Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 38 (28.3.1839)
- Date
- 1839-03-28
- Page
- Seite 152 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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152 dazu auf. — Endlich No. 1üZ, vom 22. Dez.' bringt uns das jüngste. .Schreiben Tsarphari's, dessen Sie schon iy No. 16 d. Erwähnung gethan^ 'Sein Gegenstand ist abermals die^ Beschneidung, und cheruft'ec sich darin auf einen Bericht in der Allg. Zeit. des Judenthums aus Warschau^ und auf einige neuere Fälle in Paris und Metz, wo^ von er einen nahmhaft macht, und schließt, mit folgenden Worten: „Warum will man nicht, von den Beschneidern hierzu ein Zeugniß einer medizinischen ■ .Fakultät fordern? Warum will man nicht ein Alter für sie. feftsetzen, wo sie ihre Funktion nicht mehr ausführen dürften? warum, will man ihnen nicht den Gebrauch der Naget auf dem'Körper unsrer Kinder verbieten? Die Autorität des ^Talmud hört . auf, wo die Rechte der Menschlichkeit anfangen.' Man wird mir antworten, daß das Centralconsistorium die Initiative dieser Maßregeln ergreifen müsse. Aber ich will mich mit dieser Behörde nicht beschäftigen. Sie ist so Lief gesunken, daß es unmöglich ist, in anständigen Ausdrücken von ihr zu sprechen/' — Dies ist der Stand der Angelegenheiten, der jedenfalls, dem .unparteiischen Beobachter Kummer verursacht. Die, öfters zügellose Heftigkeit des Angreifenden einerseits; die Todtenstille der Angegriffenen, die selbst< den vernünftigen Rathschlägen nur Indolenz entgegenstellt, macht Einen mißmurhig und unbehaglich. .Möge es sich bald zum/Beffern gestalten! B e l l et t i ft L k. Bruchstück aus: Le Roi des paysans par Jean Czynski. ' (Fortsetzung.) — Ihr vergesset euch, ehrwürdiger Pater, sagte er, an mir ist es, die Instruktion zu leiten, ich werde schon mein Amt erfüllen. — Ich bitte um Verzeihung, erwiderte der Pater, sich demüthkg neigend/ mea culpa, mea culpa. Aber es regt mich auf) zu sehen wie dieser verbrecherische Jude den Unschuldigen spielt, während Zeugen mit ihren Augen gesehen, daß er das Christenkind ermordet hat.;— Ja, ja,. er ist der Mörder. Ich habe es gesehen, schrie eine Frau von einem etwas befferm Aussehn als eine Bäuerin. — Ich auch, ich habe es gesehen, und das Geschrei des Kindes gehört, fügte ein Mann hinzu, der wie ein armer Bürger aussah. Die .Unterbrechung des^ Pater Martin, die Erklärung derbeiden Zeugen, veränderten die Stimmung der Zuhörer, welche schon angefangen hatten, Mitleid, mit den beiden Angeklagten zu haben; alle Blicke wandten sich auf das Weib und den Mann, die wiederholt ausriefen: .Mörder sind es, Meuchelmörder! . . / / / ' — Wie ist Euer /Name? fragte der' Kchstelkan^ö'äs , Weib. — Ich heiße Katharina, bin vierzig Jahre alt, und die Frau von Valentin, dem Organisten Ln der Kirche des Pans von Wola. — Was habt ihr gesehen? Erzählt. — Ja, mein Herr. Eines Morgens sagte ich zu meinem Mann: Valentin; steh auf, wir wollen nach dem Walde von Lobzow gehen, wir. wollen einen Korb voll Haselnüsse sammeln, welchen wir zu unserm Herrn-tragen wollen, er wird uns ein Trinkgeld geben. Valentin war's zufrieden; alsbald machten wir uns auf den Weg, und nach einer halben Stunde waren wir in.voller Arbeit; bald darauf, hören wir plötzlich das Geschrei eines Kindes, wir kehren uns um> und bemerken einen alten gekrümmten Juden, neben ihm ein junges Mädchen; in der Entfernung konnten wir nicht erkennen,, was sie machten.. Das Kind schrie immer fort, daß es .Einem die Brust zerriß. Mein Mann wollte naher gehen, aber ich sagte zu ihm: was geht es dich an? Es ist ein Judenkind. Wir fuhren fort, Nüsse zu sammeln. Nach einigen Minuten hörte das Kind, auf zu schreien, und wir sahen die Juden auf ihren Schlitten zurückkehren. Erst spatererfuhren wir, daß diese Elenden ein Christenkind gemordet. Der Mann wiederholte Wort für Wort dieselbe Zeugenaussage, mit so vieler Sicherheit und so genauen Angaben, daß die Menge, noch eben bereit, die Angeklagten los,- zuspcechen, jetzt sie innerlich verurtheilte. — Seht, mein Herr, seht die Angeklagten,, schrie der Pater Martin, sie sind nicht mehr so unverschämt; seht, wie sich ihr Verbrechen auf ihrem bleichen Antlitz aus drückt! In der That, eine so förmliche, ffo genaue Anklage, hatte das Blut der Beschuldigten erstarrt-, aber was dem Pater Martin so viele Freude verursachte , brachte Bestürzung unter die Richter. Jacob von Melchtin, traurig und unruhig, näherte sich dem Kastellan, und flüsterte ihm/einige Worte zu. . Hierauf ließ dieser diese Fragen folgen. — Seid ihr ganz sicher, daß dies dieselben Juden sind? — Oh, ganz gewiß; es ist dasselbe, schwarze'Kleid, die weißen Haare, ein Bart bis auf die Brust .... ja wohl ist er es. — Habt Ihr euch nicht über diesen Ju Sen in Etwas zu beklagen, hat er Euch nichts Böses gethan? — Nein, .ich kenne ihn nicht,' ist es nicht so, Jude, du siehst mich zum ersten Male?