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Die Welt · 1903-08-25 · [Sonder-Ausgabe] (25.8.1903) · p. 12

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
[Sonder-Ausgabe] (25.8.1903)
Article
Die Landfrage im Zionismus
Date
1903-08-25
Page
12 (sequence 2)
Language
German
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Seite 12 „Die Welt" Separat-Ausgabe. No. 2 Herzl. Aber ich bitte Sie. (Bravo.) Dr. Bodenheimer. Herr Dr. Klee ist ja hier; er steht Ihnen Antwort. Also hören Sie Trietscli ruhig an. Tri et sch erklärt nun, dass Dr. Klee auf Grund der Dinge, die in El-Arisch vorgingen, von gigantischen Erfolgen gesprochen habe. Dr. Klee. Es ist nicht wahr. (Beifall.) Tri et sch. Für den Gang der Sache ist es sehr unwesentlich, wesentlich ist es, dass mir hier jemand antworten konnte, das, was ich gesagt habe, sei nicht wahr. Aber das ist eine persönliche Angelegenheit. Untersuchen wir — wir werden nachher darauf zurückkommen — nur, ob es für den Gang dieser Auseinandersetzungen nötig ist, hierauf zurückzukommen. Ich glaube, in der „Welt" haben Dinge gestanden, die auf einen grossen Erfolg hindeuten. Das will mehr sagen, als eine private Aeusserung, die gefallen ist. Und wenn sie nicht gefallen ist, wie Dr. Klee sagt, woher stammt die Aufregung wegen El-Arisch in diesem Kongresse, wenn nicht gesprochen worden wäre von gigantischen Erfolgen. Also auf das wahr oder nicht wahr können wir noch zurückkommen. Es braucht uns jetzt nichts anzugehen, ein Bückzug meinerseits liegt nicht darin, für die Sache genügt es, wenn ich dargetan habe, dass im zionistischen Publikum eine weitgehende Erregung gewesen ist, wegen der Dinge, die da vorgehen. Hoffnungen waren erweckt worden und darauf kam es mir an. Ich gehe weiter. Wenn ich mich freuen würde, sehr freuen würde, wenn endlich die zionistische Aktion beginnt, so wird doch zweifellos die Parteileitung im Falle des Erfolges wie Misserfolges schweren Tadel verdienen, im Erfolge, weil man Jahre lang über das hinweg geblickt hat, was jetzt richtig ist und im Misserlolgfalle, weil durch grobe Fehler und Unaufmerksamkeit diese sichere Sache verdorben werden konnte. So hat sich heute im Zionismus die Landfrage entwickelt, wobei allerdings nachzutragen wäre, dass Dr. Herzl die Grenzen verlassen hat ohne Widerspruch zu finden, so dass man jetzt von allen möglichen Namen hören kann, bei denen nicht einmal die national-jüdischen Gesichtspunkte berücksichtigt worden sind. Ich habe die Entwicklung dieser Landfrage zu skizzieren versucht und will jetzt in die prinzipiellen Fragen eintreten. Redner bespricht nun unter Schlussrufen und grosser Unruhe, die der Vorsitzende vergebens zu stillen sucht die Fragen des Charters, der Autonomie und der Garantien der Grossmächte. Unterdessen wird die Unruhe des Kongresses immer grösser und erreicht ihren Höhepunkt, als der Redner folgenclermassen schliesst: „Wäre es da nicht besser, wir ändern das Basler Programm; in dem Sinne, dass die nächsten Nachbarländer Palästinas mit in den direkten Bereich gezogen werden, sodass Herr Dr. Herzl sagen kann: Zion ist das freilich nicht; aber es kann es wieder werden. Ich schliesse jetzt, indem ich sage: Dr. Herzl hat Zion weit von Palästina gesucht und nicht gefunden, und ich wiederhole jetzt mit etwas andern Worten, was ich vorhin gesagt habe — und diejenigen unter ihnen, die meine Arbeit in diesem Jahre verfolgt haben, ernsthaft, ohne auf Verleumdungen und auf Vorurteile etwas zu geben, werden wissen, dass ich mich keiner Überhebung schuldig mache: — Geben sie mir und meinen Freunden einen Teil der Befugnisse, mit denen unsere jetzige Führung nichts erreicht hat und ich werde näher zu Palästina besseres finden als Ostafrika. (Beifall, der-durch Gegenrufe und Missfallsäusserungen sofort übertönt wird). Dr. Klee. (Lebhafter Beifall). Erklärt nach einer kurzen Einleitung: „Herr Tri etsch trug im Vorstand des Berliner Distrikskomitees den Antrag der Ortsgruppe Breslau vor, welcher dem Sinn nach, aller Wahrscheinlichkeit nach auch wörtlich so lautet: Falls sich die Nachricht von einem Charter auf Aegyptisch-Palästina bewahrheitet, so beantragt die Breslauer zionistische Vereinigung beim Kongress, dass die Kolonisation auf diesem Strich der von Herrn Trietsch Und Herrn Dr. Oppenheimer begründeten Orientalischen Kolonisationsgesellschaft übergeben werden soll. Nachdem wir uns von dem Heiterkeitserfolge erholt hatten — und meine Freunde Herr Dr. Hantke und Herr Dr. Simoiison, die zugegen waren, haben es mir zum Teil schon bestätigt, Herr Hantke ist hier, — habe ich folgende Äusserung getan: „Ich weiss nicht, ob dort unten etwas erreicht ist* Wenn aber ein Charter auf die Sinaihalbinsel erlangt sein sollte, so halte ich das für einen gigantischen Erfolg, so dass es mir kindisch erscheint zu verlangen, dass der Erfolg der von Ihnen gegründeten Kolonisationsgesellschaft übergeben werde sollte". Vorsitzender Dr. Bodenheimer: Ich erteile Herrn Trietsch das Wort nicht zur Aufstellung neuer Behauptungen und Ausführungen, sondern nur einer kurzen Berichtigung, Trietsch wehrt sich gegen die Anschauung, als ob er die Vorgänge nicht richtig dargestellt habe, Er versichert, dass er selbst den Antrag der Breslauer als unrichtig angesehen und bittet die Angelegenheit Dr. Klee als unentschieden zu betrachten. (Beifall und Unruhe). Dr. Hantke, Berlin. Im Namen von drei Mitgliedern des Berliner Distru ts-Bureaus, die ebenfalls hier anwesend sind, erkläre ich hiermit, dass Herr Trietsch in dieser Sitzung den Antrag der Breslauer Ortsgruppe wörtlich verlesen hat und zwar mit Nennung der Namen. Wir haben über den Antrag abgestimmt und er ist mit allen gegen die Stimme des Herrn Trietsch abgelehnt worden. Dr. Werner, Wien. Ich habe nur auf eine Aeusserung des Herrn Trietsch zu reflektieren, die die „Welt" betriff. Herr Trietsch hat in seinen Ausführungen gemeint, dass durch Mitteilungen der „Welt" irgend welche Andeutungen gemacht worden waren, die Hoffnungen erregt hätten. Ich erkläre und ich glaube nicht, dass ich das mit meinem Ehrenwort tun muss —dassich von der ganzen El Arisch Geschichte überhaupt nichts gewusst habe, und dass ich zweitens, als in der „Volksstimme" die Mitteilung über Wad El Arisch erschien, mich zum Aktionskomitee begeben habe, und mich beklagte: Ich wisse nicht woher es komme, dass das offizielle Blatt immer später unterrichtet sei als andere inoffizielle. Infolge dessen ist es unmöglich, dass über Wad El Arisch während ich die Redaktion führe — seit Februar 1903 — irgend welche Aeusserungen in der AVeit veröffentlicht worden seien-, welche hätten Hoffnungen irgend welcher Art erwecken können. Dr. Friede mann. Wenn ich mit Herrn Trietsch nicht ganz so .ruhig umgehe wie Herr Dr. Herzl, so liegt das darin, weil er doch in seiner Arbeit von Herr Trietsch nicht so gestört worden ist, wie wir in Deutschland seit 3 Jahren. Ich halte es für das grösste Glück und für eine Notwendigkeit, dass es in einer Bewegung eine gesunde Opposition gibt. Eine solche machen Herr Trietscli und Leute, die so sprechen wie gestern Herr Dr. Nossig, unmöglich Ihre Opposition war nicht sachlich sondern griff die Führer persönlich an. Ich erinnere die anwesenden deutschen Delegierten, die vor 3 Jahren nach Basel geschickt wurden daran, dass damals Trietsch zur Wahl empfohlen wurde mit einem Brief, wir sollten ihn wählen als . Beweis unserer

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