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Die Welt · 1904-01-01 · 1 (1.1.1904) · page 6

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Journal
Die Welt
Volume
8 (1904)
Issue
1 (1.1.1904)
Date
1904-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 lfbi$ * W$lt" Nr. 1 konstatiert werden. In memoriam l Das jüdi^h^Voft: möge wissen, was es von der Gesellschaft dieser kleinen Erben eines grossen Menschenfreundes zu er-,; warten hat, so hinge defG#t^jd^ jetzt dort .herrscht, nicht gänzlich verschwunden Ein jüdischer Sklavenmarkt. Wir legen unseren Lesern eine Reihe von Dokumenten vor, die von einem seltsamen Place berichten: Eini Herr Le wisohn in Berlin erbietet. sich der Transvaale^ Minenkammer, .ihr 100.000 , ru^isch-jüdiache, Arbeiter zu einem Monatslohn von 2 M za verschiffen. Das Anerbieten macht der Herr angeblich für eine; „jüdische AuswanderungsgeseJisehaft in Berlin". Ein* derartige Gesellschaft ist uns nicht bekannt. Es ist auch, nicht wahrscheinlich, dass eine Gesellschaft, die wirklich ernste Arbeit leistet, ein solches ungeheuerliches - Anerbieten machen werde, Der Unterhändler Lew i s o h n, wenn der Name Dicht etwa eine Deckadresse für schmutzige Geschäfte ist, hat' also Dinge angeboten, über, deren Tragweite er sich keinerlei Vorstellung gemacht,haben kann. Die Minenkammer hat den Vorschlag, ohne weiter . auf seine Ausführungs-,, Unmöglichkeit einzugehen, mit der Motivierung abgelehnt,, dass sie es nicht zugeben könne, weissen Arbeitern einen- Lohn zu bezahlen, der sie sicherlich in kurzer Zeit dazur bringen müsste, dem Gemeinwesen zur Last zu fallen. Wir2 hätten dieser bereits in ihren Anfangen gescheiterten Spekulation eines gewinnsüchtigen Konsortiums oder eines einzelnen Geldmachers kaum Erwähnung getan, wenn nicht einige geschickt lanzierte Notizen die, Gefahr gezeigt hätten, dass vielleicht viele unsere Brüder den Händlern mit Menschenfleisch ins Garn gehen.- Kenner der südafrikanischen Verhältnisse erklären, dass nicht einmal die Kaffern mit dem angebotenen Lohne ihr Auskommen finden könnten, viel weniger europäische Arbeiter, die weder das Klima noch die dortigen Lebensbedingungen kennen. Das Gefährliche eines solchen Versuches'würde dadurch noch erhöht, dass ein solches geradezu schwindelhaftes Unterbieten der ortsüblichen Löhne den jüdischen Arbeitern in den andern Arbeitsgenossen erbitterte Feinde schaffen müsste. Aus diesen allerersten Erwägungen — von einer Reihe anderer, nicht minder wichtiger, ganz^ abgesehen — muss schon die Skrupellosikeit des Menschen hervorgehen, «1er ein solches Unternehmen ausführen will. Wir halten uns daher für verpflichtet, aufs Eindringlichste zu warnen, sich mit dem besagten Le wisohn in irgend welche Verbindung einzulassen. Namentlich fordern wir unsere Gesinnungsgenossen in Russland auf, die Auswanderungsagenten scharf im Auge zu behalten, damit nichtungeheuerer Schaden angerichtet werde. Sie mögen mit allen gesetzlichen Mitteln solchen Individuen* entgegentreten. Wer eins Armee - russischer Juden unter solchen Bedingungen zu verschachern sucht und dabei noch den Anschein einer phiiahthrophi sehen Gro sstat erwecken möchte, gegen den ist das grösste Misstrauen unbedingt nötig. Einen jüdischen Sklavenmarkt einrichten, um irgend weichen Aspirationen eines Herrn Lewis o h n zu dienen, seien es nun materielle oier auch andere, dazu sind uns unsere Brüder selbst in ihrem grössten Elende noch viel zu gut. * . Brief an Dr. Herz! vom Präsidenten der Südafrikanischen Zionisten- Federation in Johannesburg, Mr. S. Goidreich. Lieber Herr Doktor! Aus dem beiliegenden Spezialberichte werden Sie erfahre«, was in der Angelegenheit der Offerte der russischen Juden geschehen ist. : :Beigeschlossen ist die Kopie des Kabeltelegramm es, das wir Ihnen geschickt haben. Ich halte dafür, dass Ihre Autorisation einer Ablehnung von Bedeutung ist. Das allgemeineEmpfindenhierist,!dassjnan diese Sache in den russischen Blättern veröffentlichen müsste, besonders, dass die Offerte bezügl. der IOQ.000 Menschen betrügerisch ist, . da dies unseren Glaubensgenossen viel Leid zufügen könnte, falls es nicht abgelehnt wird, und zu scharfen, beschränkenden ... Massregelnführen könnte. Wenn wir hiervon Ihnen die Ermächtigung dazu erhielten, da&s dies nicht zustande kommen dürfe, so würde diese Ablehnung viel Unliebsames verhüten, das bereits sichtbar ist. Ihr ergebener S. Goldreich. FS. Die Erklärung des Präeidenten der Minenkammer gegenüber Mr. Langermann deckt sich nicht mit seiner Erklärung gegenüber dem Korrespondenten des Londoner „Daily Mail". * Johannesburg, Versammlung der hervorragendsten Juden abgehalten im Komiteelokal. Goldreich Buildings, Donnerstag den 3. Dez. 1903. Anwesende: Rev. Dr. Landau, die Herren: S. Goldreich, Schapiro, Har r y, So 1 o m o n, J. Cap- 1 an, S. K o o p er, B. J. Chaimowitz, A. S p r i nz, M« Nathan, B. Starfield, J. H. Guinsberg, M. Kubinstein, B. Aaron, J. Ratzker, B. Alexander. J. Rosen, B. Danzinger, D. Holt. Mr. S. Goldreich wurde zum Vorsitzenden erwählt. Mr. Rubinstein entschuldigt den abwesenden Mr. B e b r o. Der Vorsitzende verlas die Briefe der Herren Naph. H. Cohen und Max L a n g e r m a n n einschliesslich der Kopien der KorreFpond^nz mit der Minenkammer, Der Vorsitzende forderte in seiner Eröffnungsrede zu einer Diskussion auf über die Frage der angeblichen Offerte, 100.000 Juden für die Minenwerke zu verschaffen. An der Diskussion beteiligten sich die Hern: Solomon, Rubin stein, Caplan, Guinsberg, Dan zig er, Rosen, Holt und Dr. Landau. Mr. Holt stellte den Antrag: Man möge an Sir C1 a.ui e Mon tefiore und Dr. H er zl kabeln, sie von der genannten Offerte verständigen und sie auffordern, sich mit dieser besagten Offerte einverstanden zu erklären oder ihr entgegenzutreten. Mr. Alexander unterstützte den Antrag. Die Herren S c h apiro und. G u i n s b e r g setzten die Diskussion fort Mr. Caplan schlug ein Amendement vor, dass man ein Subkomitee von fünf Mitgliedern ernenne, um ein Kabeltelegramm an Dr. H e r z 1 zu schicken, damit man die möglichst genaue Information und genauen Bericht bekomme. Mr. S c h ap i r o unterstützte den Antrag. Mr. Aaron sprach und schlug vor: Dass man den Teil des Briefes der Minenkammer, der über die Sache handelt, sofort dem Dr. Herzl telegraphisch mitteile, und dass man diesen Teil in extenso in der europäischen Presse veröffentliche, falls Dr. Herzl es für ratsam halten würde. Mr. C ap 1 a n unterstützte den Antrag. M. Starfield schlug folgendes Amendement vor : Dass man die ganze Angelegenheit dem Board of Deputies übergebe. Mr. Guinsberg unterstützte den Antrag. Mr. Ratzker setzte die Diskussion fort. Der Antrag Mr. Starfield fiel bei der Abstimmung mit 2 gegen 16 Stimmen. Mr. Gu i n s b e r g ■ protestierte gegen da? Vorgehen des Vorsitzenden. Das Amen-

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