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Die Welt · 1904-01-08 · 2 (8.1.1904) · page 11

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Journal
Die Welt
Volume
8 (1904)
Issue
2 (8.1.1904)
Date
1904-01-08
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 2 „bis * weit Seite 11 Dublin. („C hovevi Zio n".) Generalversammlung am 25, September 1. J.: Gesammelt: 20 Pfd. 10 sh. Nationalfonds, 20 Pfd. Odessa Chowewe Zion, 19 Pfd. Kischenew. Verkauft 12 Shares J. K. B. Wahlen: Cornik, Obmann; Koczis, Obmann-Stellvertreter; Ellmann, Kassier; Benjamin, Schriftführer. Pretoria. Zur Feier der Eröffnung dzs VI. Kongresses wurde vom Vorstande des zionistischen Vereines ein Konzertabend mit allgemein jüdischem Charakter veranstaltet. Der Vereinspräsident J. Silber eröffnete den Abend mit einer Ansprache über die Bedeutung des Kongresses. Eine neue Fahne wurde enthüllt. (Nationales Lied von H. Gold.) Ansprache durch Herrn Rev. Ro senfeld, Gesang- Hebr.-nationale Ansprache Frau Mil stein. Chor H a tik w o h. Toaste auf die Führer. Gesang Frau Milstein, Herr S c h a p r o. Ausgezeichneter Erfolg. N.-F. 30 Caivinia (Süd-Afrika). Unser Verein „Tickwath Zion" hat am 4. d. M. 12 Pf. Sterling für den Nationalfonds gesammelt und 62 Shares der Jüdischen Kolonialbank verkauft. Auch hat die ausgezeichnete Rede unseres lieben Gesinnungsgenossen Sachsanowitz aus Kapstadt unserem Vereine viele neue Mitglieder gewonnen und ich bin beauftragt, Herrn Sachsanowitz den Dank unseres Vereines auszudrücken. A. N. Miller. * Durban, Natal, Südafrika. Löbliche Redaktion! In letzter Zeit haben sich Fälle ereignet, dass einigen russischen Juden die Landung nicht gestattet wurde. Die Ursache davon war, dass weder Verwandte noch Bekannte zwecks Agnoszierung namhaft gemacht werden konnten; dass ferner die Ankömmlinge nicht einmal jüdisch (Jargon) schreiben und lesen konnten, dass endlich die Einwanderer nicht den geforderten Barbestand von 7 Pfd. St. besassen. Ich bitte nun diejenigen, die nach Durban kommen wollen, folgendes zu beachten: Der Einwanderer muss irgend eine europäische Sprache, wofür hier auch der Jargon gilt, wenigstens notdürftig schreiben und lesen können. Ferner soll er eine Fahrkarte direkt nach Durban nehmen (nicht nach Kapstadt und von Kapstadt erst nach Durban) um keine Schwierigkeiten zu haben, wenn das Schiff in Kapstadt anhält. Er muss 7 Pfd. St. mithaben. Womöglich soll er sich mit einem hiesigen Bekannten etc. rechtzeitig ins Einverständnis setzen, damit dieser im Einwanderungsbureau vorspricht. Er soll endlich einen (Gouverneur-) ausländischen Pass besitzen. Die Einwanderer in der Kapkolonie müssen 6 Pfd. St. haben, ansonst sie nicht landen können. Mit Zionsgruss S. S c h 1 i o m, dipl. Chemiker. * An die löbl. Redaktion der Welt, Wien Ich bitte die löbliche Redaktion um Aufnahme folgender Zeilen als Berichtigung zum Artikel „Ein Rabbiner als Prediger in der Christenkirche* („Die Welt". 7. Jahrgang, Nr. 50). Kein einziges Wort zu meiner Rechtfertigung: ob es politisch klug oder unklug war, einer Einladung des Unitariervereines — eine Vorlesung über das Judentum in der Unitarierkirche zu halten — Folge geleistet zu haben, da-, .rüber möge jedermann seine eigene Meinung haben und mich wegen meines Entschlusses auch verurteilen. Tatsächliche Verdrehungen jedoch muss ich im Namen der Wahrheit zurückweisen. Der Rabbiner war nicht als Prediger, sondern als Vorleser in der Christenkirche und ich würde dort, im Falle einer wiederholten Aufforderung, auch zum zweitenmale erscheinen. Icn sprach über „das grosse Zeitalter des Prophetentums"; zwar nicht aus orthodoxem, unmöglichem, sondern aus wissenschaftlich-kritischem, religionsgeschichtlichem Standpunkte, doch kein einziges Wörtchen, dass „Unitariertum und Judentum eins seien". Inhalt und Geist meiner Vorlesung war nicht „die tiefe Verneinung des Rabbiners vor dem fremden Glauben", sondern die Verherrlichung des jüdischen Genius, Verherrlichung des prophetischen Moralismus — in einer christlichen Kirche. Mit Hochachtung: Nagyvärad, im 17. Dez. 1903. Rabbiner Dr. L. Keoi?kem6ti ♦ Israelitische Kultusgemeinde Wien. Die Bibliothek der israelitischen Kultusgemeinde Wien, I, Seitenstettengasse 4, ist von nun ab an Sonn- und Feiertagen und Freitag von 9—1 Uhr vormittags, Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 1/a 4—*/2 8 Uhr abends zum Besuche geöffnet. Jüdische Toynbee-Halle. Wien, XX., Karajangasse 20. Vortragsordnung: M Samstag, den 9. Jänner 1904 : Konzert. Sonntag, den 10. Jänner 1904. Hr. Berliner: Zwei Weltanschauungen aus vormosaischer Zeit. Montag, den 11. Jänner 1904. Dr. Josef Jerusalem: Oester. Verfassungsgeschichte. Dienstag, den 12. Jänner 1904. Diskussion. Mittwoch, den 13. Jänner 1904. Dozent Dr. Josef P o 11 a k: Hygiene. Donnerstag, den 14.Jänner 1904. Dr. HeinzKohn: Das bürgerliche Geseiz Mosis. Freitag, den 15. Jänner 1904. Dr. Rosenmann: Bibelvortrag. Samstag, den 16. Jänner 1904. Konzert. Anmeldungen zu Vorträgen wolle man freundlichst an Herrn Dr. Siegmund Werner, IX. Nussdorferstrasse 16, Mitgliedsanmeldungen an Herr Joh. Krein enezky, IX. Eisengasse 5, richten. Die am 27. d. M. stattgehabte Kinderjause bot den Kindern einen seltenen Genuss. Die jugendliche Opernsängerin Frl. Renee Lingg stellte bereitwilligst ihr reiches Können in den Dienst der Wohltätigkeit und erfreute ihr Auditorium durch Lieder und ein Duett, gesungen mit Herrn E. P, S m o 1 e n s k y. Der ungestüme Beifall veranlasste sie auch am Klaviere einige Lieder zu spielen, welche die Kinder, die sich mit dem seltenen Gaste bald angefreundet hatten, frohgemut mitsangen. Universite Populaire Juive. Paris, Rue de Yarente 8. Programm für Jänner 1904. Samstag, den 2. Jänner 1904. Loschack. Französischer Unterricht. Sonntag, den 3. Jänner 1904. Faitlowitz. Die Bergjuden von Semen. Montag, den 4. Jänner 1904. Französisch. Dienstag, den 5. Jänner 1904. L. Kopelowitz. Jüdische Geschichte. Mittwoch, den 6. Jänner 1904. Back: Hebräisch und Dr. Jacobsohn : Hygiene. Donnerstag, den 7. Jänner 1904. H. Cherchevski. Französisch. Freitag, den 8. Jänner 1904. Dr. N. Slouschz: Hebräische Konversation. Samstag, den 9. Jänner 1904. Loschsk . Französisch. Sonntag, den 10. Jänner 1904. Abraham Dreyfus: Konversation und Lektüre. Dienstag, den 12. Jänner 1904. Schapiro. Naturwissenschaftliches. Freitag, den 15. Jänner 1904. Mme. Powsner: Zionismus und Nationalismus. Sonntag, den 17. Jänner 1904. E. Glaser: Die Lage der Juden in Ungarn. Sonntag, den 24. Jänner 1904. Edmond Israel: Ueber den Zionismus. Sonntag, den 31. Jänner 1904. Maurice Bloch : Alerandre Weill. An den übrigen Tagen finden die bereits angegebenen regelmässigen Kurse statt. Die Nationalbibliothek, Als ich an die Gründung der Nationalbibliothek in Jerusalem ging, wurde ich von dem bedanken geleitet, es müsse ein Ort geschaffen werden, wo alles gesammelt werde, was in hebräischer Sprache geschrieben und gedruckt wurde, alles, was sich auf das jüdische Volk bezieht und schliesslich alles, was einem Juden zu Studiumzwecken dienen könnte : Bücher, Handschriften und allerhand schriftlicher Dokumente Ich gab mich der angenehmen Hoffnung hin, dass es mir leicht sein würde, ein solches Haus, eine Art jüdische Hochschule von nationalem Charakter nebst einem Museum zu schaffen, wo unsere wissbegierigen Brüder jüdische und allgemeine Disziplinen studieren könnten. Was in dieser Beziehung bis jetzt vollbracht wurde, darüber kann ich kein Urteil abgeben. Ich weiss nur, dass ein Anfang gemacht wurde. Der gegenwärtige Stand der Bibliothek ist folgender:

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