Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 42 (6.4.1839)
- Date
- 1839-04-06
- Page
- Seite 42 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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42 cher dieses Amt zur Benutzung für Schleichhandel hatte haben,wollen. Dieser naht in die zufällig erborgten Lefillim, des Erstem falsche Stempel ein, schafft falsch^ bestempelte. Waaren in sein Haus, und laßt ihn nun durch einen dritten denunziren. Er wird mit seinem Sohne in's Gefangniß geworfen, mißhandelt, worüber er das Licht der Augen verliert, und die alte Mutter die Sprache. Nach, langer Zeit wird durch Gottes Fügung und eines gerechten Richters Bemühungen der Faden der Intrigue aufgefunden, der Mann frei gelassen, der Denunziant bestraft. Der eigentliche Anstifter/dessen Sohn über die Schande seiner Vaters gestorben, kauft sich zwar von der Strafe los, wird aber reuig, und wandest um zu büßen zu Fuße bettelnd durch die Welt, indem er seinen ganzen. Reichthum zurücklaßt. Seine Tochter heirathet den Sohn des erblindeten Greises, nachdem sie sich lange geliebt hatten. Das Bild eines frommen Rabbinen, der Wirklichkeit entlehne, Aufschlüsse über den alten Judeneid, Schilderungen jüdischer Feste, in ihrer Gemüthlichkeit aufgefaßt, die erschütternden Gerichtsscenen, machen die Lektüre des Schriftchens sehr interessant. — Von demselben Verfasser erschien schon früher: 34) Der Mensch, ein Ebenbild Gottes, eine Apologie in fünf Gesprächen, zur Widerlegung, des Vorwurfs, daß Mose und die Propheten die einflußreiche Lehre der Unsterblichkeit der Seele.entweder nie gekannt, oder ihr nie zugethan gewesen waren. Von W. Tugendhold. Wilno. 1830. S. 160. 12. Wir können zwar gestehen, daß Andere, welche diesen. Gegenstand behandelt haben', (wie Saal schütz) mit einer großem Gründlichkeit und Evidenz, mit einem großem Aufwands von Gelehrsamkeit ihre Beweisführung vollendet haben, aber,mit einer großem Warme und Lebendigkeit, mit einer innigem Begeisterung für Wahrheit und Religion, für die göttliche. Lehre, gewiß nicht. Der Verfasser legt seine schöne Gefühlswelt auf so unverkennbare Weise darin, dar, daß er sich dem-Leser sehr liebenswürdig macht. Die Einkleidung ist allerdings auch hier nicht selten schwülstig, aber die Sprache reiner. Bisweilen finden sich sehr glückliche Bilder und zweckgemaße Ausdrücke. Zuerst wird auf das Leben und die Thaten der Erzväter und Propheten hingewiesen, wie'diese in jedem Zuge die gläubige Zuversicht zu .einem jenseitigen Leben bewähren, wie nur diese, nicht etwa der geringfügige Ruhm bei der Nachwelt Motiv ihrer Handlungen sein konnte. Ferner wird auf die Dualform von und gedeutet; wie der reine Begriff von Gott, der in hen heiligen Schriften gegeben wird, die. Unsterblichkeitslehre nothwendig umschließt. Er beruft sich ferner darauf, daß die Lehre von der Seclenwanderung bereits bei den Asiaten verbreitet war, die) ' der Keim zü der Blüthe der Unfterblichkeitslehre, also schon als Stoff vorlag; daß die Lehre von der sittlichen Heiligung, welche'Mose und die Propheten predigten, sich mit nichts Anderm, als der Unsterblichkeit vereinbaren lassen. Auf die Frage, warum denn aber doch diese Lehre nicht ausdrücklich enthüllt ward? antwortet er treffend: „weil diesen Born der erste Hirt Israels schon offen fand" — indem der Verfasser sich nun darauf beruft, daß dh heil. Schrift nicht mit einer „Religionslogik"' und psychologischen Lehrsätzen, sondern mit Bildern, tiefen Andeutungen und gedankenschweren Handlungen sich ausspricht,, zieht er die betreffenden Stellen und Ausdrücke blos der 5 B. B. M. an. Zuerst das Zelem Elohim, die Worte über Henoch, dann Kap. 6, V. 3; 15, 15 besonders verglichen mit 49, 33; 4 B. M. 27, 12, . 13 und 15. 16. 5 B. M. 32, 48 ff.; endlich der Ausdruck „Karat."- Zuletzt bespricht der Verfasser sehr treffend die Frage: warum Moses kein Motiv der Moralität aus der Unsterblichkeitslehre gemacht?' indem dies eher eine Erniedrigung des Göttlichen im Menschen gewesen sein würde, weil er als richtiges, des Menschen würdiges Motiv zur Sittlichkeit allein das: Ich der Ewige, ich der'Heilige! hinstellen wollte: Ihr seid Kinder des Ewigen. — Wie gesagt, es bleibt hiernach noch sehr Vieles über, diesen Gegenstand zu sagen, aber mit größerer Warme und Erhebung nicht. — Der Verfasser kann eines belebenden Einflusses auf seine Umgebungen nicht ermangeln, und ist er selbst der Beweis, wie-auch in jenen Gegenden die Leuchte der wahrhaften Religionsaufklärung Platz gegriffen. — Im vorigen Jahre hat der Verfasser, auch ein Gedicht unter dem Titel Minchat Ani drucken lassen,'als die Aeltesten der Wilnauer Gemeinde eine bedeutende. Summe zur Unterhaltung einer' Elementarschule auf die Ermahnung Sr. Excellenz des Mi-. nisters von Uwarow aussetzten. Mag-der Verfaffer in seinem redlichen Eifer nie erkalten, zu dessen Belebung wir ihm 'diese öffentliche Anerkennung nicht haben vorenthalten wollen. M. - 35) Forschungen im Gebiete der Hebraisch-Aegyptischen Archäologie, mitgetheilt von Joseph Levin Saalschutz, Dr. der Philosophie ff. I. zur Geschichte der Buchstabenschrift, in besonderer Beziehung auf Hebräer, Phönicier, Griechen und Aegypter. Miteiner lithographirten Tafel. Königsberg 1838. S. TILI. und 96. gr. 8. Geheimnißlüstern steht der Europäer vor den Wänden der Pyramide und des Obelisk, vor den Säütenschaften von Luxor, um die wirren Zeichen der Gedanken einer längst begrabenen Zeit zu entziffern, Zeichen, die dem stumpfen Bewohner des Landes keinen Blick abzugewinnen vermögen. Der durch klassische Studien'gewetzte Scharfsinn, die durch die Mathesis geübte Combinationskraft, die durch' naturwissenschaftliche Forschung geschärfte Beobachtungsgabe werden wechselseitig zur Hülfe-gerufen, um den Schlüssel zu suchen, der zu den verhüllten Geistesschätzen den Eingang eröffne. Wie weit dies gelungen, wie weit man den versteinerten Boten der Vorwelt die.Meldung abgewonnen, welche Fehde sich unter den Forschern über diese Schriftzeichen entsponnen, die vielleicht von blutigern Kämpfen sprechen, davon wird man hier keine Nachricht erwartenum. so mehr, da auch die vorliegende Schrift diese voraussetzt, und sich unmittelbar an die Resultate des jungem Oll ampollion lehnt, weshalb auch Mancher sie als Neuere Forschungen ignorirend anfthen wird. Der eigentliche Gegenstand sind die Fragen: wer hat die Buchstabenschrift erfunden? und in welchem Verhältnisse stehen die hebräische.