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Die Welt · 1902-01-10 · 2 (10.1.1902) · p. 9

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Journal
Die Welt
Volume
6 (1902)
Issue
2 (10.1.1902)
Article
[Ohne Titel]
Date
1902-01-10
Page
9 (sequence 8)
Language
German
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'Nr. 2 „Die 2^k Weit" Seite 9 eine halbstündige Päu8e;'beschlossen, in der die russische Landsmannschaft zu einer Berathung zu§arürhentrat. Kach , der Pause wurde nun die oben erwähnte Schwierigkeit durch einen Vermittlungsvorschlag beseitigt, der besagt, dass eine neue Föderation sich nur mit der Genehmigung durch das Wiener Actions-Comite und durch die Mitglieder des grossen Actions-Comites für das betreffende Land constituieren dürfe. Für den Fall, dass in diesem Bestätigungsrechte eine Differenz zwischen dem Wiener Actions-Comite und dem Actions:Comite des betreffenden Landes entsteht, hat das Recht der Bestätigung die Landes-Conferenz des betreffenden Landes. Ein Antrag, die Parteisteuer (Schekel) zu erhöhen, wird nach einer lebhaften Debatte abgelehnt. Dr. Bruck hatte die Hälfte der Schekel für die Ausgaben des jeweiligen Landes-Comites beantragt. Del. Herbst (Sofia) und Rev. Schaff er (V. S.) beantragten dagegen die allgemeine Einführung des bei ihnen bereits bestehenden Aufschlages auf den Schekel zu Landeszwecken. Schliesslich wird noch eine Resolution angenommen, die alle Vereine verpflichtet, das officielle Organ „Die Welt" in ihren Localen aufliegen zu lassen. Zur Bewachung des officiellen Parteiblattes und der anderen Blätter wird eine Press-Commission bestimmt. Hiermit erscheint das Organisationsstatut, das einen grossen Theil der Zeit des Congresses absorbiert hatte, angenommen. (Wir bringen dasselbe an anderer Stelle.) Del. M o z k i n stellte zwei Anträge, die bezwecken, in der morgigen Bank-Versammlung nichts geschehen zu lassen, was in den Anträgen der Bankcommission enthalten und vom Congress noch nicht beschlossen ist. Angenommen wird der Antrag Dr. Herzls, der die Fortsetzung der Bankdebatte im Congress abhalten will, nachdem die Actionär-Versammlung eröffnet und gleich verschoben sein wird. Schluss der Sitzung 3 Uhr. V. Tag. VIII. Sitzung. Montag, 10 Uhr vormittags. Nach englischem Gesetze muss die Generalversammlung der Bank pünktlich eröffnet werden. Das geschieht, und Director Wolffsohn gibt den Rechenschaftsbericht des Directoriums; hierauf wird die Versammlung suspendiert und auf dem Congress in die Fortsetzung der Bankdebatte eingetreten. Ingenieur Ussischkin (russisch): projectiert i. die Eröffnung einer palästinensischen Geschäftsstelle der Bank mit einem Höchstaufwande von höchstens 400.000 Frcs.; 2. die Eröffnung einer Geschäftsstelle der Bank in Russland. Rezek (Prag) vertritt den Standpunkt, dass die Bank in Europa keine Geschäfte zu machen habe. Er spreche "gegen den Auftrag des Vorstandes der jüdischen Spar- und Vorschusscassa in Prag, die durch ihn Credit von der Bank bekommen, um ihre glänzenden Geschäfte, von deren Ertrag 20% für zionistische Agitation verwendet werden, noch erweitern zu können. (Beifall.) Doch müsse das Bankcapital nur so angelegt sein, dass man es jeden Tag flüssig machen könnte. Beer (Berlin) bittet um Bankhilfe für Petach- Tikwa. T r i e s c h schlägt die Bankeröffnung innerhalb e'ines bestimmten, an Palästina grenzenden Territoriums vor, das unter ägyptischer Herrschaft und englischemProtectorat steht, solange wir keine Garantien für Palästina haben. Redner erwähnt, dass der Sultan aus eigenen Mitteln sehr viel für die rumänischen Auswanderer gethan habe. Nachdem noch mehrere Redner gesprochen haben, werden Generalredner gewählt. Bevor deren Wahl erledigt ist, wird der durch Dr. Moskowitz (Braila) begründete Antrag angenommen. (Fusion der beiden Londoner Centralen für Share Clubs). Hierauf referiert Dr. Frank (Hamburg) für den Colonisations-Ausschuss. Dessen Beschlüsse, auf dem Boden des Baseler Programms fussend, wünschen statistische Landerhebungen und Unterstützungen für die Colonien. Del. Dr. Farbstein stellt folgenden Antrag: „Das Actions-Comite wird ermächtigt, beimDirectorium der Jüdischen Colonialbank die nothwendigen Credite zu fordern, damit das Endziel der Bank, das ist ein Charter, erlangt wird." Dr. Herzl modificiert im Namen des Actions- Comites diesen Antrag: Die Bank wurde gegründet, um dem politischen Zionismus ein finanzielles Instrument zu sein. So oft auch dies gesagt wurde, so soll der Congress es wieder aussprechen, da solche Erklärungen nicht oft genug abgegeben werden können. Für einen Geschäftszweck wurde die Bank nicht gegründet, dafür wären wir nie zu haben gewesen. Der Antrag Farbstein ist die Conclusion für Thatsachen, die hoffentlich noch in aller Gedächtnis sind. Die äusserst interessante Debatte fand ihren Abschluss in der Annahme des Antrages Farbstein, der in seiner Modification nun lautet: „Das Actions-Comite wird aufgefordert, sich mit dem Directorium der Bank dahin zu verständigen, dass aus den verfallenen Anzahlungsgeldern ein Theilbetrag dem Actions-Comite zur Verfügung zu halten sei, behufs Beschleunigung der vorbereitenden Schritte zur Erlangung von Concessionen für die Bank vorbehaltlich der Genehmigung durch die Generalversammlung/' Der Antrag Ussischkin betreffs der palästinensischen Geschäftsstelle, die sich bis zur Erreichung richtiger Bedingungen nicht mit Colonisations-, sondern Handels¬ und Bankgeschäften zu beschäftigen haben wird, wird mit allen gegen fünf Stimmen angenommen, ebenso der Antrag: ,,Es wird empfohlen, im Falle der Möglichkeit in Russland eine gesetzlich genehmigte Filiale zu gründen, die sich auf streng geschäftlicher Basis mit reinen Bankgeschäften abzugeben hat." Ein weiterer Antrag, nicht in Russland, sondern nach Möglichkeit auch in allen anderen Ländern, wo Juden grössere Centren besitzen, Filialen zu errichten, wird abgelehnt. Im Uebrigen werden die Anträge der Bankcommission, wie wir im letzten Bericht gemeldet haben, angenommen. (Schluss der Sitzung 4'/» Uhr.) Von 5—8 Uhr ab war Generalversammlung der Bank. Wir bringen den Bericht in nächster Nummer. * IX. Schluss-Sitzung. Beginn, Montag 8 Uhr abends. Präsident: Dr. Herzl. Auf der Tagesordnung steht noch die Debatte über die Hebungstrage, über die Anträge der Cultur-

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