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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-04-06 · Heft 42 (6.4.1839) · p. Seite 168

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 42 (6.4.1839)
Date
1839-04-06
Page
Seite 168 (sequence 2)
Language
German
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i68 Vorsehung damit beabsichtigen, Etwas müsse sie dabei , erreichen wollen. Und weil dieses Etwas weder eine erschlaffende Stagnation sein kann, .da es zur Hervorrufuttg eines Jnsichselbst Versinkens keiner aufregenden^ Elemente bedarf;>noch das Produkt dieser unlaugbaren Fermentation' ein hyperexcentrisches Embryo sein kann, dem alle innere Kraft zur Fortentwickelung mangelt, und. das npr den Todeskeim zur gänzlichen Selbsivernichtung in sich tragt, so muß dieses Etwas in der Mitte von beiden liegen, und sein Name ist: ein von der göttlichen Wissenschaft, durchdrungenes Judenthum. Dieses wird allen Forderungen entsprechen, die gerecht und begründet sind, undversöhnen alle Parteien, und vereinigen alle Verschiedenheiten. Allein dies ist eben der hyperorthodoxen Partei in Baiern ein verhaßtes Wort, dies dünkt ihnen der sündeerzeugende Apfel — und wohin soll dies führen? Magdeburg, 24. März. Unsere Erklärung wider den im Franks. Journal vom 4. und in der Hamburger Neuen Zeitung vom 9. enthaltenen Artikel ist von der letzteren vom 19. bereitwillig ausgenommen worden, von dem Franks. Journale aber unter, dem Vorwände .eine Polemik Über rein religiöse Principien nicht gestatten zu können, zurückgewiesen. Wir mögen dem gütigen Vorschläge dieses Blattes , gegen Entrichtigung der Jnsertions'gebühren unter die Privatanzeigen unsere. Erklärung aufnehmen zu lassen, nicht nachgeben, da uns Mittel zur Veröffentlichung genug zu Gebote stehen — erlauben uns aber, zu bemerken, daß eine Polemik über religiöse Principien etwas ganz anderes, als eine moralische Verdächtigung von Seiten anonymer Parteigänger, ist, und daß, wenn ein Blatt sich von jener freihalten will, eine noch viel größere Verpflichtung .steht, sich nicht zum Werkzeug dieser gebrauchen zu lassen. I^eueste theologische Streitfragen. II. Herrn Kohn's Vertheidigung wider Herrn Hirsche (Fortsetzung.) 5) Das. Herr Hirsch ereifert sich gewaltig überdas schreckliche Attentat, daß ich in Tyrol es wage den Ausdruck ans anders zu verstehen als die Rabbinen in Palästina und Babylon. Wenn man erwägt, daß die vom Talmud allegirten Bibelverse nichts beweisen, noch beweisen sollen, da es bloße Anlehnungen für rabbinische Verordnungen sind, es sich also hier um die Erklärung einer Schriftstelle handelt) die an sich ohne Einfluß auf das Gesetz ist, so wird man es wol kühn finden, daß ich von einem Rechte, das innerhalb der Synagoge nie Jemanden verkümmert worden, Gebrauch gemacht. Oder ist vielleicht der Frevel nur darum so groß, weil er in dem . biedern Tyrol verübt' wurde? Der Herr Landrabbine in Oldenburg hat Allerdings das Privilegium,- uns (in seinen 172L n-nin) Schriftecklärungen aufzutischen, die keinem palästinensischen Parrphrasien je geträumt. Die Propheten sind, übrigens ätter als die Rabbinen, und müssen wir uns über die Gebräuche ihrer Zeitgenossen zuerst bei ihnen Raths erholen. Aber Herr Hirsch rückte gegen mich mit 3 Mos. 13,45 und 14, 9 und glaubt mich schon rettungslos verloren. — Triumphiren Sie nur nicht zu bald, mein Herr, diese Stelle ist mir keineswegs entgangen, und — beweist nichts für Sie. Merken Sie auf! ösn bedeutet in -der heil. Schrift (meiner Meinung nach) ursprünglich: das Haupt entblößen, dann: 'entblößen durch Abscheeren des Haares, welches für einen Schmuck galt (2 Sam. 14, 26), und nicht nur beim Nasiräer (4 Mos. 6,7) sondern auch sonst z. B. Jer. 7, 29 "172, Krone genannt wird. Dieses Schmuckes beraubte sich nun der Aussätzige so wie der Trauernde durch's Scheeren. (Das Haar auszuraufen und sich eine Glatze zu machen (was Ausdruck der Verzweiflung) war verboten). Deßhalb kann ihm nun gar wohl so viel Haar auf drm^ Haupte.geblieben sein, haß ihm.3 Mos. 14, 9 füglich vorgeschrieben werden mag , es, so wie seine Augen b raunen abzunehmen. Haben Sie aber Geduld, inein Lieber, wir sind noch nicht fertig. Ich habe mich bisher in der Defensive gehalten; wie, wenn ich aber mit einem Male in die Offensive übergehe, und beweise, sonnenklar beweise, daß Herr Hirsch sich entweder nicht'die Mühe genommen, nachzuschlagep, oder mit seinem Citate (freilich in frommer Absicht!) eine arge Täuschung treibt? Nehmen Sie doch, mein Freund, ich bitte Sie, die Bibel zur Hand, und schlagen Sie,die Stelle'nach. Da finden Sie V. 8. „Der sich Reinigende.. ...scheere all sein Haar.......... und wohne außer seinem Zelte 7 Tage." 9. „Und am siebenten Tage scheere er all sein Haar, sein Haupthaar und seinen Bart und all sein Haar soll er abscheeren."' Wie will nun Herr Hirsch aus diesem Verse gegen mich argumentiren, daß der Aussätzige früher nicht geschoren gewesen, da er sich doch auf jeden Fall 7. Tage vorher all sein Haar hat scheeren müssen. Uebrkgens ist hier eigentlich gar nicht die Rede von Scheeren, und ein -ganz genauer, besonders streng talmudischer Interpret müßte übersetzen: rasiren, waShier unter nba nach der richtigen Erklärung und dem Talmud zu verstehen ist. Oder weiß Herr Hirsch nichts von der Mischna ö^i, die uns ausdrücklich 'lehrt, daß der Aussätzige feiner Pflicht nicht Genüge gethan, wenn er sich das Haar ohne Rasirmesser (Win 8>w) abgenommen, oder 2 Härchen;(nwp*n«). 1 stehen gelassen?.

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