Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 7 (1903)
- Issue
- [Sonder-Ausgabe] (25.8.1903)
- Article
- Die Landfrage im Zionismus
- Date
- 1903-08-25
- Page
- 14 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 14 „Die Welt" Separat-Ausgabe. Ho. 2 gegen mich vorzubringen versucht-, nichts ist erwiesen bisher. Wir haben einen Modus geschaffen, auf dem herausgefunden werden soll, ob etwas gegen mich spricht oder nicht, oder gegen die andern, bis das sich klar gestellt hat, und ich werde es nicht verlangsamen, und habe ich für Sie als ein Ehrenmann zu gelten wie Dr. Herzl, Herr Klee, Herr Handtke, wie irgend einer. Was ich auf diesem Kongresse sachlich vorzubringen habe, soll bei Ihnen, ich ermahne Sie im Interesse der Würde des Kongresses, die gleiche Behandlung haben, wie wenn es gesagt worden wäre, bevor diese Beschuldigungen kamen. Das wird mir genügen. (Lebhafter Beifall.) (Vorschlag Herzl wird übersetzt.) Vertreter der englischen Landsmannschaft. Die englisch sprechenden Delegierten stellen den Antrag: eine Resolution zu fassen, welche der britischen Regierung die tiefe Dankbarkeit des Kongresses für das grossherzige Angebot aussprechan soll und beantragen die Bildung einer Kommission, welche dies ausführen soll. Das goldene Buch des Nationalfonds. Herr Charles Schaffner aus Chicago hat gestern beim Speisen im Hotel Braunschweig für das Benschen durch Herrn Rabbiner W. Reich, Baden bei Wien, 500 Fr. für den Nationalfonds gespendet, als die Tischgeseilschaft eben mit kleineren Beträgen hiefür sammelte. Architekt Oskar Marmorek im Namen seiner Mutter und Geschwister zur Eintragung seines sei. Vaters Dr. Josef Marmorek ins goldene Buch Fr. 250. Herr Hahn zur Eintragung der Frau Fried erike Marmorek ins goldene Buch Fr. 250. Rede des Dr. Herzl. (Antwort auf Trietschs Rede.) (Grosser nicht enden wollender Beifall. Die Delegierten erheben sich von den Sitzen und jubeln Dr. Herzl demonstrativ, ohne Aufhören zu.) Geehrte Kongressmitglieder! Dass Herr Trietsch dem Bericht des Aktionscomitees Opposition machen und an den Erklärungen der Geschäftsführung kein gutes Haar lassen werde, war zu erwarten. Alle Wege, auf denen er uns zu schikanieren suchte — (Trietsch: Das sollte nicht geduldet werden vom Präsidium)! wenn Herr Trietsch diesen Ausdruck irgendwie verletzend oder in einer Versammlung wie diese ist ungehörig findet, so ziehe ich den Ausdruck gern zurück. Aber er zwingt mich dadurch nachzuweisen, dass er in seiner Beweisführung — wie sollt' ich vorsichtig sagen — nicht gerade nach der Billigkeit oder gar nicht nach der Gerechtigkeit und selbst nicht nach den Tatsachen gesprochen hat. Herr Trietsch hat uns in der Collection seiner Vorwürfe namentlich den gemacht, dass wir in der El-Arischsache in übertriebener und unwahrer Weise verfrühte Hoffnungen erregt, um ich weiss nicht welche Agitation damit zu treiben. Dem gegenüber steht die Tatsache eines andern Vorwurfes, und zwar eines Vorwurfes, den uns eine gewiss zuständige und competente Körperschaft gemacht hat, uns, dem engern Aktionscomhe, nämlich das grosse Aktionscomite, welches doch gewiss unterrichtet wird von allem, was wir in die Öffentlichkeit und sogar vertraulich hinausgeben. Es hat uns bittere Vorwürfe gemacht wegen der Geheimniskrämerei, mit der wir die El-Arisch-sache bebandelt hätten. Das ist eine Tatsache. Ich werde nun auf den Vorwurf des grossen Aktionscomites hier antworten. Wir haben diese El-Arisch-sache darum mit so ausserordentlicher Vorsicht und Diskretion behandelt, weil wir zunächst nicht die Regierungen, die uns dabei behilflich waren, in irgend einer Weise genieren und möglicherweise in Verlegenheit bringen wollten für die grosse, grosse Güte und Gefälligkeit, die uns bei dieser Gelegenheit erwiesen wurde. Wir glaubten und glauben, dass man mit Mitteilungen dieser Art ausserordentlich zurückhaltend sein mus&. Das war unsere erste Erwägung. Unsere zweite war, dass wir eine unfertige Sache nicht der Kritik übergeben dürfen, dass wir auch keine Erwartungen erregen dürfeii. Denn wir erregen keine Erwartungen. Das ist eine Behauptung, die durch nichts begründet werden kann, und die ich damit illustriere, dass Herr Trietsch, in die Enge getrieben mit seiner Behauptung, zum Schluss kleinlaut sagte: „Ich glaube, in der „Welt" ist auch etwas gestanden.u In der „Welt" ist überhaupt nichts gestanden. Der Redakteur der „Welt", Herr Dr. Werner, wird es mit seinem Wort bestätigen, falls nicht alle Nummern der „Welt" den Kongressmitgliedern gegenwärtig sein sollten. Wir sind sogar bis in die letzte Zeit unschlüssig gewesen, ob wir überhaupt etwas sagen sollen, nachdem die Sache zu unserm grossen Bedauern gescheitert ist. Was geschehen ist, ist etwas anderes, und dieser Form der Publikation steht Herr Trietsch viel näher als ich. Was geschehen ist, war folgendes: Im Orient ist das Auftauchen einer solchen Reisegesellschaft mit 44 Kamelen, wie unsere Expedition auszog, immerhin eine Sach3, die Aufsehen erregt. Nun waren Mitglieder in dieser Expedition, die ihren Verwandten Br efe geschrieben oder die beim Abschied gesagt haben, sie begäben sich in diese Richtung, Dadurch sind unangenehme, unsichere Mitteilungen hinausgekommen, die wir selbstverständlich nicht zurückhalten konnten, die uns aber derart unangenehm waren, dass wir einem Blatte, welches uns früher nähergestanden war, geradezu einen Vorwurf daraus machten, dass es solche unbestimmte Gerüchteaufgenommen hatte. Herr Iii ekel, der Herausgeber der „Volksstimme" bestätigt mir, dass es dem Aktionscomite derart unangenehm war, dass seine Beziehungen zu uns recht gespannt wurden. (Herr H i c k e 1: das ist richtig.) Nun hat aber, nachdem diese Mitteilungen hinausgesickert sind, Herr Trietsch, der El-Arisch als eine res nullius angesehen zu haben scheint, die er, so wie in den Reisebüchern für Knaben der erste, der dort landet, durch einen Stecken mit einem Tuch, den er dort in die Erde stösst, zu seinem Gebiet machen kann, sich auf Grund eines sehr gut geschriebenen und mir bekannt gewesenen, von mir geschätzten Artikels über El-Arisch derart als Oberherrn dieses Landgebietes gefühlt (Heiterkeit), dass er sich nicht genug beeilen konnte, die Gebietsstörungen (Lebhafte Heiterkeit), die für ihn daraus erwachsen könnten, durch eine sehr rührige Agitation zu hintertreiben. Ich will ihm im einzelnen nicht folgen in alles, was er getan hat. Über den Auftrag, den er sich vom Breslauer Distriktcomite hat geben lassen und den er in Berlin vorgebracht hat, alle diese Dinge will ich gar nicht einmal erwähnen. Ich finde es vollkommen begreiflich, wenn Herr Trietsch, der ein sehr fähiger Mann ist und sich in einem sehr hohen Grad dafür hält, das Bedürfnis empfindet, seiner Kritik der Tätigkeit des Aktionscomites auch einen positiven Teil folgen zu lassen und sich selbst in die Ausführung der von uns versuchten Anfänge zu