Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 39 (30.3.1839)
- Date
- 1839-03-30
- Page
- Seite 38 (sequence 6)
- Language
- German
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für unser Vaterland. Es ist zu bedauern, 'daß die Brüder die Wissenschaften jetzt verlassen haben. Eugen ist noch sehr jung gestorben, vor einigen Zähren. Olinde. ist Kaufmann. Fragen wir uns nun über die Aussichten der Literatur, deren Abriß wir gegeben: >so ist es zwar wahr, daß die Juden, je mehr sie in Frankreich Bürger.^Landes geworden, in keiner Beziehung mehr einer besonder» Literatur bedürfen -7außer der religiösen. Wir haben nur noch drei Zweige zu bearbeiten: Dogmatik, hebräische Sprache, Geschichte der Literatur. Die Augen unsrer Philologen müssen übrigens auf Afrika gerichtet sein, wo neue Bestimmungen sich vorzubereiten scheinen. * * * . Bücherschau. Schullrteratur. 27) Elementarisch - psychologische Vor - und Nachschule der Religion nebst einer allgemeinen und fpeciellen Einleitung in die mosaische Religion, für Lehrende und Lernende.. Oder: praktische Anleitung zum eigentlichen Religionsunterrichte in allen vier Schulcursen. Herausgegeben von A b r a m V 0 § niel. Tübingen 1838. S. XIV. und 269. 8. Hatte der Verfasser seine Schrift mit dem einfachen Titel: Materialien zum Religionsunterrichte — versehen, so würde ein Jeder gewußt haben, was er darin zu suchen, so würde das Merkchen bescheiden' .seine Stelle in der religiöspädagogischen .Literatur eingenommen, ja vielleicht schnell Abnehmer gefunden haben. So aber — wird ein hochklingender Titel, zum Theil unverständlich, zum Theil zweckwidrig, hingestellt, und der beschäftigte Leser übergeht die Ankündigung und vergißt sie bald, da er sich nichts Bestimmtes darunter dachte. Dem Verfasser fehlt es noch ganz an Klarheit der Gedanken, an Geschick, in der Form, an Bestimmtheit des Ausdrucks, ja an Richtigkeit der Sprache« Das Merkchen enthält viel Überflüssiges, viel Halbklares, Halbwahres und Unvollendetes. Und 'dennoch — hat es seinen Werth, dennoch wünschen wir es von Seiten der Lehrer unserer Confession nicht übersehen, denn sie mögen recht, oft davon Gebrauch machen;können. Wir müssen dem Verfasser einen warmen Eifer für sein Fach zuschreiben, wir müssen an ihm Sinn für pädagogische Ausbildung rühmend anerkennen, und seinen Sammlerfleiß beloben. % Er scheint Autodidakt zu fein, und das ist eben, was seinem Werke anklebt. — Wir können uns auf eine nähere Darlegung hier nicht, einlassen, wol aber mache eine übersichtliche Inhaltsangabe dem Leser klar, wozu er es benutzen könne. Unter Nr. I. „Vorschule des Vor- und Nachsprechens" wird uns zuerst eine große Anzahl gereimter Sprüche und Lieder für Kinder von 6 —8-Jahren gegeben; alsdann eine aufsteigende Reihe von Sätzen, enthaltend die Eigenschaften Gottes, mit oft schlechten Versen versehen; .dann 38 wieder eine Sammlung von Gedichten unter den Rubriken „die Natur als Beweis vom Dasein Gottes," „Gort, Einheit, Unkörperlichkeit 'ff. der Mensä) ff." die oft viel zu schwer für das Alter sind, für welches sie hier zusammengestellt worden, und zu denen spater Geschichtchen kommen. Hierauf folgen eben solche über „Haus," Schule, „Gemeinde," „Volk und Vaterland," „gewöhnliche Fehler der Kinder," endlich eine höchst magere Rubrik „Israelitische Religion und Kirche,"' die nur aus einigen Schriftstellenzahlen und zweien Geschichtchen besteht. Nr. IL führt den Titel: Akcoamatische Vorschule der Religion," aus 6 § auS Bilsingers Religionslehre entlehnt — gänzlich verfehlt, ungenügend, nichtssagend. Hl. „Katechetische Vorschule der Religion," eine Reihe Fragen über Körper und Seele, zu aphoristisch. Hieran schließt sich eine „Einleitung in die mosaische Religion," die sich auf dem gewöhnlichen Gebiete der.Religionslehrbücher bewegt, aber manches Sonderbare, Unklare und Unbedeutende enthält. Der Anhang, ein Schema über die Anwendung von Krummachers Parabeln, hatte ganz wegbleiben können, denn jedem Lehrer muß die Einsicht sein , diese zweckmäßig auszuwählen. Brauchbarer wieder ist die Sammlung von „Erzählungen, Parabeln und Fabeln," besonders aus den Midraschim, womit das Werk schließt. Ein jeder sieht hieraus-—?und darum waren wir etwas weitläusig — daß Manches recht brauchbar ist; dem Lehrer Materialien in die Hände liefern, heißt, ihm seine Arbeit sehr erleichtern. Aber was vielen älteren Lehrern unseres Glaubens noch fehlt, ist der „Takt," der allerdings nur auf guten Seminarien durch das lebendige Wort und Beispiel geweckt, und durch das Studium nicht einseitiger Parthieen der pädagogischen Literatur genährt wird. Z — r. ' 28) .rp-isy “puib •’pm iWTprt -ivv. Elementarbuch, oder gründlicher grammatikalischer Unterricht im Lesen und in der Flexion in der hebräischen Sprache. Von L. Presburger. Mit einem Vorworte vonvr. I. M. Jost.. Frankfurth am Main, 1839. S. IUI. und 208.8. Dieses Merkchen ist allen Schulmännern dringend zu empfehlen, indem es vollkommen geeignet ist, die Grundregeln des hebräischen Lesens und der hebräischen Flexion dem Schüler leicht und dauernd beizubcingen. Wer da weiß, wie schwer das richtige Lesen des Hebräischen ist , und wie verworren dem Anfänger die hebräische Flexion erscheint, wird dies zu schätzen wissen. So, um nur Einiges hervorzuheben / ist -es höchlichst zu billigen, daß gleich sämmtliche Klassender Zeitwörter bei jeder einzelnen Eonjugationsform abgehandelt worden, weil dadurch dem Schüler die Verschiedenheiten viel'einleuchtender werden, als wenn er die tPEbtt) und dann die verschiedenen ü^ön ö^lria und nach einander erlernen soll. So hat Herr P. das Zuviel und Zuwenig in dem Wörtervorrath angemessen zu treffen gewußt, und dem Lehrer dadurch trefflich in die Hand, gearbeitet. Die Fürwörter sind dem Schüler sehr anschaulich gemacht, und werden ihm auf diese Weise desto mehr Vergnügen verursachen, je weniger Schwierigkeiten er in ihrer Erlernung findet. Allerdings hatten wir