Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 36 (23.3.1839)
- Date
- 1839-03-23
- Page
- Seite 34 (sequence 6)
- Language
- German
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34 Lasset uns nunmehr auf die Noten des Herrn C. einen Blick werfen um daraus zu entnehmenwie viel Ansehen, GeWiAt Und Glaubwürdigkeit kt den ö Müchern Mosss zu< T^ew wewen laßt. 'Ueber die ^Erzählung 6«nesis II. 37 daß" Gott den siebenten Tag gesegnet und geheiliget hat, bemerkt Herr C. die Zahl T beziehe sich auf bfe Sternkunde der Alten, welche nur 7 Himmelskörper kannten. Will man diese Bemerkung gelten lassen, so folgt nothwendig daraus, entweder, daß Gott selbst die wahre Anzahl der Himmelskörper nicht kennt, oder, daß Er den siebenten Tag schlechterdings nicht gesegnet und geheiligt hat. Sowie nun Jenes undenkbar ist, so führt dieses auf eine offenbare Verlaügnung des Textes selbst, welcher auf diese Art dem Schöpfer etwas zuschreibt,, das ihm nicht zukommen kann. Eine ähnliche Folgerung müssen wir auch aus der Note (Lxollus XIYi 4) ziehen: welche so lautet: Nach biblischen oder orientalischen Beg riffen ist eine Rache, die man an seinem Feinde nimmt, der Gegenstand eines Ruhmes. Da der Text behauptet, Gott selbst habe durch Pharao's Ersaufung sich rühmlich zeigen wollen, so sind wir auch hier zu schließen genöthkgt, entweder, daß Gott nicht weiß, worin der wahre Ruhm besteht, oder daß die heilige Schrift ihm fälschlich ein solches Gefühl zuschreibt. '— Es ist zu merken (sagt die Note zu Num. XXY. 13), daß indem das erbliche Privilegium der Priesterschaft der Lohn eines Mordens gewesen ist, das Privilegium der levitischen Kaste eine Belohnung des Gemetzels war. Mord-, thaten und Gemetzel belohnen ist nicht nur der Heiligkeit, Weisheit und Gerechtigkeit. des höchsten Wesens zuwider, sondern gereicht auch jedem irdischen Gesetzgeber zur Schande. Es lüget also, nach Hrn. C. der Text, welcher der Gottheit eine so ungerechte That zuschreibt, und weil nun diese Maßregel keine andere als Mosi'm allein zum Urheber hat, so beschuldigt Herr C. diesen Letztem der unmenschlichsten Grausamkeit und des verwerflichsten Nepotismus. — Die Verordnung des sabbathischen Jahres .(sagt er Lmt. XXV. 21) ist weder ausgeübt worden, noch in sich ausführbar. Nachdem aber die Geschichte beweiset, , daß diese Vorschrift wahrend des zweiten Tempels (f.. Maccal). Lib..I. cap. 6. v. 49) wirklich ausgeübt wurde, so ist die Behauptung falsch, sie wäre unausführbar gewesen. Uebrigens würde ein Gesetzbuch, welches unausführbare Verordnungen enthielte, einen unweisen und unvorsichtigen Gesetzgeberverrathen. Der Einwurf (sagt er,Num.XI.31) gegen, eine solche unzählbare Menge Wachteln in e.jyem so engen Raume fallt von selbst, nachdem es sich hier handelt, blos ein Wunder und nicht eine historische That zu erzählen. Also ist nach ihm ein -Wunder kez,ne historische ^Thatä daher überall wo.,die /.BM eine^ WsindötH A^dullg tHt, Hy sich ^k»emüht ,^ es ’ aufXeine natürliche "Ärt zu erklären. Auch der Versank der Note zum Cap. XX. des 2. Buchs der Könige, (s. Tom. YIII. p. 4) will durchaus keine Wunder zugeben. Wenn gleich die Wunder nach den Grundsätzen unserer Religion keinen untrüglichen Beweis für ewige Wahrheiten abgeben können, so steht doch ihre Derlaugnung in soweit mit unserer Religion im Widerspruche, als das Judenthum die Möglichkeit, ja die Wirklichkeit der Wunder anerkennt, durch welche es der göttlichen Weisheit, gefallen hat, die Glaubwürdigkeit der Geschichtswahrheiten zu bekräftigen und über alle Zweifel und Bedenklichkeit hinwegzuse-tzen. Zch kann hier noch eine Bemerkung nicht unterdrücken, die sich mir von selbst - aufdrangt.. Diejenigen, die von dem Wahnsinne ergriffen sind. Alles,'was die Meister als wahr und heilig betrachten, rund abläugnen zu wollen , pflegen sehr oft sich selbst, zu widersprechen. Herr E^giebt sich alle mögliche Mühe, die biblischen Wunder zu gewöhnlichen Naturbegebenhelten zürückjufühten, - ihm gklt^ die Geschichte von der Verschlingung Korah's -und seiner Rotte (Nun,.'XYI. 32) eine bloße dramatische Scene, jene der Eselinn Bileams (ibid. XXII. 23) ein poetisch es M'a h c ch en; sogar die Aufzählung der Individuen, aus welchen das Volk Israel in der Wüste bestand, enthält, nach seiner Meinung, (Num. XXYII. 62) nichts historisches, blos weil jene sich immer gleichbleibende Anzahl ungewöhnlicherscheint. Und doch bestätigt Herr C. auf einmal die Wahrheit eines Wunders und zwar eines sehr erheblichen. Zur Stelle der heiligen Schrift, (Exod. XVI. 19) wo. das 'Herabfallen einer doppelten Portion Manna am 6. Wochentage erzählt wird, bemerkt er: dies ist das größte aller Wunder, indem es 40Jahre hindurch alle' 7 Tage erneuert wurde. Ich will diese Worte nicht als eine Ironie nehmen, ob mich gleich die übrigen Noten dazu berechtigen könnten. Vielmehr werde ich nur bemerken, daß sobald Jemand das Dasein eines einzigen Wunders zugiebt, er keinen Anstand mehr haben kann, auch tausend andere anzuerkennen, die in eben und demselben Buche unter gleichförmigen Umständen und mit gleichen Zügen und Zwecken aufgezählt werden.—Ueber den Text (Num. XII. 2), welcher Aarons und Miriams Beschwerden gegen ihren Brüher Moses berichtet, sagt Herr GE.: -Die -3*nfpi:ra'tion wax Juris Communis; Jedermann konnte darauf Anspruch machen. Man würde sich im Mindesten nicht verwundern, wenn auch Hc. E. seine Ansprüche auf einen Gegenstand geltend machen wollte, der jüris communis,-In diesem Falle könnte selbst