Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 36 (23.3.1839)
- Date
- 1839-03-23
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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m. Jahrgang. Allgemeine No. 36. Zeitung -es Zudenthums Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit Königi. Sächsischer allergnädigster Conceffi-n.) ' Leipzig, den 23. März 1839. Neueste theologische Streitfragen. Vorbemerkung des Redakteurs. Wir haben von No. 23 ab die Spalten dieser Allgemeinen Zeitung des Iudenthums dem in der neuesten Zeit sich erhobenen Streite zwischen/dem Herrn .Landrabbinen ^Hirsch in Oldenburg und dem Herrn vr. M. Creizenach in Frankfurt am Main,, nebst deren beiderseitigen Mitkämpfern eröffnet. Wir thaten dies aus dem wohl erwogenen Interesse des Iudenthums, zwischen den entlegensten Tendenzen eine Vermittelung, eine Vereinigung, darzubieten, wo eben so sehr die Parteien aufs-schnellste von den Beweisführungen in ihrem Gebiete in Kenntniß, als das the.ilnehmende Publikum in den Stand, gesetzt, werden, dem Gange der Diskussion folgen zu können. Dem tiefer Blickenden wird dieser - Str'eit durchaus, nicht als eine wesentliche Zerrüttung in Israel erscheinen, sondern gerade entgegengesetzt als ,der erste Schritt zur Verständigung. Niemand halte dies für eine bloße Phrase — sondern: früher standen sich die Parteien geradezu gegenüber, waren auf sich isolirt, und bewegten sich in ihren- Extremen. - Durch gegenseitige An - und Aussprache aberdurch die eingeleitete Diskussion ist der bedeutendste Schritt schon gethan, und' jedenfalls werden die Resultate dahin Ausfällen, daß die - schwankenden Zustande in Israel sich fester Norm und Basis zuwenden werden. Es ist natürlich, daß diese Polemik, die in ihren Details nicht immer eine und dieselbe höchste Wichtigkeit bewahren k an n , nicht das ganze Interesse unsrer Zeitung verschlingen darf. Und somit haben wir ihr immer die dritte Nummer der Woche gewidmet,, bisweilen den Raum, des Beiblattes zur Hülfe nehmend. Wie wir hoffen, und wie es sich dem Charakter dieser Zeitung-schon von selbst angemessen stellt , wetden die Personen immer mehr aus diesem Streite schwinden, und hie Sachen allein den Obwerth gewinnen: die redliche Absicht aller Kämpfenden wird sich Herausstellen, 'Und nur. die Ansichten werden in ihrer Stärke und in ihrer Schwäche sich geltend machen. .'; I. Herrn Creizenach's Erwiderung auf die Anfrage Herrn Ullmanns kn No. 24. Sfflit einem sehr befriedigten Gefühl habe ich die an mich gerichtete Aufforderung des Herrn Rabbinen Ullmann in Creveld gelesen; sie -ist -die erste gegen Meine Abhandlungen ausgesprochene Rüge-,- in der ich nicht infultirt werde, die ich. daher - ohne Widerwillen öffentlich würdigen' kann, was ich denn auch versuche, mit' dem Wünsche, daß 'die Erörterungen, auf-welche die einen einzelnen Punkt^betreffende Frage führen wird/ einen fortgesetzten Austausch der Ansichten veranlassen und-die Wahrheit, auf welcher Seite sie sich finde an das Tageslicht bringen möge. Herr Ullmann kann sich versichert halten/ daß ich nie Bedenken tragen werde, mich für überwunden zu erklären, wann ich' zur Ueberzeugung komme. Mich in irgend einer Behauptung geirrt zu haben. Ich gestehe ihm jetzt schon, daß ich dies nicht für unmöglich halte. Wie sollte ich auch hoffen können, in einer Arbeit/ welche, wie der Thariag und der Schurath haddin, den ganzen Umfang t des jüdischen Ritüalwesens umfaßt- : den Zrrthum gänzlich zu vermeiden, da dies keinem der altern oder spätem Casuisten gelungen ist! Ich habe mich nie -gerühmt, Schaß und Poskim auswendig zu wissen, ' und so geringfügig meine- Arbeiten sind, habe ich sie doch nicht ohne ein sehr mühsames Forschen in den rabbinischen Schriften zu Stande gebracht. Mur dessen kann" ich mich rühmen, daß mich me ein anderes Streben leitete, als das, mit meinen schwachen Kräften zur Erhaltung unsrer Religion Mitzuwirken, - die ich in einer'sehr drohenden Gefahr erblicke,- in -der sie so lange schweben wirddis unsre Rabbinen sie -mit deM Leben in Einklang -brittgert njetdeM Wenn meine Gegner Mich in-etwas richtig beurtheilt hM'n, so ist'es darin, daß ich alle Erleichterungen, die'ich in irgend einer bei den Rabbinen m hohem Ansehn stehenden Schrift - entdeckt habe ' sohne Zweifel 'sind mir derM seht viele entgangen) ans Licht zog und den-Rabbinen zur Aywendung-vorschlüg. Nicht um derBequemlichkeitsliebe Vorschub zu thun; ich wünschte vielmehr dem Hang nach Uep-