Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1903-10-16 · 42 (16.10.1903) · p. 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
42 (16.10.1903)
Article
Zwei russische Delegierte über den sechsten Kongress
Date
1903-10-16
Page
6 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
89% known words query
IRI
…/3315709-3316013-3316062-3337651--43622-3337760
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seii.o ö „h\% & w^it Nr. 42 j ü d i s c ii e r K o n g r •:: 8 s e; n lieruf o;i \v erden, de rn d e r l: a n e e | > {• a k t i s <• h e T e i 1 übergeben werden \v i r d. \ de Zum :sou< so den aus ibr~r Mitte nur einige K üne ii'-- konnos:' d ee eng -lebe d«e Nationalisierung;!• rSn.'iKdurehzudünnen Indien und dur.-ul bestehen rnussten, dass (b'!' e/sae Koo>-.is* () -nd'nkas Zion Trcun zuschvvörc '/ ,VVas müssien die Jasager Ihrer Ansieht nach jetzt u; -i?" A.: ,.};bs zi« r tainn»rufung des nächsten Kongresses - ÜrffR hfl uns g<;r iodno Veränderungen stattfm '• en : wir müsse.! im-ere gc;\ 5h n Ii che zionistische Arbeit fort salzen. A u.,t auch nach d in Kongresse, selbst wenn die Expedition •.o/:S? ige ul^iit' ergaben wird, dürh-n wir ahen zionisti- S'-is-s Arn nur und mir uns alle Vereine für keinen Aueenb. k u een'-N z onistisHi-* Arbeit lassen, da sien für nie aud. e Snebe noeh andere Arbeiter finden werden. Diplotnai ooue Crfobee..' in Pniü.shna werden in du-r nächsten Zukunft v>ob: 2iicht leicht zu erzielen sein. Wir müssen alle u n s e r o K r h f t e a u. f E t d a n k a u f in P a i ä s i i n a u >• d a 1 i m ä h i i e h e K o 1 o n i s ati o n k o n z e nt r ' e r e n. In touäsTiaa ist im^ jeder Fussbreit Erde, jeder -Jude wich dir, und je mehr Int mobil; er: und Juden wir den Imbun, desto leichte]' können wir dort unseren Plan v-~-"vvirsd::dien. Meine Schv;Krneuvd ist jetzt, Oslafrika schnell und idibhui'-a langsam zu kolonisieren, ich glaube, dass die freien Julien O iafrikas nicht, vergessen werden, dass sie ihre Freiheit den Z;oai>t?n verdanken, ihre Verbindung mit Zion wird uozertrer.rdi•.:].* sein, und sie werden dahin kommen, ihren Brüden) hilfreich die Hand zu reichen/ „Wird dh«. Takdk de)- russischen Vertrauensmänner keine .Spaltung hervorrufen?" ,,fch xu s Innen gesUrnen", sa;;de Awinowitzki 2iuC!! einig-oii Zögern, ..dass es mir schwer fällt, diese Frage zu beantworten. Sie wissen ja. dass ich bloss gewöhn heb er Soldat. hau])tsächIicli .Agitator bin und den zionistischen Würdenträgern niemals n ad ie gestanden bin. Ich kenne aue'n die Stromim gon rieht, die dort herrschen. Die Kommission i\o:igc.ee-besci)luss und mau hat sich dansa Iben zu füg on Vou Os;afrika darf in den Ve;einen einstweilen ose keine Red- . -du. Wie kaun denn hier eine Spätling ^•"doioi und aus wrudoin Grunde? Wenn irgend ein \"«:.r.reiomsiuaeo den Verisucdt machen würde, eine Spaltung herv-orzubriiigeu er wfirde sdeh-ndieh allein bleiben/ .ddire }.>.• rsöroielic rvi^iaurg übenden Kongress?c A.: rSie erUeiit aus dem \'ojiiei'g<»sagten. Ich bin •oafd'.:ve, .'udriger geworden und. werde nun besser arbeiten ur,nn.--r.« \\-? r ha her) enieu Seioitt nach vorwärts gemacht '.rel ende, oiedl ni;hr zurückg^'uen/ ,\\"-"!!e'.j Sis~db-st nach O ta.f'rika gehen Vu A.: ...Ri':- wioeo; ja. dass ich. bloss Agnaten bin. Wvi.n su Ostafrika kein<> naschen odiOons boi Ki afuvorhanden -; ao soidten, veei de ich sogar als alter Mann hingehen, um hu Zion zu agitieren/ B p i D r. J. B. S a p i r. Mia Gcsjndod', mit Dr. S a n i r begann ich mit dvr rdaue ub* r «1 ie i/vi-haides Kor':gres> es. S. : .Die lo^ultau-- d^s Kougj-esse^ sind nneimesslich gros-: zum erster Mal seit dOfO Jahren reicht man uns hilfrend) die Ha.rei in ( irer für unsnicht beleidigenden W^is \ Zu?n ersiea Mal iächeg uns die Möglichkeit an. ein eis-u -s rhum zu ha/uen, \ron diesem Standpunkte aus geseioee \\-\vd der s-chfte ivoegj'ess einen sehr wichtigen Piudz ia unserer Ges-hiehte einnehmen. Nicht weniger wieiiog ist es. dass<Si uem sechsten Ko?ig)'esse die Juden- S'e-g': -:hj en g»a-, .d diu; Khuli^der irj'erson des zion ist i- « uc; .\ k" M'.nsi;oin liee-s .ha.r.. [di: ers dt-' Afrika, andererseits i;ae V-Ts;eiem idasslaad^. einige Beschrarkur-gen abzuiinderru Iead^en, dass drm Zionismus die führende Holle in unserer Geschichte gehört. Vom Parteistandpunkte aus hat der Kongress viel weniger gegeben. Nichtsdestoweniger müssen wir einige wichtige Tatsachen vermerken : die Anglo- Palesüne-Company ist in Palästina begründet; das Geld des Nationalfonds muss sofort für Erdankauf in Palästina verveulet werden; das Versprechen ist gegeben, dass eine Bankfiliale in Russland eröffnet werden wird; eine Palästin a- Erforschungskommission mit einem festen Budget ist eingesetzt worden; die Bank hat beschlossen, eine Dividende zu zahlen und Filialen in New-York und im Osten von London zu eröffnen. Aufmerksamkeit verdient auch die Frequenz des Kongresses (650 Delegierte, 2000 Gäste und 200 Journalisten). Dies alles beweist deutlich, dass der sechste Kongress die Aktiva des Z onismus vergrössert hat, obwohl er diplomatische Schwierigkeiten hervorrief, und wenn es uns gelingen wird, die ostafrikanische Krisis zu überwinden, dann wird die Bewegung jetzt unser ganzes Volk hinreissen/ „Hatte Dr. Herzl das Recht, die Ostafrikafrage aut die Tagesordnung zu setzen?" S.: „Vom prinzipiellen, das heisst einzig richtigem Standpunkte aus, nicht. Darüber können keine zwei Meinungen existieren. ,Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstatte in Palästina/ Das ist das Alpha und Omega unserer Lehre. Alles, was sich ausserhalb Palästinas befindet, sei es auch noch so verführerisch, steht ausserhalb der Kompetenz des Zionistenkongresses. Sie waren ja selbst zugegen, als das Cypernprojekt, welches dem Ostafrikaprojekt in Bezug auf Autonomie gleichkommt, *) vom Kongresse einstimmig verworfen wurde. Das Ostafrikaprojekt ist sehr verführerisch. Die schmeichelhafte Aufmerksamkeit einer Grossmacht, eine Autonomie, ein weites, reiches Land — das alles ist sehr schön für einen heiiratJosen, verfolgten, erschöpften Wanderer. Aber das ist nicht Zion, und ein Zionistenkongress muss den Mut haben, ein Projekt, welches das Volk nicht nach Zion, nicht nach dem „Lande Israels", sondern dem Lande der Engländer führt, abzulehnen." Allerdings ist im Briefe Clement Hills gesagt, dass die Afrikafrage dem Kongresse vorgelegt werden möge, und es blieb Herzl nichts anderes übrig, als darauf einzugehen. Die Höflichkeitspflicht forderte es, dass Herzl dem Kongresse über seine Verhandlungen mit der englisch en Regieiu»:g berichte. Von diesem formellen Standpunkte aus hatte der Präsident des A.-C. also recht, als er den Vorschlag Chamberlains auf die Tagesordnung setzte": „Glauben Sie, Herr Doktor, dass der Vertreter des Zionisten-Kongresses das Recht hatte, mit irgend einer Machit über eine Frage zu verhandeln, die keine Berührungspunkte mit dem Baseler Programm hat?" S.: „Herzl führte Motive diplomatischen und sozialen Charakters an. Die Unterhandlungen mit der Türkei erfuhren eine, wie er meint, langwierige Verzögerung, Wad-El-Arisch stellte sich als untauglich für Grosskolonisation heraus. Alles stürzte zusammen, während die Judennot erschreck-nde Dimensionen annimmt. Und plötzlich kommt England mit seinem Proiekte. Man schlägt uns nicht nur einen Port, sondern auch Selbständigkeit vor. Das ist kein Almosen mehr, sondern eine Verhandlung zwischen Gleich und Gleich. Wie konnte Herzl, den das Elend seines Volkes dem Zionismus in die Arme führte, einer solchen Verführung widerstehen? Und er widerstand nicht. Möge derjenige, der nie gefehlt, den Stein auf ihn werfen. Wir Neinsager, die den Kongresssaal verHessen, werden es nicht tun. Wir können uns aber des Gefühles nicht erwehren, dass diese Verführung eine ") Hierin hat sich Dr. Sapir geirrt. FürCypern war keinerlei Selbständigkeit der Juden in Aussicht genommen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.