Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 8 (1904)
- Issue
- 1 (1.1.1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1 „feie & weit'1 Seite 7 dement der Herren C aplan und Schapiro wurde mit 10 gegen 3 Stimmen angenommen. Mr, Holta Antrag wurde mit 6 gegen 5 Stimmen abgelehnt* Mr. A a r o nt Antrag wurde einstimmig ange#c*£mien. In das Subktjfilitee wurden gewählt die Herren: H olt, Solomon, itÄthan, Goldr ei ch und Schapiro. Bs wurde beschlossen, eine zweite Versammlung dieses Komitees einzuber#§§£ Die Versammlung schloss mit einem Dankeftvotum für das Präsidium. 3. Dezember 1903, (gez.) B. Alexander, ausüfo. Schriftf. * Postfach 1892 Johannesburg, 3. Dezember 1903. S. Goldreich Esq. Oold reich Buildings Commissioner Street Johannesburg. Lieber Mr. Gold reich! Es tut mir sehr leid, dass ich nicht imstande sein werde, Ihrer Privatversammlung heute nachmittags beizuwohnen, da ich selbst eine Versammlung wegen einer anderen Angelegenheit einberufen habe, die heute um Uhr in meinem Bureau abgehalten werden wird. Ich werde sehr froh sein, die Resultate Ihrer Versammlung zu erfahren, und einer anderen privaten Zusammenkunft, die Sie in dieser Angelegenheit abhalten sollten, beizuwohnen. Ich begreife vollkommen, dass die Frage unsere ernsteste Aufmerksamkeit erfordert und dass, ehe irgend welche Schritte unternommen werden, ein Austausch der Ansichten und der Informationen erfolgen muss. Im allgemeinen aber glaube ich, obwohl es mir scheint, dass man alle Mühe anwenden müsste, um die gegenwärtigen Ällürtriebenen Kosten der farbigen ungelernten Arbeiter fca reduzieren, dass es doch unpolitisch und unschicklich ist, weisse ungelernte Arbeiter zu importieren, die einen Lohn erhalten sollen, der niedriger ist als der der farbigen ungelernten Arbeiter. Ferner, obgleich ich sehr dafür bin, dass dieses Land aus einem Lande der Schwarzen in ein Land der weissen Männer verwandeli werde, bin ich doch entschieden gegen die Einführung von weissen Männern unter Bedingungen, die ihrer Selbstachtung nicht förderlich sein könnten, und die sich im allgemeinen als schädigend sowohl für sie als auch für die Interessen des Landes erweisen. Dies sind, wie oben gesagt, allgemeine Ansichten, und obwohl es mir scheint, dass diese Ansrehte#-«den Gegenstand Ihres Briefes beeinflussen sollten, muss ich hinzufügen, dass ich gerne den Vorteil Ihrer Informationen und der Ansichten anderer gewinnen möchte. Ihr ergebenster (gez.) Naph. H. Cohen. v- * Johannesburg, 3. Dezember 1903. S. Goldr eich Esq., Johannesburg. Lieb er H err! Anbei schicke ich die Korrespondenz, die ich mit dem Obmanne der Minenkammer (Chamber of Mines) in der Angelegenheit der russisch-jüdischen Minenarbeiter führte. Sie werden sich erinnern, dass Sie zustimmten, dass die in meinem Briefe berührte Frage vor die Kammer gebracht werde. Sie werden zweifelsohne auch zugeben, dass die Antwort auf diese Frage alles ist, was wir wünschen konnten. Die Versammlung, m der Sie mich einladen, um .über die vorgeschlagene Einfuhr der russischjüdischen Minenarbeiter zu beraten», ist überflüssig, da die MinenkaflSmer endgiltig die Offerte abgelehnt hat. Ihr treuester (gez.) Max Langermann. ♦ Johannesburg, 1 Dezember 1903. An den Obmann der Minenkammer, Johannesburg. Mein Herr! Sie waren so liebenswürdig, mir zu versprechen, in der heutigen Sitzung über folgende Frage mich zu hören : ,Hat die Minenkammer ein Offert von W. W. Lewison erhalten, bezüglich der Einfuhr von 100.000 russischen Juden für die Arbeit in den Bergwerken zu 2 Pf. monatlich und mit Kost und Logis? Ist dieses Offert günstig aufgenommen worden oder nicht? Stehen Sie noch in Unterhandlungen mit Mr. Lewison? Ich habe erfahren, dass die in Frage stehende Angelegenheit die ganze Zeit ihrer heutigen Sitzung in Anspruch genommen hat, und deshalb halte ich es für nötig, Ihnen schriftlich diese Frage vorzulegen. Wollen Sie so freundlich sein, mir eine baldige Antwort zukommen zu lassen. Ich habe die Ehre zu verbleiben, mein Herr, Ihr gehorsamer Diener M ax L an ge r m a n n. # Transvaal Chamber of Mines Johannesburg Dezember 3. 1903. Max Langermann, Esq. Johannesburg. Mein Herr! In Beantwortung Ihrer Anfrage an den Obmann der Kammer, bin ich beauftragt, Sie zu benachrichtigen, dass die Kammer einen Brief von Mr. W. W. Lewison einschliessend eine Offerte von 100.000 russischen Juden für die Arbeit in den Bergwerken erhalten hat. Die Kammer will jedoch die Offerte nicht annehmen. Während des letzten Jahres wurden verschiedene Angebote ungelernter weisser Arbeiter uns vorgelegt, aber in allen diesen Fällen folgte die Kammer ihrer Politik, die in den Redender gestrigen Sitzung zutage trat, und zwar: Die Kammer ist gegen die Einfuhr ungelernter europäischer Arbeiter zu Löhnen, die ihre Existenz als zivilisierte Mitglieder der Gemeinde nicht ermöglichen würden. Ich habe die Ehre, mein Herr, Ihr gehorsamer Diener zu sein (gez.) J. C o w i e Sekretär. - , Die Kopie des Kabeltelegramms an Dr. Herzl. W. W. Lewisohn offeriert im Namen der jüdischen Auswanderungsgesellschaft in Berlin hunderttausend junge russisch-judische Arbeiter zu zwei Pfund monatlich, mit einem Vertrag auf fünf Jahre. Bitte fragen Sie nach, ob die Offerte eine echte ist, und ob diese Gesellschaft genügend Einfluss hat, um die Offerte auszuführen. Die hiesigen Juden missbilligen den Plan, da sie fürchten, dass diese Offerte den Antisemitismus einführen wird, weil die angebotenen Löhne niedriger sind, als die, welche selbst die Kaffern bekommen. Die Minenkammer hat die Offerte abgelehnt. Wenn es ratsam, veröffentlichen Sie die Ablehnung der Offerte und den Widerspruch. Aus Russland. Petersburg. Wie die „Petarburgskija Wjedomosti" meiden, haben in letzter Zeit die Akzisen Verwaltungen in Russland alle Gesuche von Juden um Erlaubnis zur Eröffnung von Bierhallen und Weinhandlungen zurück-