Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 33 (16.3.1839)
- Date
- 1839-03-16
- Page
- Seite 132 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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reiche Gabe willig angenommen, und wofür wie sich von selbst versteht, dem edeln Geber freundlicher Dank gezollt wurde. Die -Summe wird zum Besten, des Heiligthumö zweckmäßigst.verwendet. werden. . - - .. -. .. ' . , " ' Was unsere übrigen, Gemeinde- - und' Provrnzial-Angelegen- -Heiten betrifft, so finD dieselben seit einer Rcihevoa Jahren in geregeltem Zustande. DaS durch.die Sraatsregierung bestellte israelitische Borsteheramt'der Provinz Niederhessen, 'eine'der Provinzial-Regierung untergeordnete Administrativ- Tiehorve, führt Aufsicht und beschließt, in wöchentlichen regelmäßigen Sitzungen, über die körperschaftlichen Verhältnisse besonders hinsichtlich Des EultuS- und Schulwesens. Gegenwärtige Mitglieder:. Herr Landrabb. vr. Romann, Hr. I)r. Pinhas, welcher.zugleich das Sccretariat führt und die Geschäfte leitet; 'die HH: S. R.Goldschmivt, G. I. Rieberg, L. Mansbach, I. Rothschild, Obergerichtsanwalt Alsberg, I. Flescher, und I. Traube, als Expedient. Ein beigeordncter herrschaftlicher Commissar (gegenwärtig Herr Regierungsrath Schröder) ist nicht selten in den Sitzungen gegenwärtig. Reine Gesinnung bezeichnet durchgehendö . die. Thängkcit dieses Instituts. Die Beschlüffe unterliegen der Bestätigung der Regierung, erleiden jedoch selten, ein reformatorisches Erkennlnif;. __ Die Aufsicht über den Religionsunterricht in den israelitischen Schulen der Provinzen Niederhessen und Fulda führt der Landrabbine, und macht zu diesem Behufe von Zeit zu Zeit die erforderlichen Visitationsreisen. Für die übrigen Lehrgegenstande sind Die KreiSmerropolitane zur Beaufsichtigung commiurr. — Eine. PrüfungS-Commission ist zur Prüfung israelitischer Schulamtö-Eandidatcn bestellt, — bestehend gegenwärtig: auö dem H. ,ß. Landrabbinen i)r. Romann, Oberlehrer vr. BüdiNger und 2. Leffong zweiten Lehrer an der israel. Schul- und Schullehrerbildungs-Anstalt, Herr Schulrarh V og t wohnt den Prüfungen als herrschaftlicher Commissar und Schulreferent bei. Die Lehrer werden von dem Provinzial V- A. in den Gemeinden bestellt und erhalten von der Regierung Anstcllungsdekrete. — Auf gleiche Weise ist auch die Organisation in den übrigen Provinzen des Kurstaates, und beaufsichtigt den Religionsunterricht, in den israelitischen Schulen der Provinz Oberhessen, der Provinzialrabbine Hr. M. Gesen, so wie in der Provinz Hanau der dortige Prov.- Rabbine Herr Felscnßcin dieser Function obliegt. Daß von den Arbeiten deS LandrabbinalS-Synagogen-Trauungö-Leichcnordnung und dergl. noch leine, wie allgemein erwartet wird, zur Oeffentlichkeit gelangt ist, , soll dem Vernehmen rach seinen «Grund darin haben, daß unsere hohe Staatsregierung, in weiser Vorsorge'die Wichtigkeit des Gegenstandes erwägend und Die praktische Anwendung im Ange habend) die Entwürfe jenerVerordnungen vorher noch einer sorgfältigen Prüfung zu unterwerfen und mehrseitig begutachten zu lassen für norhwendig hält. ’ ' An gesellschaftlichen Wohlthatigkeits-Vereinen .hat die hiesige Gemeinde keinen Mangel. Einer der ältesten derselben ist der für Krankenpflege und Todtenbestattung. ( tft man) Zeitiger Vorstand: Hr. I. Bensa, Hr. I. Traube, zugleich Inspektor des jüdischen Krankenhauses und Hr. A. Reunerr. Nächst diesem besteht seit 1802, gestiftet durch den praktischen Arzt vr. S. A. Liffmann seel. Andenkens), die Gesellschaft der Humanitär ,Zeitiger Vorstand: Herr S. R. Goldschmidt Director, die H. H. Friedemann und Ph. Goldschmidt Vorsteher, Hr. Ph. Feivcl Sekretär, Hr. Abr. Honnet Kassirer, hierzu noch 5. Deputirten: die H.H. A. Reünert, R. Goldschmidt, S. Roscnstcin, H. Katzenstein und S. Leviseur. Hauptzwecke dieses Vereins sind: thätige Annahmeder unbemittelten israelitischen Schuljugend' beider. Geschlechter, Unterstützung sind Beförderung israelitischer Handwerker und Künstler, wozu noch mancherlei andere wohlthatige Zwecke kommen, und ist Die Wirksamkeit dieses zahlreichen Vereins (den der Herr-ferner segnen wolle!) von den gedeihlichsten Folgen. Ferner: der Frau en ver ein rnsn zur Unterstützung hilfsbedürftiger Frauen. Zeitiger Vor-, stand: die Damen B. Hornstein und H. Drucker unter Assi¬ 132 stenz des Herrn L. Wallach; endlich der.(1819 durch Amalia Weil gestiftete) Schwesternbund, welcher sich der lehrbedürftigen unbemittelten weiblichen Jugend annimmt, und dieselbe in den nothigen Schulkenntnissen und weiblichen Arbeiten unterrichten läßt. Zeitiger Vorstand': Madame Jule Göldschmidt. Di- . rectorin und Fräulein S.^PhilippSsohn für Verwaltung'der Lasse. —: Sämmtliche Vereine.sind aufs Beste administrirt, wovon und von den . herrschenden guten Gesinnungen in denselben überhaupt schon hinlänglich der Umstand zeugt, daß dieselben Vorstände gewöhnlich während einer Reihe von Jahren hindurch immer'wieder gewählt werden. So ist Hr. G. bereits im 13. Jahre Director der Ges. d. Hum., nachdem während gleichen Zeitraums Hr. vr. P. das Directorat mit seltener Widmung geführt und sich überhaupt um das Emporkommen dieses. Vereins bleibendes Verdienst erworben hat; seit noch tangerer .Bett besorgt mit pünktlicher Emsigkeit Hr. F. das Secretariat; Gleiches gilt von den Vorstehern und den übrigen Commissional-Beamten; und so verhält es sich auch bei den übrigen Vereinen. So durchdringt unsere. Angelegenheiten nach allen Richtungen würdige Strebsamkeit und ein Geist loyalen Sinnes gibt sich kund, wodurch manches Gute erzielt wird: es ist der Geist der Uneigennützigkeit und der Eintracht. ..... Anzeiger. , In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1 Gr. Gebühren für die gespaltene Zeile ans Petit-Schrift oder deren Rauin-aufgeuonuneu. Die Verlagshandlrrng. Ein Candi'dat der jüdischen Theologie, der Gymnasium und Universität absolvirt, ein Concursexamen mit sehr gutem Erfolge bestanden, und seit 2 Jahren in einer großen Stadt theils als Hauslehrer, theils als Pensi'onslehcec an einem bedeutenden Institute, fungirt hat, — was er alles mit guten Zeugnissen belegen kann — wünscht eine anderweitige, ähnliche Anstellung. -Hierauf Reflektirende belieben portofreie Briefe zu adressircn.: An die Expedition des Frankfurter Journals. J. P.»— Ern Sohn achtbarer Eltern jüdischen Glaubens mit den nöthigften Schulkenntniffen versehen, wird unter annehmlichen Bedingungen in einem Manufactur-Waaren-Geschäft als Lehrling gesucht. Wo? wirb der Herr Redakteur oiesec Zeitung auf portofreie Anfragen die Güte haben mitzutheilen. . . . Ein tüchtiger Hauslehrer tuicb; gesucht. Gehalt: 70 Thlr. Pr. Et. und freie Station; ist derselbe auch Schächter, so erhalt ec 30 Thlr. Pr. ,Ct. mehr. Zu erfragen in der Redaktion dieses Blattes unter Chiffre 8g." Redakteur vr. L. PhilipPfon. — Verlag von Baumgartners Buchhandlung. — Druck von I. B. Hirschfeld. (Hierzu das literar. und Homilet. Beiblatt No. 8.)