Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 33 (16.3.1839)
- Date
- 1839-03-16
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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H. Jahrgang. £ 1 £ £ t ö t t f (f> 0 $ ^0. 8 und h o m i l e t i sch es B ei b l a t t. Leipzig, den 16. März 1839. Literatur. Üeber die hebräische und jüdische Literatur in Frankreich. Paris. (Fartsehung). Die Frage, ob die französischen Israeliten den Eidschwur Moire judaico leisten sollen, wurde sehr gut zu Metz vor dem königl. Gerichtshöfe durch Herrn Oulif, israeli'tischer Advokat, und eben so mit einem unleugbaren Talente durch Herrn Eremieux vor dem königl. Gerichtshöfe zu Nismes behandelt. Alle beide haben ihre Sacke siegreich durchgeführt, und' der von den Israeliten geforderte Eid ist der aller Franzosen. Die beiden Reden des Herrn Cremieux sind gedruckt und bieten eine interessante und lehrreiche Lektüre.'— Seit der Errichtung der israelitischen Primarschulen' in Frankreich (1817), wurden immer Reden veröffentlicht, Berichte, welche das Talent und den Eifer ihrer Verfasser bezeugen. Ebenso verursachten verschiedene Lokalgesellschaften zur Unterbringung armer israelitischer Knaben in die Lehre, gute Reden. 'Wir' wollen die Namen ihrer Verfasser nach ihrer alphabetischen Ordnung citiren, da wir Keinem den Vorzug geben können. Es sind dies die Herren Anspachs Uebersetzer des Gebetbuches, und sein Bruder, jetzt Substitut des Königl. Anwalts zu Paris; Brandon, Kaufmann; Cologna, Gcoß-Rabbine; Gerson Levy, Buchhändler in Metz; Jules Lovy, Redakteur des Menestrel; Oulif, Advokat, jetzt Professor an der Universität zu Brüssel; Terquem, Bibliothekar zu. Paris, G. Veil,. Kaufmann ff. — Von Herrn Cologna existkren außerdem noch verschiedene hebräische Gedichte bei Gelegenheit der friedlichen Siege der Restauration, und sein Abschied an die Israeliten zu Paris, bei seiner Abreise nach Triest, po er starb. Jedenfalls war Cologna einer .der Männer, die nicht erfüllt haben, .was man von ihrem Wissen und ihrer Stellung zu fordern das Recht hatte. Das Werkdes Herrn Salvador über die mosaische Gesetzgebung ist in Deutschland durchs eine Uebersetzung bekannt. Von seinem neuesten Werke geben Sie, bereits Rechenschaft. — ■ Ein zu Air von 1829 bis 1836 durch den Rabbinen Moyse Cremkeu, (vor einigen Jahren verstorben,) herausgekommenes Werk; verdient, daß wir. etwas langer dabei verweilen. Es ist in der Zeit, wo wir leben, ein Phänomen fast, 10 Bände in hebräischer Sprache' über die Gej bete und über den Commentar Äben Efra's herauszugeben! : Dabei ist der Styl wahrhaft rabbknisch» Wahrscheinlich gab Herr Cremieu seine Werke, wie die früheren Rabbi- | nen, von denen wir' oben gesprochen. Denn wo fanden sich sonst so viele Liebhaber dieser Literatur, um einem Autor zu erlauben,' wenn er nicht selbst reich ist, 10 Bände 8°. Hebräisch, ohne Uebersetzung herauszugeben? — Die Titel dieser verschiedenen Bände sind: 1) Commentar pon Moyse Cremieu über den ersten und zweiten Theil der täglichen Gebete, in Prosa und in Versen, zum Gebrauch der vier Synagogen Carpentras, Avignon, Cavaillon und l'Jsle (Aix, 1829. 8. T. I.); 2) derselbe über die 4 Parschioth und den Fasttag Esther's (Aix, 1830. 8. T. II.); 3) derselbe über die 4 Fasten und Gebete um Regen (Aix, 1831. T. III.); 4) derselbe über die Gebete an den drei Festtagen (Aix, 1832. T.. IV.); 5) derselbe über die Gebete an den beiden Neujahrstagen (Aix, 1834. T. V.); 6) derselbe über I. Kipour (Aix, 1835. T^ Vl.)'; 7) über den Commentar Aden Esra's auf die Genesis (T. 1. Aix, 1833); 8) auf Exodus (T. II. Aix, 1834); 9) auf Numeri (Aix 1836. T. IV.); 10)aufdieSprüchwöcter undJob (T.XII. Aix, 1836.). — Wie man sieht, diese Werke sind theils über die Gebete,' und theils Commentar auf einen Commentar. Wir wissen nicht, ob'die Zwischenparthien des Commentars, T. 3, 5—11 -veröffentlicht sind, vor uns'liegen nur T.'1. 2. 4 und 12. Auch,No. 5. der Gebete kennen wir nur durch das Büchhändlerblatt. Ueberhaupt. ist dieses Werk durchaus weder von den Rabbinen, die in Frankreich im Allgemeinen von den Erschekürrngen' der Literatur wenig' Notiz nehmen-, selbst von denen, die sie am nächsten interessiren sollten, noch von den Literaten gekannt, außer: durch das Buchhändkerblatt. ' Aber es ist auch' 'allerdings mehr Reimals Vernunft darin. Wir zeichnen jedoch die Vorrede zum zweiten Theile über die hebräische, Sprache aus. Da-'