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Die Welt · 1904-01-01 · 1 (1.1.1904) · page 8

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Journal
Die Welt
Volume
8 (1904)
Issue
1 (1.1.1904)
Date
1904-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seit^. 8 „bi^ & w*k gewiesen und die Erneuerung der bereits erteilten Bewilligung verweigert. Motiviert wurde die Massrahme damit, dass mit dem kommenden N ujahr den Juden der Handel mit Bier und Wein überhaupt verboten werden soll . , . Man kann sich leiclrt vorstelle* , wieviel Juden durch, das bevorstehende Ye, bot brotlos gemacht werden dürften. Kischenew. Der „ Bessarabetz" publiziert einen Erlass des Gouverneurs van Bessarabien,' Fürsten Urussow, in welchem unter anderen gesagt wird: „Aus den der Gouvernementsverwaltung vorliegenden Daten ist ersichtlich, dass die Verträge, /welche Juden zum Zwecke des Ankaufes von Weingärten mit Bauern abschliessen, von den Dorfbehörden legalisiert werden. Da das Gesetz den Uebergang von den Bauern gehörendem Grund und Boden, in den Besitz von Juden untersagt, so besitzen die Dorfbehörden und die Gemeindeverwaltungen kein Recht, derartige Kaufverträge zu legalisieren. Um die Wiederl o";ung solcher Fälle in Zukunft unmöglich zu machen, schreibe ich den Dorfverwaltungen der mir unterstehenden Gouvernements vor, künftighin Verträge, welche den Uebergang von bäuerlichem oder privatem Grund und Boden in den Besitz anderer betreffen, unter gar keinen Umständen zu legalisieren." Wilna. Die jüdische Bevölkerung der Stadt Wilna lebt seit geraumer Zeit in grosser Besorgnis, weil die Gerüchte von bevorstehenden Exzessen gegtn die Juden nicht verstummen wollen. Der Generalgouverneur von Wiipa, Fürst S w jatopold-Mirs ki, hat -in einer - Kundmaching, welche auf allen Strassen affichiert ist, erklärt, dass „fiie Verbreiter von Gerüchten, welche in » der Bevölkerung Besorgnis um ihr Leben und um ihr Eigentum hervorrufen, strenger Bestrafung unterzogen werden würden." Auch der „W i 1 e r sk ij W jes tnik* publiziert einen Artikel, in welchem die Verbreitun g von Gerüchten, welche nationalen und religiösen Hass entfache-n und zu den traurigen Ereignissen von Kischenew und Hornel bereits ^geführt haben, in scharfen Worten gebrandmarkt werden. Doch hat sich die Beunruhigung - unter den Juden von Wilna nicht gelegt, und mit Eintritt der Dunkelheit trauen sie sich1 kaum die Strassen zu betreten ... Tagonrog. Wie der „Juschny Krajtf meldet, hat der russische Kriegsminister, General Kuropatkin, das Gesuch der Taganroger Juden um Erlaubnis zur Gründung eines Hilfsvereins für arme Schüler und Zöglinge jüdischer Konfession abschlägig beschieden. Nischnei-Nowgorod. Im Jahre 1887 hatte die Ständeverwaltung von A r d a t ö w -im Gouvernement Nischnei- Nowgorod beschlossen, jüdische Aerzte im Dienste der Landschaft nicht anzusteUem Sie sah sich aber, wie der „Wolgor* meldet, nunmehr genötigt, diesen ihren Be- 8chluss aufzuheben^ und die Anstellung jüdischer Aerzte z*u gestatten. Die Ursache dieser plötzlichen Metamorphose ist darauf zurückzuführen, dass die Landschaften seit 1887 mit den christlichen Aerzten schlechte Erfahrungen gemacht haben ... ' ' Gt>- Petersburg. Während /der Prozess "gegen die^Judehroörder von Kischenew bei geschlossenen,.Türen ver- .' , u .'*\» . "•• •: \:'--- handelt wrude, schrieb der ^erü.cKtJgtg. Kr u.s^he wäri in seiner in Petersburg erscheinen 3 e 'Zeitscnrift nShämjaö Beine hetzerischen Artikel gegen unsere Volksgenossen unhindert weiter. In /seinem vSetaterfc Artikel hat jedoch dieser Publizist über die ..^iele ^seiner^gii^Q^fip Geständnis gemacht, das unseren .Volk^g^nop^.^^inß^$ߣf land vieles sagen dürfte. K.r,u s ch e.j^-a i^^hr^ljig^j^licjh wörtlich : „I c h hau e bl o s.a m i d^e F?eJ ^r^-^b er für mich'schlagen andere, jene, die wissen, in wessen Namen u n d welch.em Zwecke ich diene..." Die ,Peterburgskija Wjedomos1iu suchen' zwar nachzuweisen, da^s Kruschewan nunmehr seinen Verstand verloren haben ■ düi.fte, i ber diese , Eiklärung' dürfte kaum zutrt-ffen. Krus ch e w a'n weiss, was er mit diesen Worten sagen wollte. ' Schitomir. Der Gemeinderat von Schitomir hatte vor kurzem, um die Verdienste seines Mitgliedes Israel; Rosenberg um die Stadt zu ehren, einstimmig beschlossen, an einer der städtischen Schulen für einen jüdischen Schüler eiu Stipendium unter den Namen 1 srael Rosenberg zu stiften. Dieser Beschluss wurde nun von der Öberbehörde anulliert . . . Der Gemeinderat hat gegen diese, Anullierung Beschwerde beim Serat erhoben.; ' Eine verbotene Rabbiner-Konferenz. Der Rabbiner-Kongress, welcher auf Initiative des berüchtigten Dajan aus Poltava in der Gouvernementstadt Grodno hätte stattfinden sollen, wurde im letzten Augenblicke behördlich! untersagt! ■ D^r Gouverneur von Grodno, Staatsrat O s s o r g i n, - hat, wie die „Sewero-Sapadnoje Slowo" meldet, dies dem Rabbiner von Grodno, H a:l p erhj mündlich mitgeteilt. v Der Einberufer a b b in owits cb aus Poltawa ist einer der tückischesten Gegner des Zionismus. gt. Nur Judenhass., V Wenn hian^ nicht genug zünftiger ^Jurist ist, -um für die strafrefchtiiehe. Seite der Klschinewer Katastrophe Interesse;ürld Verständnis zu haben, so muss Einem der Prozess-gegen die Kischinewer «Mörder, der dieser Täg& B££MM wurde, wie eine seltsame Posse ersöK§ift^."Öte-Kjernfrage, die in den Mittelpunkt der Prbzessv^biafedlungen geiüekt . wurde, -hat der Staatsanwalt D sr$%e'l 1 i in seinem<PIaidoyer fölgendermasseli formuliert^' V^an behauptet, dass es durch Agitatoren im vörati^Vorbereitetworden s,ei. Die Vertreter der Beschädigten haben sich die grösstmögliche Mühe gegeben;"-klie-Organisation der. stattgehabten Unruhen naChzfeveisen * und ihre Planmässigkeit festzustellen. Natefi^Ö e fo e r Ansicht gab es kein e V o r ber e itun^en und keinen Plan, sondern die Vorgänge waren ganz einfach eine Folge des uralten Halses,, pler gegen die Juden besteht. Der Judenhass besteht s e it C h r i g-t i G eb ur fr bis auf de n h e u t i gen T a gr dieser Hass hat auch die Exzesse in^ Kischinew veranlasst und hervorgerufen. Ich will-gerne.glauben, dass eines Tages 'die .Kulturentwicklung , zu einem Schwinden des Hassesder' Christen gegen die'Juden führen werde, aber vorläufig muss man zugestehen, dass die Antipathie eine sehr mächtige, tief wurzelnde ist und allein die Erklärung der geschehenen Gr^nsamk.e^pn bietet." Wenn ein Stück Unglück in (Jen Gerichtssaal geschleppt und hier von der Warte verschiedentlicher Paragraphe aus sondiert wird, dann sind derart schiefe Gesichtspunkte, wie die des zitierten Plaidoyer?, unv^rm^idli^. pie. Rede des Staatsanwaltes gibt uns die KemeVl^ zwischen planniässiger Qrganisatipn äer ~ Unruhen einerseits und Judenhass ^d^rWits'..GinSegens atz. bestehe. In dem Plaiäoyer Jjejss:| es^us.ärucKjicb~, Kelp' Plan, s o h d e r n. Jüden- ÜBfis^Uipd.,zV;ar /wird, 'dies/in einem" TÖqe gesägt, 2(113 dein "' seh? ''^vernehmlich eine . T r,ö s t absieht "heraüsklingt; Die Juden mögen sich döcji beruhigf.n! Es stjeji't\'.wahr^aftrgr', nifht dafür, ./aus dem Ki>cin"newer Bluibad so viel Wesens zu machen; die Exzesse waren

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