Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 8 (1904)
- Issue
- 3 (15.1.1904)
- Date
- 1904-01-15
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 3 J(bi?; vernichten, die Disziplin zu zerstören und unsere Bewegung dem Untergänge zuzuführen. Der genannte Verein und der Verein „Zion" sind zu einer gemeinsamen Beratung zusammengetreten, an der auch der Verein „Bnoth Zion" teilgenommen hat, und haben eine Resolution gefasst, dahingehend, dass ihr Delegierter Herr Marein sich der Forderung der Wiener Delegierten anschliessen möge. (12 Unterschriften der Ausschussmitglieder.) Die „B'nei Zion" in Bialystok protestieren aufs heftigste gegen „die empörende Tat der Charkower, anerkennen die Beschlüsse der Konferenz nicht und drücken ihr vollstes Vertrauen dem verehrten Führer und dem engeren A.-C. aus. N. Pogorelski, L. Tolatschka, V. Jucht, A. Pines und L. Perl für den Verein." Aus derselben Stadt kamen scharfe Proteste von Seite der Vereine „B'nei Jeruscholajim" und „Dorsche Zion". (L. Bojarsky, Dembo, N. Nourinsohn, M. Ribak und F. Schneider, J. Litmanowicz und A. Borschezewsky.) Der Delegierte des VI. Kongresses aus Bobruisk, Jakob E. Riwkin, schliesst einen längeren wohlmotivierten Protest mit den Worten: „Die Herren „Vertrauensmänner" scheinen vergessen zu haben, dass sie vermöge ihrer Stellung nur eine Vermittlerrolle zwischen dem Volke und dem Kongresse spielen. Wie konnten sie also solche Beschlüsse fassen, ohne den Kongress hierüber befragt zu haben? Dieselben identifizieren sich daher weder mit dem Geiste des Volkes, noch mit dem des Kongresses, sind daher nur als individuelle Anschauungen zu betrachten und somit nur ein Akt der Willkür, der nicht genug zu verdammen ist. Es ist daher eine „Mizwe", diese Missetat der Oeffentlichkeit preiszugeben. Ich schliesse mich daher den Wiener Delegierten an und fordere die Teilnehmer der Charkower Konferenz auf, ihre Mandate niederzulegen." Eine grosse Anzahl von Kundgebungen liegt aus England vor, namentlich aus London. Der Verein „Shivath Zion" protestiert gegen die bekannten Beschlüsse und drückt sein Vertrauen und seine Anhänglichkeit an unseren Führer aus. Im Namen des Vereines zeichnen: A. Lozinsky, M. Rodoff und L. Delowitz. Ganz ähnlich lautet die Zuschrift der „Shaare Zion Association", die am 3. Jänner in London ein Meeting abhielt, das sich zu einer grossen Vertrauenskundgebung für unseren Führer gestaltete. Ebenso lautet eine Resolution der „West Central Zionist Society" und der „Bnoth Zion Association". Aus London berichtet man uns ferner: Ein Londoner Kongress- oder Organisations-Schutzkoraitee. London, 7. Jänner 1904. Unter dem Eindrucke der in der „Welt" gemeldeten Vorgänge in Charkow bildete sich in London ein Kp^gress- oder Organisations-Schutzkomitee, um dem drohenden Uebel nach Kräften vorzubeugen. Herr A. Val. F i n k e n s t'e i n wurde zum Präsidenten und Herr B. Shellewitzki zum Sekretär dieses Komitees erwählt. Das neugeschaffene Komitee veranstaltete am Mittwoch den 6. Jänner eine Versammlung der Vertrauensmänner sämtlicher Londoner zionistischen Vereine. Trotz der kurzen Einladungsfrist und noch dazu an einem .Werktage war die New Road Zionistenhalle gänzlich überfüllt. Dieser Umstand liefert einen genügenden Beweis für das lebhatte Interesse, welches die letzten Begebenheiten in den hiesigen zionistischen Kreisen erregt haben. Nach einer Eröffnungs¬ und Begrüssungsrede seitens des Vorsitzenden A. Val. F i n - k e n s t e i n legte derselbe gewisse Resolutionen vor, die der Schriftführer Herr B. Shellewitzky unterstützte. Im Laufe einer eingehenden Debatte wurden dieselben auch von den Herren Ginzburg, Goidblum, Lozinsky und Salkind befürwortet. Die Resolutionen lauteten wie folgt: „Die versammelten Vertrauensmänner aller Londoner Zionisten vereine teilen vollständig die nationalen Gefühle der in Russland wohnenden Juden und verwahren sich gegen jeden Ausspruch auf Ueberlegenheit, Sonderstellung oder philanthropische Bevormundung. Umsomehr vernehmen sie mit dem grössten Bedauern und tiefster Besorgnis, dass ein Versuch gemacht worden ist, über den Kongresspräsidenten eine Art prätorianische Garde zu stellen. Sie erklären jedes dem Präsidenten vorgelegte oder auch von demselben angenommene Ultimatum als kongress- und statutwidrig, und folglich als null und nichtig. Sie erklären viel- W^lt" Seite 3 mehr wiederum ihr volles Vertrauen zu dem von den Zionisten der ganzen Welt freiwillig erkorenen Führer Dr. Herzl und appellieren ernst und feierlich an die Zionstreue der russischen Gesinnungsgenossen, welche sie im Namen der gemeinsamen heiligen Sache beschwören, der mühsam aufgebauten zionistischen Weltorganisation treu zu bleiben und dieselbe nicht durch verfassungswidrige Uebergriffe, die man sicherlich später bereuen wird, zu zerstören." Die angeführten Resolutionen wurden von den Vertrauensmännern der folgenden Londoner Vereine angenommen: Ahawath Zion, Bnei Zion, Bnoth Zion, BoneiZion, DarkeiZion, DegelZion, Dorschei Zionund Jeruscholaim, Herzl-NordauCulture Society, Hammersmith e West Kensington Zionist Society, Machneh Israel, Mewassereth Zion, Nes Zion, National Fund Association, Osrei Zion, Poalei Zion Nr. 1, P o a 1 e i Z i o n Nr. 2, T i k w a t h Zion, S c h a a r e i Zion, Schiwath Zion, West Centrai Zionist Society, West London Zionist Society, Young Lovers o f Zion, Young Generation und die Zionist Literary Association. Ausserdem beschlossen die Vertrauensmänner der genannten Vereine, dem Schutzkomitee je einen Vertreter von jedem Vereine beizugesellen, um sich an den etwaigen weiteren Schritten des Komitees zu beteiligen. Das Schutzkomitee wurde ursprünglich Congress Defence Comrnittee benannt, da aber dieser Name zu manchen Missverständnissen Veranlassung gegeben hat, so soll derselbe in denjenigen von Organisations Defence Comrnittee verwandelt werden. Frl. R. Feller, als Hou.-Sekr. des Vereines „Degel Zion" sendet im Namen des Vereines einen ähnlichen Protest. Loudon, 10. Tebeth. Ich unterstütze aufs wärmste den im „Autrufe an die Delegierten des VI. Kongresöes" ausgedrückten W7unsch. Die Herren, die sicn unterstehen, Kongressbeschlüsse zu brechen, sollen ihre Aemier niederlegen. Auf zum Kampf ür die PaneidisZipun und nieder mit der Anarchie und dem Terrorismus im Zionismus! J. M. Salkind Delegierter der Staut PioasK am VI. Kongress. S. W\, 33 Jblari's Court Gardens. Von der „Leeds Young Mens Zionist Association4' wurde eine öffentliche Versammlung einberufen, die folgende Resolution beschloss: „Die Zionisten in Leeds bedauern das Vorgehen der Charkower Konferenz und sprechen das höchste Vertrauen aus zum Baseler Programm, speziell zu der Person des Herrn Dr. Herzl." * * * Kopenhagen, 4. Jänner 1904. Ich unterzeichneter Delegierter des VI. Zionisten-Kongresses stimme dafür, dass die Herren, die in Charkow für die Erlassung des Ultimatums gestimmt haben, ihre Mandate niederlegen. Louis Frankel, Mitglied des A.-C. * * * Der Vorsitzende der zionistischen Ortsgruppe Altona* Dr. L. Frank, schreibt uns: Hamburg, 7. Jänner 1904. Die heute abends im Theatersaai des Konventgartens zu Hamburg versammelten Zionisten Hamburg-Altonas und Umgebung erklären, dass sie in unerschütterlicher Treue zum A.-C. und ihrem hochverdienten Führer Dr. Herzl stehen, und dass sie energisch alle diejenigen Bestrebungen verurteilen, welche dahingehen, die mühsam geschaffene Organisation zu erschüttern, Sie fordern das A.-C. auf, mit allen ihm zustehenden Mitteln die Disziplin der Bewegung zu wahren und den Beschlüssen der Kongresse Achtung zu verschaffen. * * . * Verehr 1. Redaktion der „W e 11*" Wien. Hannover, 8. Jänner 1904. In der am 6. d. hier abgehaltenen Agitationsversammlung fand nach Schluss der öffentlichen Versammlung, in der Herr