatums durch Dr. Herzl eine Sperrung der in Russland gesammelten Schekelgelder in Aussicht genommen wurde, eine offenkundige Verletzung des vom V. Kongress beschlossenen Organisationsstatuts (§ 27), wonach der Schekel an die Kassa des engeren A.-C. abzuführen ist und sohin eine Verletzung der zion. Gesamtorganisation. Das österr. L.-K. missbilligt die Form eines Ultimatums überhaupt als Illoyalität. Ein Ultimatum stellt man einem Feind, nicht aber dem freigewählten Führer, dessen bisherige Verdienste um das jüdische Volk uns Zionisten eine untilgbare Dankesschuld aufluden und keinen Zweifel an Herzls Programmtreue dulden. Das österr. L.-K. appelliert in tiefer Besorgnis um die Eintracht und Einheit der zionistischen Weltorganisation an das zionistische Gewissen der Charkower und fordert sie auf, die illegalen und illoyalen Beschlüsse zurückzunehmen und die Erfüllung ihrer Wünsche und Beschwerden bloss auf Wegen anzustreben, welche die Integrität unserer Bewegung -verbürgen. Wien, 19. Jänner 1904. * * . *