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Die Welt · 1903-05-22 · 21 (22.5.1903) · p. 5

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Journal
Die Welt
Volume
7 (1903)
Issue
21 (22.5.1903)
Article
Ein Londoner Zionistenmeeting
Date
1903-05-22
Page
5 (sequence 4)
Language
German
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Nr*i21 f,DI© Welt6* Seite 5 diese Institutionen genährt worden, wie die britische Flotte aus den Schulschiffen Nachwuchs erhält oder wie die Provinzen mit Rabbinern aus jüdischen Seminaren verborgt werden. Eine direkte Linie hätte so 'von der Erziehung zur Auswanderung geführt. Aber nein! Die „lea* will gleichzeitig ihre illegalen Darl&hensbanken, wie Industrien, Fabriken etc. legalisieren und so sind diese wohl ebenso „darauf berechnet, Juden für die Auswanderung zu befähigen!K Wie eine DarlehensbarJc „Juden für die Auswanderung erzieht*, ausgenommen, indem sie sie ermutigt, mit ihren Schulden davonzulaufen, verstehe ich nicht, und Industrien und Fabriken helfen sicher, sie zu Hause in Arbeit festzuhalten. Musterwohnhäuser sind nicht der aug&afälligste Weg, die Auswanderung zu fördern, Fabriken für künstliche Blumen erziehen schwerlich wirkliche Gärtner. Es wird Mr. Lousadas ganzen Scharfsinn in Anspruch nehmen, alle sesine 193 Institutionen iß der gegenwärtigen Vorlage unterzubringen, selbst warm er diese durchbelcomxnt, noch wird Mr. Weinberg, ckr wandernde Engel der „loa", imstande sein, auf der gaia&n Erde jemanden zum Beglücken zu finden. Aber wenn die „Ica" es ehrlich meint, mit „der Erziehung zur Auswanderung* ist die Vorlage ganz überflüssig. „Indirekte" Institutionen, Niemand w»«4 leugnen, dass die Kolonisten zur Auswanderung fäbüg zu machen, in ien gesetzmässigen Bereich der Wirkungssphäre einer Kolonisationsgesellschaft fällt. Fern dsron, dies in Frage zm stellen, habe ich immer behauptet, dass es des Baron Hirsch grosser Feiler war, seine Kolonisten unreif zu nehmeil- Desshalb würde, wenn die Institutionen der Ica wirklich die Kolonisten für die Auswanderung fähig machen würden, Sir Edward F ry, dessen bin Ich sicher, diese Institutionen niemals als indirekte erklärt haben, da das Original-MemorandiLm, die Bildung von Auswanderungsagents&haften und Hilfsgesellschaften, welche sich mit der Ausbildung der Auswanderer beschäftig-fen, und diese Institutionen dadurch direkt^von Ausbildung zur Auswanderung führen würden, klar gestattet. Was aber Sir Edward Frj als ungesetzlich bezeichnet, sind salehe Institutionen, welche so indirekt sind, dass sie nicht dorthinleiten. Daher ist die geforderte neue Bill entweder nicht notwendig, oder sie ist eine Täuschung, und vrt&an sie beide Häuser des Parlamentes glücklich passiert-haben wird, wird sie erst recht die Haupttätigkeit der »Ica* ungesetzlich erscheinen lassen* * Soviel für Mr. Lous&da's Gescheitheit. Die Millionen der Anglo-Jewish-As>ociation. Aber ich bin mit der Bill noch nicht fertig; denn die zweite Ausgabe enthält eine noch bedeutendere Aenderung. Sie wissen, uass zwei Million&n Pfund Sterling das Originalkapital der „Ica" bilden, während sielen. Millionen ihr späfier durchr Vollmacht zukamen. Mr. Lousada's erste BLL1 umschloss beide Summen und beide Dokumente. In der zweiten Ausgabe siod die 7 Millionen und die Vollmacht Herausgefallen und Mr. Lousada erklärt der „Anglo-Jewisri-Assoziation", dass sie mit den sieben Millionen — welche ausdrücklich zum Vorteile der russischen Juden hinterlassen -wurden — tun könnten, was sie wollten und der ganze Zweck der Bill eigentlich nur der wäre, die „Ica" in den Stand au setzen, mit den 2 Millionen all <Us tun zu können, was aie mit den 7 schooi jetzt zu tun berechtigt ist. Mr. Loosada irrt wieder einmal. Ich habe die Vollmacht vor Augen gehabt, welche in der Tat ausspricht, dass die 7 Millionen zum Wohle der russischen Juden im allgemeinen verwendet werden sollen, aber hinzufügt: „ . . . . una" hauptsächlich zur Förderung der Auswanderung der russischen JudeaK* Der Gipfel der Ironie. Mr. Lousada legt den Hauptakzent *auf „zum Wohle", ich lege ien Akzent dorthin, wohin er tatsächlich gehört: auf dis Wort „hauptsächlich0. Was bedeutet „hauptsächlich?" Hauptsächlich bedeutet nicht die Hüfte — 3 von 7; — es bedeutet etwa 5 von 7. Solange demnach Mr, Lousada nicht beweisen kann, dais fünf Siebentel des Einkommens aus dieser Quelle für die Emigration der russischen Juden verwendet werden — und ich kenne die Bilanz der „Ica* genügend um zu wissen, dass er nichts Aehnliches beweisen kann — täte er b^&ser, dieses herausgerissene Stück wieder schleunigst in deiL Gesetzentwurfhineinzubringen und eine dritte Ausgabe desselben herzustellen. Das in der ersten Ausgabe abgelegte Bekenntnis kann in der zweiten Dicht widerrufen werden und muss in der dritten wieder hergestellt werden. Aber was sage ich? In der vierten Ausgabe, denn es gibt schon eine dritte mit den Worten: „ ausgenommen in Europa1*, welche hinzugefügt wurden, umTorzubeugen, dass die: Einwanderer liierher gebracht wer ien. Diese Vorsicht, gegen welche eminente Philanthropen gleich Mr. F. D. Mocatta und >Ir, Hermann Laniau aus grossherzigen. Gründen Bedenken erhoben, ist die einzige, welche den Baron H i r s e h'schen Wünschen getreu entspricht und ihre Einschaltung in den Gesetzentwurf der „Ica* ist der Gipfel der Ironie. E&tron Hirsch und die „Ica". Baron Hirsch war so sekr bestrebt, die bedrückten Juden aus Europa herauszubringen, dass er nicht .zugeben wollte, sie fuis einem Lande in ein anderes zu befördern. Seine Vertrauensmänner folgen ihm gewissenhaft; sie wollen di< Juden nicht von einem Lande Europas in ein anderes brimgen, aber sie wollen sie auch nicht anderswohin bringen» Es erinnert dies an die Geschichte des:jungen christlichen Dienstmädchens, welchem ihre Herrin eingeschärft hatte, das Huhn nicht in Milcht zu kochen. Als die Mahlzeit aufgetragen wird, kommt kein Huhn. „Wo ist das Huhn?u fragt die Hausfrau. „Es ist ungekocht, Sie sag-ten mir dock, es nicht in MilcL zu kochen/ Mary ha1 es darum gar nicht gekocht. Wie die Sache jetzt steht» verlangt die „Icau die Bewilligung, Schulen, Farmen, DarLehensbanken, Faktoieien u. s.w. zu unterstützen, welche als geeignet angesehen werden können, Jaden zur Auswanderung befähigt zu machen und ihre Absiedlung irgendwohin, mit Ausnahme iron Europa, zu fördern. Aber wie kaiin irgendeine Institution euch befähigt machten zur Auswanderung irgendwohin mit Ausnahme von Europa? Wenn ihr befähigt seid, euch in Kanada abzuquälen und den Bolen zu bebauen, seid Ihr auch befähigt euch in England ab-suquälen und den Boden zu bebauen. Man könnte ebenso von einem Schulschiff sprechen, das Matrosen auferzielit, die auf irgendeinem Schiffa dienen können, mit Ausnahme der britischen Schiffe; oder von einer Kochschul e, die ihre Zöglinge lelkrt, Hühner abzukochen, „ausgenommen in Milch". Jedoch merke man wohl, es ist dies ein Punkt der sich nicht auf Emigranten bezieht, sondern auf Erziehung. Und da die Behauptung, dass die Erziehung zwecks der Auswanderung gefördert wird, einfc Täuschung ist, und da eine Täuschung sicli immer von s-elbst rächt, kommen ivir zu dem merkwürdigen Resultate, dass ein Jude, der fcine „leaschule* in Russland, Rumänien oder Galizien besucht hat, oder in ihren Werkstätten gearbeitet hat, oder uon ihren Darlehenskassen Geld entLehnt hat, oder in den Musterwohnhäusern gelebt, oder künstliche Blumen erzeugt hat, oder bei Mr. Weinberg geschnorrt hat, für ewrig ausgeschlossen ist in irgendeinem anderen Teile won Europa angesiedelt zu werden, denn er ist, mit den Wor ten

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