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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-03-30 · Heft 39 (30.3.1839) · p. Seite 157

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 39 (30.3.1839)
Date
1839-03-30
Page
Seite 157 (sequence 3)
Language
German
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lo7 ihm Alles so haarklein zerlegt werden muß. '2 PN wird die Frage aufgeworfen, ob mm keine Schuhe anziehen dürfe? und nach manchen vergeblichen'Versuchen unentschieden gelassen, wahrend ihm dieß in unserem Traktate mnöffi V, IQ mit Bestimmtheit untersagt wird. Wenn er aber geradezu der Gemara widerspricht, z. B: in der Trauer das Abnehmen des Lippenbartes e. VH. verbietet, was die Gemara 'a rr> p'b (welche Stelle auch Herr Hirsch auf die Trauer beziehet,) ausdrücklich erlaubt,, darf ich noch nicht mit sagen Kitt ihn noch nicht als apokryph bezeichnen? 4) Das. Wenn ich zur Bestätigung meiner Behauptung, daß es/früher in Israel und bei den Nachbarvölkern Sitte gewesen, in der Trauer das Haar zu scheeren, mich auch auf das Beispiel Hiobs (1, 20) und des erbeuteten Mädchens (5. Mos. 21, 12) berufe, so wird es Niemand befremdend finden, wenn diese auch nicht Juden waren. Demjenigen, der sich übrigens in Bezug auf das Haarscheeren des erbeuteten Mädchens an die Erklärung der Nabbinen halt, kann ich freilich nichts anhaben; aber wundern muß es mich, wie Herr Hirsch mir die Frage stellen kann: „War Hiob ein Jude?" Warum gilt denn dem Talmud sein Benehmen als Muster, und werden aus demselben ^2-n"2 p'b Berhaltungsregeln entnommen? Die Rabbinen müssen demnach seine Sitten und die seiner Freunde für jüdische oder den jüdischen ähnliche gehalten haben. mm *"D. will sogar ('« jsfb üö). aus eben der Stelle (Hiob I, 20) beweisendaß nr^-ip stehend vorgenommen werden müsse, und es wird nur eingewendct, daß Hiob auch etwas Ueberflüssiges gethan haben könne, so wie er ja auch sein Haupt geschoren, obwol dieß eine sebc^sondecbare Bezeichnung einer verboten sein sollenden Handlung ist. Jec. 41, 5 meint Herr Hirsch beweise gleichfalls nichts-, weil sie sich dort auch Einschnitte gemacht gegen die Tora, folglich „unjüdischr Sitten beachtet." Allerdings äußerten sie ihren Schmerz auf eine zu rohe durch die Religion verbotene Weise; allein daß diese nicht blos ein gewisses Zeichen der Trauer verbieten, sondern das Gegentheil als Trauerzeichen vorschreiben soll, will mir gar nicht einleuchten.' Noch auffallender ist es, daß 4>ie Gemara öü p'b das pflichtmaßige Zerreißen der Kleider beim Erblicken der zerstörten Städte Iudäa's erhärtet durch das Beispiel von'Männern, „die unjüdische Sitten beachtet." Was will man aber sagen zu der Ausrufung des Propheten (Jer. 7,29.) ■o,»btßiTi na „Scheere ab deine Haarkrone und wirf sie hin?" was nach dem ganzen Zusammenhänge nichts Anderes sein kann als eine .Aufforderung zur Trauer, wie es auch Kim.chi mit Beziehung auf die Paralletstelle Mich. 1, 16.; erklärt? Fordert der Prophet des Herrn auch auf zur „Beachtung unjüdischer Sitten?" (Fortsetzung folgt.) Briefe des Herrn Dt-. Loewe aus dem Oriente. Dritter Brief., Nablous Ende Iuli's 1838. p'bb ribpn arm 'n ünb “nia ü2w (Fortsetzung.) Ich schrieb nun einen Brief nach Beyrout an den dortigen > englischen Consul Herrn N. Moore und einen zweiten meinem Freunde Clot'Bcy, dem Leibarzte Mouchamad Ali'S, um sie von ' meiner Lage zu benachrichtigen. Bis eine Antwort cintreffen würde, streifte ich nun in der Umgegend Acre'S herum. < Zuerst ging ich nach Chaifa, welches drei Stunden von Acre entfernt ist. Dieser Ort liegt am Meere und ist aus diesem Grunde von einem englischen, einem französischen und mehren anderen Konsuln bewohnt. Hiehcr haben sich während der Unruhen die größten Familien aus Tabaria geflüchtet, denn es hieß, daß die Drusen von Zafed dahin sich, wenden würden. Ihre Wohnungen sind sehr elend, vier bis fünf Familien leben in einem Zimüier, und selbst zu den nothwendigsten Bedürfnissen wird ihnen kein Ort vergönnt. Abends besuchte ich den englischen Consul, Herrn Malagambu, der mir sogleich in seinem Hause ein Zimmer und ein gutes Bette anwies. Der berühmte Berg Karmel ist eine halbe Stunde von hier entfernt. Am Fuße desselben erblickt man eine schöne Höhle, in welcher Eliahu verborgen gewesen sein soll. Neben derselben ist eine Kirche erbaut, und auf der Spitze des Berges ein schönes Kloster. Sogar die Steine wurden hier gezeigt aus denen der Altar erbaut gewesen sein soll, aufirvelchem unsere heilige Religion über die des Baal den Sieg davon.trug. Der Berg ist sehr fruchtbar, schöne Gärten erblickt man auf allen Seiten, und auf demselben har man eine herrliche Aussicht über das ganze Meer. Als ich gegen Mittag zurückkam traf ich einen Janisiaren, wie er eben im Begriffe war einem armen Israeliten seinen Esel, sein letztes Gut zu rauben. Er sagte er thue cs auf Befehl seines Herrn, des französischen Consuln. — Welch ein Abstand! in Europa erklärt der .König der Franzosen der Schweiz den Krieg, weil man einem Israeliten den Aufenthalt daselbst nicht gestatten wollte, und hier befiehlt sein Consul, daß einem armen Israeliten sein Letztes genommen werde. - Mag nun auch der Diener eigenmächtig gehandelt haben, so hat er doch immer den Namen seines Herrn dabei benutzt und vollends kann dies zum Beweise dienen, welches Elend der Israelit früher hier erduldet haben muß, da jetzt nachdem Muckamed Ali eine so hohe Cwilisarion hier eingeführt haben soll, noch viele solcher Gewaltrharen frei verübt werden. Ibrahim Bascha sogar antwortete kurz zuvor auf eine ähnliche Beschwerde über einen an einem Js- ' raeliten verübten Raub, bei welchem dieser noch hundert Stockschlage obendrein erhalten chatte, daß man ganz recht gethan habe. >7-- Bei meiner Rückkehr wünschte der Consul, daß ich so lange bei ihm bleiben möchte, biö die Antwort eines meiner Freunde angelangt sei. - Ich schlug dieses jedoch aus mit der Bemerkung, daß cs eine Beleidigung für Sign. Fknzi sei, wenn ich ihn jetzt verließe^ da er der erste war der mir sein Haus angeboten hatte; doch, fugte ich hinzu, er würde wir eineti wichtigen Dienst leisten 'wenn er mir einige hundert Piaster vorschicßen würde. Er erklärte sich bereit dazu, und versprach mir diese Summe zu übersenden, wenn ich ihm nach einigen Lagen einen Boten schicken

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