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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-04-02 · Heft 40 (2.4.1839) · p. Seite 160

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 40 (2.4.1839)
Date
1839-04-02
Page
Seite 160 (sequence 2)
Language
German
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Tages-Eontrolr. .Die englische Frage. Ä8deres' Klima/ andere Krankheitsformen, andere^Wlmkttel! sagt schon Cornelius Celsus. Aber die Norm de.si Menschenthums ist doch in ^allenZonen dieselbe, und prägt einen, allgemeinenÄypus 'aus. : Diese Blatter haben ' bereits von den Bewegungen im Judenthume zu Philadelphia ünb ick Stt Thomas/ wie zu^Ärad und :Groß?,Canischa Berichte gebracht, l: . Sie sind im Wesentlichen überall dieselben, aber sie individualisiren sich dennoch an jeglichem Orte. Was neuerdings die Gemeinde zu London in Bewegung gesetzt, hatte bereits unsre Aufmerksamkeit auf sich gezogen (S. Nr. 1.). Die compakte Natur der Engländer verlangte sofort Bedeutendes, Greifbares/ Aber wir wissen "bereits, daß die Frage entschieden, daß die Bewegung beru-. higt, daß man' aber dennoch bemühet ist, reellen Nutzen daraus zu ziehen, indem man von der erwachten Energie kräftige Maßnahmen erwartet. Unsere Theilnahme wird daher zunächst durch: die Frage in Anspruch. genommen : auf welche Weise gelang marz dort.so schnell zur Befriedigung? Welche waren die Triebfedern, die zu diesem Zwecke in Anwendung^ gebracht wurden? Die Antwort .wird uns gegeben , wenn wir einen prüfenden Blick auf eine vorlie- 'gende Schrift.werfen, welche, wenn'wir. ihr auch, nicht den Einfluß zuschreiben, die ganze Frage gelöst zu haben, dennoch den in England herrschenden Geist -so charakterisirt, daß wir kaum über. die Resultate zweifelhaft sein können. Es ist die schon Nr^ 30 erwähnte Broschüre: A Word in Season from an Jsräelite to liis brelliern. London, 1839. gr. 8. S. 14. — Geben wir zuvor ihren Inhalt. Der Verfa'sser erkennt zwar den frühem Zustand als einen langen apathischen Schlummer an, befürchtet aber von der gegenwärtigen gereizten Stimmung Folgen trauriger Natur. Er will Niemanden beschuldigen, den StUrm angeregt zu haben, vielmehr glauben, daß Alle ihren Antheil daran hätten, fordert aber wechselseitige Schonung und Nachsicht. Dennoch aber fühlt er, daß unsere Zeit besser angewendet, und die Aufmerksamkeit der Masse wohlthätiger auf die Erwägung von Maßregeln, die unsere Lage zufriedenstellend machen würden) als sie jetzt ist, gelenkt werden Muß, als mit einander zu Hackeln (to grapple). „Der Frieden mehrerer Gerneinden unserer Glaubensgenossen, sagt der Vers./auf dem Continente, ist unglücklicherweise seit einigen Jahren durch den Wunsch eines Theiles ihrer Mitglieder, Aenderungen in unserm religiösen Systeme und dessen Observanzen zu bewirken, welche Andere aus dem Grunde' für, unzulässig halten, daß da keine kompetente Autorität, solche Aenderungen zu treffen, bestehe, gestört worden. Zn der Mitte dieser Diskussionen) sind die wildesten Vorschläge und Theorien untereinander astsgestreuet' worden, die zu ihrem Gegenstände die Enkfernungsedes charakteristischen Merkmals Oand-maL) der Religion ^unserer Väter haben." Um die Folgen hiervon zu erweisen, führt er aus der „Allg. Zeitz. deS "F uch en 1 h um s ". die Berichte über Glogau an, übertragt verschiedene Stellen derselben, und meint, daß jeder um einen solchen Preis keine Besserung selbst e-rkasifen möchte. Dieser Geist sei auch jetzt nach^ England gedrungen, und drohe mit denselben^.traurigen' Folgen.- ,-Zwnr könne das warme Interesse, das zu, den Forderungen .bewege, nicht den leisesten Zweifel an die Reinheit der Motive und Absichten v erregen, und die Ansicht der ehrenwerthen Männer sei, daß durch diese Aenderungen größere Gefahren abgewendet würden, welche sie bei dem Stillstehen 'in den gegenwärtigen . Formen voraussehen; aber man. müsse auch nicht vergessen, daß gleiche Reinheit und Gewissenhaftigkeit der'Absichten bei denen stehe, die sich den Aenderungen widersetzen, und - gleiche Befürchtungen von dem Umsturz der Gebräuche und Observanzen zu hegen seien, die so viele Jahrhunderte bestehen, und von Millionen unseres Stammes, noch immer geliebt werden. — Hierbei beruft er sich auf das warnende Beispiel des-türkischen Sultans, welcher -—nach dem Ur» theile bewährter Schriftsteller mit der Abschaffung der nationalen Gebräuche auch die Kraft der Türkischen Nation gebrochen. — Der Verf. will nicht die Aenderungen beurtheilen, welche gefordert werden,-/um so mehr, dcr hierüber auch, große Meinungsverschiedenheit obwalte, indem einige sehr gemäßigte Ansichten zu Tage bringen, welche Andere wieder für viel zu langwierig erklären. 1 Er will nUr -die-gegenwärtige Gährung beruhigen und zu jenem gegenseitigen guten Einverständniß zurückführen,' welches von unsrem Frieden und Glücke so unzertrennlich ist. . Der Verf. erinnert daran, daß die Existenz der Juden als eine gesonderte Genossenschaft mach so Wielen Zeiten und Kämpfen so einzig in der Geschichte dastehe, : daß! sie jedem in der heil. Schrift erzählten Wunder gleichstehe. Das Babylonische, Griechische und Römische' Reich, welche unser Volk in die Gefangenschaft führten, uns. zu vernichten alle Anstrengungen machten, und über , den Erdkreis uns zerstreuten, leben höchstens noch auf den Seiten dev Geschichte und in einigen Trümmern ihrer Städte, wahrend wir, die von ihnen und jeder folgenden Nation Zerstreuter und Verfolgten noch jetzt bestehen, und jene unverwüstlichen Wahrheiten, in unserer Verwahrung haben, aus d-nen allein sicher die Ursachen ihres Falls zu'erfahren sind, -und vor denen die. Weisheit der Weisesten zur Thorheit geworden.

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