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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-04-06 · Heft 42 (6.4.1839) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 42 (6.4.1839)
Date
1839-04-06
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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II. Jahrgang. £ i t C V Ct t t f $ C $ ^0. II und homiletisches Beiblatt. Leipzig, dm 6. April 1839. Literatur. Bücherschau. Schulliteratur. (Fortsetzung.) No. 1. erfreut sich im Ganzen einer lebhaftem Darstelluugsweise; aber die einzelnen »Perioden sind nicht mit gleichem Fleiße behandelt, wofür wieder einzelne Bemerkungen , batren wegbleiben können. So die Anm. S. 3. über die 3monatliche Dauer der Jahre vor Abraham, eine'der lächerlichsten, längst beseitigten Hypothesen, da nach ihr z. B. Schelach in seinem siebenten Jahre den- Eber gezeugt hatte, und in der Sündfluth schon, der 10. Monat und 27. Tag namentlich erwähnt werden. (S. 36.) Die Geschichte der Richter, eine Periode von 250 Jahren wird auf einer Seite gegeben, diese für die Entwickelung zu einem staatlichen Leben so wichtige, an eigenthümlichm Zügen so reiche Zeit. (S. 64.) Die Darstellung der Geschichte Israels und Juda's durcheinander ist 'für Leser und Schüler verwirrend. Von der tiesern Bedeutsamkeit des Babylonischen Exils im jüdischen Leben kein Wort. (S. 114.) in der Besprechung. der jüd. sogenannten Sekten, werden die Karaim schon zur Zeit Johann Hyrkan's aufgeführt! Die hellenistischen Juden hätten in größere Bedeutsamkeit gestellt werden müssen, die sogenannten Therapeuten nicht übergangen. (S. 120.) Man kann Judäa unter Hyrkan noch nicht römische Provinz nennen, sondern nur in Abhängigkeit von Rom. (S. 130.) Die Ursachen des offenen Aufstandes gegen die Römer, die Geschichte des Römerkcicges, die Zerstörung Jerusalem's dieses laute Zeugniß in der Geschichte fü r die Juden, diese folgenreichste Begebenheit — und ihre Folgen werden auf iMSeiren erzählt! — (S. 136.) Eine erste Periode unsrer Religion bis zu Mosch als eine „größtentheils natürliche" anzunehmen, ist unstatthaft, und die heil. Schrift giebt keine Veranlassung dazu; die erste Offenbarung an Abraham, 12, 1. setzt noch weitere voraus. Eine dritte zwischen Mischna und Gemara hat nichts Charakteristisches für sich, da beide eine Evolution sind. Das, folgende ist blos trockener Auszug aus größeren Werks», wo won dem geistigen- Leben wenig Notiz genommen wird. Der Y. und letzte Abschnitt ist nur eine kurze Geschichte der Emanzipation, ohne auf die, inneren Bestrebungen nur einen Blick zu werfen:. Nr. 2. hat das Verdienst einer streng systematischen' Form, wie sie für einen Leitfaden erforderlich ist, eines klaren, wenn auch trockenen Ausdrucks, einer übersichtlichen Eitttheilung, einer, durchaus angemessenen Auswahl der Daten. Der kurze Abriß der Geographie Palästinas ist allerdings darum höchst lobenswerth, weil er die Aufmerksamkeit der Lehrer auf diesen Gegenstand zieht; an sich aber, ist ec ein magerer Auszug, der weder ein prägnantes Bild, noch eine gemächliche Auffassung erwirkt. Die Paragraphe über die Städte sind besonders zweckwidrig. Zum Schlüsse können wir nur die Lehrer uttfrev Conftssion ermahnen, auf dem tüchtigen Wege fortzuschreiten, den sie betreten, wozu ihnen Gott auch ein immer mehr begünstigendes und förderndes Publikum gebe. <, G. 33) Der Denunciant, eine jüdische Begebenheit aus neuerer Zeit, von W. Tugendhold. Wilno 1833. S. 139. 12. Es stehet uns sehr wohl an, auch auf die Blüthen einer ferneren Gegend ein freundliches Auge zu werfen, selbst wenn sie den strengen Anforderungen der Aesthetkk, wie sie in den höher gebildeten Theilen Europa's gestellt werden, nicht ganz entsprechen. Wir finden es häufig, daß da, wo ' .ein weniger künstlerischer, aber natürlicher Strom> quillt, zwar mancherlei Auswuchs, mancher Mißgriff der Form zu Tage gefördert wird, aber auch ein kräftigeres Urelement, eine freiere Bewegung des Gemüthes wirksam ist. Die vorliegende Erzählung leidet noch ^mehrfach an jenem oftgetadelten Schwulste des Ausdrucks, der den . deutsch sprechenden Polen ganz zu vermeiden unmöglich scheint, an jenem Anhäufen und theilweife falschen Gebrauche fremder Wörter und technischer Ausdrücke, in welchem sich ein jüngeres Erwerbniß kund thut; aber desto kräftiger ist ihr Inhalt, desto frischer das Gemüthsleben und die Empfindungen, und die, Freude an dem Besitze reiner Moral und Religiosität, wie sie sich kindlichfromm darin ausspricht, thut dem unparthelischm Beobachter recht wohl. Die Geschichte scheint Thatfache zu sein. Um so eher können wir uns denken, daß dieses Büchelchen für die dortigen Israeliten von großem Nutzen sein mußte, da cs dem nichtjüdischen Leser zeigt, wie oft auch in dem jüdischen Lager Angeber uqd boshafte Ver-. läumder.umhergehen, und die. in dortigen Gegenden oft erträumte Meinung, von festem Zusammenhalten der Juden unter sich eine irtige ist, dabei den Richtern die nöthige Vorsicht in der Annahme von Denunziationen predigt, und zugleich über mehrere in den dortigen Ländern noch gangbaren Vorurtheile Licht schafft. — Die Begebenheit ist in der Kürze diese: Ein rechtschaffener israelitischer Familienvater hat das Aemtchen eines Waaren-Expeditors erhalten, weshalb er von einem reichen Nachbar beneidet wird, wel-

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