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Die Welt · 1903-08-29 · 6 (29.8.1903) · p. 10

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
6 (29.8.1903)
Article
Donnerstag-Nachmittags-Sitzung
Date
1903-08-29
Page
10 (sequence 6)
Language
German
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Seite 10 „Die Welt" Separat-Ausgabe. No. 6 nennen. Diese werden ihnen vielmehr vorgeschrieben, das Aktionskomitee. Das ist das merkwürdige: Neben der Eintragung dieser „Aktiengesellschaft" ins Handelsregister wird ein Vertrag beschlossen, wonach sich die Gründershares-Inhaber verpflichten, nicht anders zu handeln, als wie das A. C. will. Sie sehen also, dass Sie sich vor den Aktionären nicht zu furchten brauchen. Sie haben nun darüber zu beschliessen, ob Ihnen der Zweck des Nationalfonds, sowie wie wir ihn umschrieben haben im Punkt II genehm erscheint; falls Sie dies beschlossen haben, ferner zu bestimmen, ob Ihnen jene Grenze, die wir für den Beginn des Landankaufes festgesetzt haben, nämlich 200,000 Lst. oder event. 125,000 Lst, genehm ist. Die Details bitten wir Sie auch ferner der Nationalfonds-Kommission zu überlassen. Wir glauben zwar, dass wir Ihnen ein Statut vorgelegt haben, welches sich, so wie es jetzt ist, beinahe vollständig legalisieren lässt. Nichtsdestoweniger bitten wir Sie, davon für den Moment abzusehen, und auf den Antrag der russischen Delegierten, welche darauf gedrungen haben, dass diese bereits fertige Arbeit zurückgestellt werde, Rücksicht zu nehmen und die Beschlussfassung dem nächsten Kongress zu überlassen. Die beiden Hauptanträge, glaube ich, eignen sich sehr gut zur Annahme. Und falls Sie sich nicht entschliessen können, den Antrag der Nationalfonds-Kommission anzunehmen, so empfehle ich Ihnen, die viel einfachere Formulierung, welche Herr Bentwich und ich vorgeschlagen haben, nochmals in Erwägung zu ziehen. Dr. Kohan-Bernstein konstatiert, class es dem Kongress nicht zur Ehre gereiche, dass bei einer so wichtigen Frage der Saal zur Hälfte leer sei. Wenn es gelte, Opposition zu machen oder od le owdo zu singen, sei man zur Stelle. (Beifall) Er dankt dem Referenten, Herrn Kremenetzki, für seine Mühe und sagt: er möchte noch einige AVorte über den 1. und 2. Bericht folgen lassen und dazu einen Antrag stellen. Die Kurven in dem Bericht der Kommission zeigen, dass im ganzen die Steigung der Sammlung für den Nationalfonds doch klein sind. Die Ursache ist die schwache Agitation. Der Ertrag des Nationalfonds beläuft sich in allen Ländern auf 86,000 Rubel. Das ist wenig. Russland allein hat 66,000 Rubel. Und das ist noch kein Be- Aveis dafür, dass Russland viel gearbeitet hat. Auf Seite 6 zeigt Hr. Kremenetzki, dass im Laufe von 19 Monaten zwei Kopeken auf den Kopf fallen. Das „Goldene Buch", das die Reichen dazu anspornen soll, etwas mehr zu geben, hat nicht einmal 75,000 Rubel abgeworfen. Und von den Zeitungen — ich spreche nicht von der „Welt", unserem offiziellen Organ — hat eine russische Zeitung, die doch das Basler Programm kritisiert hat, am meisten Geld gebracht. Der Nationalfonds ist von den Zionisten noch nicht gut verstanden. Ich stelle darum einen erzieherischen Autrag. Ich proponiere, dass jeder Zionist in seinem Verein erklärt, wieviel seine jährliche Ausgabe — für ihn persönlich, nicht lür seine Familie — ist, und 2 °/0 von dieser jährlichen Ausgabe für den Nationalfonds spendet. (Beifall.) Zlotopolski (spricht russisch), dass die Marken- Einkünfte samt Spenden in Russland etwas mehr sind als die des goldenen Buches. Samuel P i n e 1 e s schliesst sich Kremenetzki. an wegen der Erhöhung des Wertes der Nationalfonds- Marken und beantragt, eine Marke im Werte von einem Schekel anzufertigen. Jackson stellt den Antrag, jeder Zionist müsse obligatorisch ebenso wie Schekel, einen festzustellenden Betrag, vielleicht 40 Kopeken zahlen; denn der Nationalfonds müsse einen bestimmten Betrag jährlich haben und nicht angewiesen sein auf Zufallsspenden. Jakob Marain stellt den Antrag, dass 1) jeder Zionist in seinem Hause und seinem Laden eine Nationalfondsbüchse anbringen soll, 2) dass die russischen Mitglieder des A. C. bestimmt haben, dass der neunte Tag des Monats Ab in Russland ein allgemeiner Tag für den Nationalfonds sein soll, dass man darum auch diesen Tag beim ganzen jüdischen Volk für eine Sammlung für den Nationalfonds bestimmen soll. Ferner bittet er, dass man, da die Spenden in den Zeitungen oft unrichtig abgedruckt werden und man so keine Kontrolle habe, dass in den einzelnen Landsmannschaften ein Zentrum gebildet werde, wo die Spendenlisten hinkommen. Er spricht ernstlich gegen Ausgabe von Marken in höherem Betrag; denn diese werden viel eher gefälscht. E. Aschkenasi (spricht Jargon). Rechtsanwalt Rosenbaum (Beifall) hat in Bezug auf das von Kremenezki Gesagte Fragen zu stellen. In welchem Verhältnis sind die Einkünfte des goldenen Buches aus den verschiedenen Gruppen wie Vereinen, Synagogen u. s. w., wie gross sind sie von einzelnen Personen? Damit war ein klares Bild bekommen, ist es nötig zu wissen, wie weit Personen sich selbst eingetragen haben, oder ob sich Gruppen eingetragen haben Es heisst dann bei den Ausgaben: 5 °/o Kommission an die Kolonialbank. Das ist eine Summe, die sonst nicht üblich ist; es kommt dann noch eine kleine Summe für die Zeitungen; die Hauptsumme bekommt „Die Welt", und was mich besonders wundert, 5 % Kommission für die Landeszentralen. In Bezug auf die Marken habe ich folgendes zu bemerken: Es ist gefährlich, Marken in verschiedenen Grössen zu haben; denn wir haben nur da eine Garantie gegen Fälschung, wenn die Marken einen kleinen Wert haben. Meiner Ansicht nach liegt auch eine grosse juristische Schwierigkeit darin, dass wir, bevor wir noch in Palästina sind, uns ein Markensystem erlauben. Das einfachste wäre, wenn man ein Quittungssystem einführte, dass man das Recht hätte, Quittungen herauszugeben. Was das Referat des Herrn Dr. Farbstein betrifft, so werden Sie aus dem Berichte wissen, dass viele Projekte bereit waren, dass aber die Juristen noch nicht darüber einig waren, weiche Form die beste sei. Es wird das beste sein, wenn Sie den Antrag der Kommission annehmen, mit einer kleinen Aenderung. Ich glaube, es wäre genügend, wenn die neun Mitglieder in der Kommission die Sache noch weiter untersuchen, und ich bitte Sie, mit der Einschränkung, die die Kommission macht, einverstanden zu sein. (Beifall.) Rabin owitsch spricht dafür, dass es würdiger wäre, Vereine wohltätiger, ideeller Natur ins goldene Buch einzutragen, als, wie es Sitte ist, reiche Leute, um ihnen angenehm zu sein. Es kommt auch bei verschiedenen Anlässen vor, dass der Antizionist in dieses Buch, das auf lange Zeit historisch werden wird, eingeschrieben wird, das ist unwürdig. Dr. Bruzkus kritisiert in russischer Sprache einige Stellen des Berichts des Nationalfonds. Dr. Tschlenoff: Wie bereits richtig gesagt wurde, ist über den jüdischen Nationalfond schon viel gesprochen, aber dafür noch wenig getan worden. Ich bin Vorsteher eines Rayons in Russland, der nicht weniger und nicht mehr als die übrigen arbeitet und ich kann sagen, dass dieser Rayon im Laufe der. Zeit 12 % der Gesamtsumme geleistet hat. Aber ich muss doch sagen, dass ich mit der Tätigkeit meines Rayons zu Gunsten des Nationalfonds nicht zufrieden bin, ich bin aber auch mit den Kollegen in den übrigen Ländern nicht zufrieden.

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