Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 39 (30.3.1839)
- Date
- 1839-03-30
- Page
- Seite 39 (sequence 7)
- Language
- German
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39 bei der Lehre vom Schwa und Dagesch ein Mehreres erwartet, 'was jedoch dem Lehrer nicht schwer fallen wird hiyzuzufügen. Z — r. 29) Praktisches Elementarbuch zur Erlernung der hebräischen Sprache. Von S. M. Ehrend erg. Berlin 1839. S. II. und 106. 8.. 80) Anhang zu dem praktischen Elementarbuche ff. Von dems. S. 15. Wir können an die vorhergehende Schrift um so eher diese reihen, als sie auf praktischem Wege demselben Objekte zu Hülfe kommen. Allerdings legt der christliche Gymnasiallehrer alle diese Elementarbücher zurück, und bleibt bei seinem Gesenius stehen. Wie weit er hierin recht thut, wollen wir hier unentschieden lasten. Jedenfalls gehen seine Schüler im .vorgerücktem Alter an die Erlernung der hebräischen Sprache, nachdem sie schon durch die Grammatik des Lateinischen, Griechischen und Deutschen an scharfe grammatische Auffassung gewöhnt sind, und ihr Ziel Ist, dem Derständniß des Originals der heiligen Schrift guten Grund zu legem Ein Anderes ist es mit dem jüdischen Lehrer des'Hebräischen. Er hat es mit Kindern des zartesten Alters zu thun, mit Schülern jeden Standes, die oft kaum die grammatische Benennung der Falle, Geschlechter, Zahlen ff. kennen, und ec soll es zu einer lebendigen Kenntniß der hebräischen Sprache wo möglich bringen, die am liebsten auch zu eigenem Ausdrucke in dieser Sprache kommen möchte. Bedenkt man dabei, daß selbst in den jüdischen Schulen, bei immermehr erweitertem Gesichtskreise, bei immer mehr erweitertem Unterrichtsumfänge, die Zahl der hebräischen Unterrichtsstunden eher verringert als vermehrt wird: so wird man die große Notwendigkeit methodischer Elementarbücher einsehen, welche den Weg und die Mühe verkürzen, — und ihren Verfassern besten Dank wissen. Die Seidenstücker'schen Elementarbücher in der lateiru griech. und ftanz. Sprache haben einen großen Erfolg gehabt. Der Verfasser obgenannter Schriften wollte, soweit die Eigenthümlichkeit der hebr. Sprache es erlaubt, diese Methode auf die letztste anwenden. Auffallend mußte es uns sein, daß der ehrenwetthe Herr Verfasser nicht zu wissen scheint, daß Seidenst Ücker selbst (wir glauben 1836) auch ein hebr. Elementarbuch verfaßt. Es liegl uns nicht vor, aber die öffentlichen Blatter sprachen sich damals sehr gegen dasselbe aus, weil es von Fehlem gegen den Hebraismus ziemlich wimmle. Die verschiedenen Bedingungen bei der Hinzufügung des Adjektiv's oder Prädikats zum Substantiv, die Copula, die Pronominalsufstxe, die Forminalisirung, die gewöhnlichsten Adverbien, der «latus oonsiruetus, der Plural, die Comparation, die Pronomina, die Conjunktionen, werden in praktischer , stufenweiser Verfolgung in hebräischen und deutschen Uebungsstücken behandelt, welche letztere dann ohne vorangehende Bemerkungen von Nr. 18 bis 33 folgen. Hierauf kommt.das Zeitwort, von welchem jedoch nur die behandelt werden. Zu den^ Uebungsstücken wird dann ein Nummerweise geordnetes Wortregister gegeben. Die Beispiele selbst sind, wie man von einem so erfahrenen Praktiker erwarten kann, in reinem Hebräisch und mit sicherer Hand gewählt. Der Knabe, der diese Stücke durchgemacht, wird zugleich eine gute copia vocabulorum erlangt haben, die ihm bei der Lektüre zu statten kommt. Der Anhang ist zur Erleichterung des Lehrers die hebr^ Übersetzung der deutschen- Uebungsstücke. Nur Eines kann unfern Beifall durchaus nicht gewinnen. Dies ist, daß schon hier von Nr. 44 an zum Gegenstände der Stücke die römische Geschichte gewählt worden, und der Verfasser in der Vorrede in einem zweiten Theile für Geübtere die Fortsetzung der römischen Geschichte verspricht. Wir sind wahrlich in der Pädagogik durchaus nicht für einen ängstlich nationalen Standpunkt. Da aber in den Schulen hinlänglich die Geschichte des Alterthums' gelehrt wird, so können wir es nur billigen, wenn in lateinischen Uebungsbüchern, wie Döring's, die römische Geschichte behandelt wird, was aber soll diese in hebräischen? Der ganze Geist der römischen Geschichte liegt dem hebräischen Genius so ganz entfernt. Warum wählt "der geschätzte Verfasser nicht die makkabaische Geschichte , die Geschichte des Untergangs Jerusalems, die Geschichte der Zerstreuung der Juden, Gegenstände, die den Schülern gewöhnlich nicht sehr vertraut werden. — Auch der christliche Lehrer wird diese Uebungsstücke mit Nutzen anwenden können, indessen auch seine Schüler erfahren schon genug von der römischen Geschichte. Möchte der Herr Verfasser mit seinem Werkchen den Erfolg erlangenden es verdient, und den er erstrebe 31) Allgemeine 'Geschichte des Israelitischen Volkes. Von der Entstehung desselben bis auf unsere Zeit. Ein kurzer Abriß nach den vorliegenden Quellen und größeren Werken der Geschichte für die ersten Klassen israelitischer Elementarschulen und zum Selbststudium bearbeitet von Ephraim Millstätter, Rabbinats - Kandidaten und Prediger. Karlsruhe 1836, XXil, unb 221. 8*\‘ 32) Leitfaden beim Unterricht in der Geschichte der Israeliten von den frühesten Zeiten bis auf unsere. Tage, nebst einem kurzen Abriß der' Geographie Palästinas, für israelitische Schulen. Von M. El kan, israelitischem Lehrer. Minden 1839. S. IV. und 140. Es sind in den neuesten Zeiten Bedürfnisse hervorgetreten, von denen frühere keine Ahnung hatten. Und gerade daß diese Bedürfnisse dringend und mahnend geworden, beweiset den trefflichen Umschwung, welchen die Sache unserer Glaubensgenossen genommenmehr als Etwas. Unter diese gehört denn ganz' besonders. die geschichtliche Aufklärung über das Judenthum. Ursache und Wirkung stehen da in wechselseitiger Förderung^ 'Das im Judenthume erwachte Bewußtsein verlangt nach der Geschichte desselben, um in derselben zu fußen, und hinwiederum wird durch die Geschichte unserer Religion und unsres Stammes das Bewußtsein im Juden als solchem begründet und gestützt. Zugleich schärft die Geschichte den Blick der Beobachtung, und. indem sie Wandlungen, durch