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Die Welt · 1903-08-25 · [Sonder-Ausgabe] (25.8.1903) · p. 13

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
[Sonder-Ausgabe] (25.8.1903)
Article
Die Landfrage im Zionismus
Date
1903-08-25
Page
13 (sequence 3)
Language
German
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No. 2 Separat-Ausgabe. „Die Welt" Seite 13 Opposition gegen das Aktionskomitee (Trietsch: wo war das?) Das war in der Versammlung in dem Restaurant an der Ecke der Spandauerstrasse und der neuen Friedriclistrasse (Heiterkeit). Nun kommt dies dazu, dass Herr Trietsch a^mählich in den Ruf eines Palästinagelehrten kam dadurch, dass er es von sich selber behauptet. "Weitere Tatsachen, die dafür sprechen, sind mir nicht bekannt geworden. Aber. Tatsachen, die dagegen sprechen, und die mir Herr Professor Warburg bestätigt hat. Vor vier Jahren haben wir, War bürg und meine Wenigkeit, versucht, ein Komitee zur Kolonisation Cyperns zu gründen. Trietsch ging damals im Auftrag des Komitees nach Cypern. Er sollte in Triest die Leitung derjenigen Leute übernehmen, welche vorhin in Gemeinschaft mit anderen Herren von ihm in Galizien ausgesucht worden waren. Die Leute waren noch nicht in Triest. Herr Trietsch ging ohne sie nach Cypern. Davon waren die Leute schon de couragiert. Nach zwei oder drei Tagen haben sie ihn angefleht, er solle sie aus diesem Lande wieder fortnehmen: Das istdas Land, über das Herr Trietsch heute noch seine Artikel schreibt. Der Misserfolg hing nicht von zufälligen Umständen ab; denn Herr Warburg hat konstatiert, dass man wohl vereinzelte Dörfer in einzelnen Gegenden gründen kann, aber wenn man Massenkolonisation im Sinne Herr Trietschs einleiten wollte, wären die Leute zu Tausenden an Malaria gestorben. Wir gaben Cypern auf. Als El-Arisch kam freuten wir uns sehr. Wir hätten es gern gesehen, wenn etwas geschehen wäre. Aber sie haben es ja gehört: dieses Land war genau so kolonisationsunfähig für eine grössere Anzahl wie Cypern. Herr Trietsch aber hatte mit derselben Sachlichkeit wie bei Cypern behauptet, dass es sich zu einer Colonisation eignet. Kaum kam ich nach Palästina, nach Bet Arditba, sagte mir ein Arzt: „Es kommen die wunderlichsten Leute bei Ihnen auf." Und er nahm einen Prospekt aus der Tasche und las ihn unter schallender Heiterkeit. Es war der Prospekt der orientalischen Colonisationsgesellschaft. Auf Seite 6 hat er eine Rentabilitätsberechnung aufgestellt, in welcher er behauptet hat, dass man mit 500 Mark im Orient leben könne. Dagegen steht fest: Die abhängigen Bauern, die allerlei Unterstützung erhalten, und Apotheke und Arzt frei haben, brauchen durchschnittlich 733 Fi\ pro Person, Und ..wie sorgfältig hat er diese Berechnung aufgestellt? Sogar die Steuern hat er beiseite gelassen, die Steuern, die im Orient ein Achtel des gesamten Einkommens aufessen. Noch eines: hätte Herr Trietsch es ernst mit der Bewegung gemeint, dann hätte er sich hinbegeben zu denjenigen, die an der Spitze standen und seine Pläne vorgelegt. Wir sind nicht dazu da, um Führer zu sein, sondern um Soldaten zu sein. Aber Herrn Trietsch kam es darauf an, kein Soldat, sondern Führer zu sein. Ich muss offen sagen: Wenn ich die Wahl habe, einer Bewegung anzugehören, in der man mitunter einen Fehler macht, mit Dr. Herzl an der Spitze, oder einer Bewegung, in der man die Leute ins Unglück bringt, Hrn. Trietsch an der Spitze, dann weiss ich, was ich will. (Stürmischer Beifall). Syrkin. Ich habe das Wort zur Geschäftsordnung genommen, wir sind nicht hieher gekommen, um Sachen, die keinen praktischen Wert haben, Ausführlich zu erörtern. Wir stecken in einer wichtigen Diskussion und es sind Fragen aufgeworfen worden, die zweifellos einer ernstern Diskussion bedürfen. Ich beantrage, da wir bereits einen halben Tag pro und kontra Trietsch gebraucht haben, Schluss der Debatte und Uebergang zu den weitern Geschäften. Dr. Herzl. Ich glaube, es ist ein dringendes Bedürfnis, Trietsch das Wort zu lassen. Ich Litte Sie, in aller Ruhe zu gewähren, auch wenn Sie nicht mit allem einverstanden sind. (Bravo). Bitte, lassen Sie ihn ruhig sprechen! Trietsch. Wollen Sie verstehen, dass es eine Ehrenpflicht von Dr. Herzl ist, den Kongress zu zwingen, dass er mich anhört. Der Kongress würde sehr darunter leiden, wenn man mich hindern würde, nicht nur meine persönliche Ehre zu verteidigen, und auch die Ehrenhaftigkeit der Kritik durch das Aktionskomitee. Verstehen Sie wohl. Ich habe die Tätigkeit und Politik des A. C. einer Kritik unterzogen. Die Kritik war, wie ich glaube und wie Ihr Beifall mir gezeigt hat, ernst und sachlich gemeint; die Kritik war aber scharf und darum wundere ich mich nicht über die Folgen, die darin bestehen, dass ich unbedingt abgeschlachtet werden muss. Darum musste Herzl kommen mit seinen Worten, an deren Richtigkeit er glaubt, das aber grundfalsch sind. (Lärm.) Dr. Herzl. Verstehen Sie nicht, dass es Herrn Trietsch nur dient, wenn Unruhe ist, bitte, ihn ruhig reden zu lassen. Trietsch. Glauben Sie nicht, dass, wenn das wahr wäre, was hier im Protokoll steht, die Dinge, die vor Jahren geschehen sind, ich zu jedem Kongress käme. Glauben Sie, ich würde das tun, wenn man mir blos in die Taschen zu greifen brauchte, um die schwärzesten Materialien gegen mich vorzubringen. Aber das Wort der Führer gilt viel, und, wenn Herzl gegen mich spricht, bin ich fast zerschmettert. Trotzdem sind Freunde von mir da, die bezeugen werden, dass ich die Wahrheit spreche. Das Protokoll spricht von Cypern. und in der Tat, ich habe mit Cypern zu tun gehabt und hoffe, noch damit zu tun zu haben. Aber nicht wahr ist, wie das Protokoll sagt, dass ich in einem Kaffeehause die Leute zum Auswandern aufgefordert und der Bürgermeister Geld nachgeschossen hätte, was fehlte. Alles das ist unwahr. Nachdem ich in Cypern war, stand in der „Weit" ein „eingesandtu aus Fiume, wonach ich schreckliche Dinge gemacht haben soll, und Dr. Herzl schrieb mir, ich hätte keinen Grund mich zu beklagen, schwere Sachen seien ausgelassen worden. Ich habe dann vor dem letzten Kongress in der „Welt" veröffentlicht, wenn irgend jemand etwas gegen mich vorzubringen hat, so möge er es tun, damit ich Gelegenheit habe, dem Urheber dieser Gerüchte nachzugehen. Niemand hat sich gemeldet, und jetzt, wo man Beschuldigungen gegen mich vorbringt, so höre ich Rufe: „Das geschieht Ihnen recht", und ich weiss nun, dass die Herren dasselbe gewusst haben im vorigen Jahre; man hat Staub über diese Dinge kommen lassen, bis ich wieder unbequem wurde, und jetzt kommen sie wieder in die Höhe. (Lärm.) Dr. Heral. Sehen Sie die Stimmung des Kongresses. Ich sehe voraus, dass man Ihnen nicht die Gelegenheit lassen wird, wie Sie es in Ihrem eigenen Interesse wollen, zur Untersuchung dieser Sache, an der Ihnen offenbar liegt, und so will ich Ihnen ein Mittel vorschlagen, das man oft anwendet. Wählen wir einen kleinen Ausschuss! Vor diesem Ausschusse sprechen Sie sich aus, geben Sie Ihr Material, Sie haben das Bedürfnis, dass die Dinge geklärt werden, das ist des Kongresses würdig. Dann kann das Resultat ohne Debatte dem Kongress vorgelegt werden. Ich erteile Ihnen noch das Wort für 3 Minuten» Trietsch. Ich habe für 3 Minuten das Wort erbeten, und möchte 3 Minuten sprechen können. Die kostbare Zeit des Kongresses tut mir leid, ich bin aber gezwungen, zu reden. Stundenlang hat man Material

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