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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-03-26 · Heft 37 (26.3.1839) · p. Seite 148

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 37 (26.3.1839)
Date
1839-03-26
Page
Seite 148 (sequence 2)
Language
German
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148 Wort zu verlieren, und auf den bisherigen Gang, den wir in der-besprochenen Angelegenheit, genpmnten., hinzudeuten; wol / aber geziemt 'es uns, folgendes ernste Wort hierbei zu sprechen-: v vx 'Cv v - <v-v ■ \ >. .. i Wir müssen alle Diejenigen für die wahren, bewußten odev unbewußten, absichtlichen oder irrenden, Feinde des Judenthums halten, welche, im Collisionsbereiche des Judenthums und der Zeit, anstatt den Permittelungsweg zu beschreiten, anstatt den geistigen Inhalt zu potenziren und von da aus die einheitlichen Formen in ihrer Nothwendigfeit bewahrend, in ihrer Schärfe aber abschleifend, das Judenthum in seiner Selbstständigkeit zu retten, und zugleich der Weltbildung und Wissenschaft zu nähern, dasselbe, entweder auf der Seite des Radikalismus, oder auf der Seite des Ultramontanismus zu den Extremen drängen, und es auf eine Bedingung sine qua non stellen. Diese, wie sie der Wahrheit entfremdet sind, wollen das Judenthum der Vernichtung zuführen. Es wird ihnen nicht gelingen! Sie sind Beide Zeloten! Und den Zelotismus verbannte einst schonder Talmud, und rühmet das Gegentheil an der Schule Hillels, der die Obhercschaft verblieb. Das Judenthum,ist ein Gebiet, aus dem jeder Schritt mit bürgerlichen Vortheiley verknüpft ist. Die äußersten Extreme predigen, die nicht einmal in ihm liegen, die erst hineingetragen werden, heißt: die Gewissen abstumpfen, um ihnen die Entfernung leicht zu machen." - Wir haben heute dieser Erklärung nichts weiter hinzuzufügen, als daß wir bei vorkommender Gelegenheit, alle Mittel anwenden werden, die verkappten Verleumder der Anonymetät zu entreißen. Literarische Nachrichten.- Berlin, 10. Marz.' (Privatnn'tth.). Dr. Zunz schreibt ein Supplement zu ätz Rossi’s Dizionario, der vor Kurzem von Hamb erg er in'S Deutsche .'übersetzt worden. Man weiß, wie ndthwendig dies ist. (Sicherlich wird cs doch in Form dieser Uebersetzung anpaffend erscheinen. Unsere Wünsche hierbei haben wir in einer, in, nächster Woche abzudruckenden Kritik der Hamberger'schen Uebersetzung ausgedrückt; vielleicht stimmen sie mit den Ansichten des Herrn vr. Zunz überein, und würdigt er sie der Berücksichtigung. D. Redakt.). Wien,. 1. März. (Priv.atmittb.). Von dem rühmlich st bekannten Rabbinen.CHorin in Arad soll nächstens ein neues intcreffantcs Merkchen über die Eifenbahnfarthen und das Musiciren am Sabbat erscheinen; der Rabbi findet beide nach dem Talmud erlaubt.' Der Rabbinatscandidat Leopold Löw, Verein der ehemaligen Universal-Kirchenzeitung einige historisch-kritische Beiträge über den Geist des Talmuds geliefert, sucht in einem Anhangs dieses WerkchenS zu beweisen, daß daS Musitverbot im Essenismus zu suchen sei, und daß schon die Gemara des Verbotes wahren Grund nicht kannte. 'In einer Episode wird erwiesen, daß die Essener allerdings im Talmud, und zwar unter dem Namen Vorkommen, eine Entdeckung, welche der Vers, mit hinreichenden Belegen gerechtfertigt haben soll. Magdeburg, 17. Marz. Angekommen: die Schluß-Lieferung der Veit'schen Bibelübersetzung, worin der Daniel und Esra von Fürst, die beiden BB. der Chronik von Zunz, alles Uebrige von Arnheim und Sachs geliefert worden. — „Gotteshaus und Gemeinde in ihrer gegenseitigen Beziehung." Zwei Reden von Salomon Pleßner. — Belletristik. Bruchstück aus: Le Roi des paysans par Jean Czynski. (Fortsetzung). Ich bin geboren-in Spanien, in Madrid; dort übte ich die Arzneikunde aus; meine Studien, meine große Praxis, günstige Ereignisse verschafften mir einen solchen Ruf, daß die größten Herren mich gern um Rath fragten, wenn sie unzufrieden waren mit ihren gewöhnlichen Aerzten. Der König selbst, Alphons Xll., würdigte mich rufen zu lassen; durch einen Sturz vom Pferde schwer verwundet, verstanden seine Aerzte nicht ihn zu heilen; ich'legte auf die. Wunde einen heilsamen Balsam, sie vernarbte, und der König befand sich besser nach Verlauf einiger Tage. — WaS geht uns das an? unterbrach ihn der Pater Martin; was kann dies für eine Verbindung mit dem Morde des Kindes haben? — Ich werde dahin kommen, mein Herr, erwiederte Ben-Himmel. — Lasset ihn sprechen, sagte der Kastellan, unterstützt durch die Stimme derer, welche nicht eingenommen waren gegen die Juden. — Gut, sagte ich zu mir, fuhr Ben-Himmel fort, das Glück lächelt Dir; aber indem, ich dies sagte, brachte man mir die Kunde, daß ich lebendig verbrannt werden sollte. Die Aerzte, neidisch auf meinen Erfolg, hatten das Gerücht verbreitet, daß ich mich mit teuflischen Künsten beschäftige, und daß ich' den König durch Zaubereien geheilt. Schon war ich gebunden und dm Henkern überliefert, als der hochherzige Monarch mich begnadigte, indem er das Todesurtheil in eine ewige Verbannung verwandelte. Meine Herren, ich hatte eben angefangen, das Spanische recht leidlich zu sprechen. ' . Ich begab, mich nach Frankreich; ich kannte weder feine Sprache, noch seine Sitten; in Paris angekommen, sprach ich zu mir: Ben-Hrmmel, deine Wissenschaft hat dir Lein Glück gebracht, verlasse die' Wissenschaft und wähle einen Stand, der dir zu leben gestattet, ohne den Neid der gelehrten Doktoren zu erregen. Damals schmückte man sich am Hofe Philipp des Langensehr gern; Damen und Herren trugen, gestickte Kleider; ich sprach zu 'mir: Ich habe 'Kinder, ich will Stoffe kaufen, und wir wollen sie noch .schöner sticken als die Pariser können. Wi? versuchten so unfern Unterhalt zu gewinnen. Anfangs ging es schlecht; mit der Zeit vervollkommneten wir unsere Arbeit. Bald war meine Waare gesucht; das Kleid, welches die Königin

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