Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 36 (23.3.1839)
- Date
- 1839-03-23
- Page
- Seite 142 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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142 pigkeit und' Luxus, wo er sich unter den Juden finden mag, entgegen arbeiten zu können, denn ec ist es -vorzüglich, was unsere Fortschritte hemmt und WGeMuthH fürdie-ÄnKlegenheiten der Religion gleichgültig mächt; ^sondern'üwsMe große Masse der Juden aus der für die Erhaltung der Religion so gefährlichen Alternative zu ziehn, entweder gegen ihr Gewissen zu handeln oder den meisten Zweigen der bürgerlichen Thatigkeit zu entsagen. Ich habe Jahre lang über die Mittel nachgesonnen, durch welche, wenn auch nicht die herangewachsene, doch wenigstens die aufölühende Generation zum jüdisch-religiösen Leben gebildet werden könne, und -bin zur festesten Ueberzeugung gelangt, daß dieser Zweck nur unter der Anleitung und durch die Mitwirkung der Rabbinen erreicht werden kann, und daß ohne dieselbe, wie es jetzt allenthalben die Erfahrung zeigt, unsere Jugend sich mit jedem Jahre mehr dem positiven Bestandtheile unsrer Religion und dem öffentlichen Gottesdienst entfremden wird. Darum habe ich auch im Schurath haddin den Rabbinen ein Prinzip der Reformation zur Beurtheilung vorgelegt, das sie, ohne ihr Gewissen zu verletzen, ins Leben einführm können, wie ich im dritten Theil meines Schulchan aruch, der im Laufe des Jahres 1839 erscheinen wird, genügend zu beweisen hoffe. Man kann die Rechtmaßigkeit dieses Prinzips, welches sich mit den Worten talmudische Interpretation ohne talmudische Erschwerungen resumiren laßt, bestreiten, wie Alles der Contcoverfe unterworfen ist, aber nicht ohne Ungerechtigkeit als betrügerisch oder leichtfertig brandmarken. Wen habe ich täuschen wol- ' len? Etwa die Rabbinen, denen ich meine Arbeit zur Prüfung vorgelegt, oder die streng rabbinischen Juden, die sich doch blindlings von ihnen leiten lassen? Findet man aber, daß ich in der Anwendung meines Prinzips hie und da geirrt, so decke man meine Jrrthümer auf, wie ich im Schurath haddin darum ersucht habe, und ich werde mir es zur Pflicht machen, sie zu berichtigen. Bis jetzt hat man mir noch keinen Einwurf gemacht, den ich für gegründet halte, selbst die des Herrn Ullmann nicht ausgenommen. Was das Schreiben andrer Buchstaben als die hebräische Quadratschrift betrifft, so habe ich den v'bn und den un-tt Ti» für mich, die doch wol auch in solchen Dingen angehört zu werden verdienen. Das Schreiben aber zum Ankauf eines Hauses in Palästina ist einer niLv nvnbn gleich zu setzen, weßhalb die »rp^b, und R. Schescheth ausdrücklich, es erlaubt. Man hat zwar lange nach seinem Tode seine Entscheidung dahin modisicict, daß man nur durch einen Nichtjuden schreiben'lassen dürfe; diese Entscheidung scheint aber schon der tpv rpb nicht angenommen zu haben; denn er sagt geradezu: ja ^2 nn nnpV *nmö mab^b bmm nbm b-fbs>tt und er konnte nicht wissen, daß der »'tab ihn. berichtigen würde.. Uebrigens hgngt hiet/'AllcS' 'davon ab, /olü D122 . kvaD- VW ^bÄ^Kder nicht, 'wodurch die verschleHnen Meinungen si'ch"ausgleichen 'lassen, die hier vorhanden sind, wenn man nicht die gezwungene Erklärung annehmen will, daß die Worte bmm mabV’b Nb-21 sich auf b-fbs> boziehn. Die Sache ist für uns so ganz ohne praktische Anwenvbarkeit, daß man mich nicht wol verdächtigen kann, die Wahrheit entstellt zu haben, um eine Erleichterung heraus zu bringen. Ich gebe indessen zu, daß ich meine Meinung mit allzu großer Entschiedenheit ausgesprochen habe. M. Creizenach. II. Herrn K 0 hn' s Vertheihigung wider Herrn H i'r sch, oder Beleuchtung der „Kämpfe Naphtali's/< in einem Schreiben an einen Freund von Abraham Kohn in HohenemS. Hohenems, Ende Dezember 1838. Was sagen Sie, mein verehrter Freund, zu den neuesten Ergießungen des frommen BenUsiel? Erkennen Sie noch in ihm den edlen, tiefgemüthlichen und hochbegeisterten Kämpfer für das talmudische Judenthum, das ec als einen lebensvollen, von den erhabensten Ideen getragenen Organismus,nachzuweifen sich bemühet? Werden Sie noch, wie bei feinem ersten Auftreten, freudig ausrufen: „So war denn die Hoffnung nicht trügerisch, die uns erfüllte. Man lernt sich und einander verstehen u. s. w. „Der Kampf — nicht mehr ein unredlicher, nicht Verketzerungnicht Verkennung eines jeden andern Wollens, nicht zur Verfolgung aufruftnd?" Doch , ich. bin weit entfernt, Ihres gerechten Schmerzes, mein Theurer, spotten zu wollen, ich traure vielmehr mit Ihnen ob der getäuschten Hoffnung, und bcdaure es vom Herzen, daß Herr Hirsch , durch den neuen Ton, den er angenommen, durch die Act und Weise seiner Polemik, der Achtung und Verehrung, die alle. Redlichen in Israel ihm so gerne gezollt, nur geschadet, ohne seiner Sache oder gar der des Judenthums im mindesten zu nützen. Fragen wollte ich Sie nur, ob Ihr Schmerz > und Ihre Indignation Ihnen auch erlaubt, die Gegenstände ruhig zu untersuchen, und (wie es der Verfasser in der Vorrede von