Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 33 (16.3.1839)
- Date
- 1839-03-16
- Page
- Seite 130 (sequence 2)
- Language
- German
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130 1349 Fuß unter dem rothen Meere liegt, so ist eS klar, daß der Jordan nie aus dem todrm Meere sich in eines dieser Meere ergießen konnte^ und daß' alle Angaben alter Jordansbette, vom rodten' -Än -daS röth« olyiu Localkenntniß sind. Nun entstehen aber zwei wichtige Fragen, nämlich: wie kömmt es, daß der Jordan, der ein «einer Fluß zwar ist, jedoch mit den übrigen Scitenbachen vereint, fortwährend eine bedeutende Wassermasse ins todte Möer senket, daS Becken, bis zum Niveau des Meeres wenigstens, nicht längst erfüllt hat, und wie ist das todte- Meer entstanden? Entweder ist das todte Meer nur ein Rückstand des großen Meeres, von dem eS durch die Erhebung des' Juragebildes getrennt wurde, und die Verdünstung an seiner Oberfläche hält dem Zufluß an Wasser, den es durch die Flüsse- Jordan u. s. w. erhält, nicht nur das Gleichgewicht, sonder übertrifft sein Quantum sogar, denn sonst hatte der untere Theil des Jordanthals,- der ebenfalls und zwar über 1200 Fuß unter der Meeresfläche liegt (unter Meer schlechtweg verstehe ich jederzeit daS eigentliche, große Meer), nicht trocken gelegt werden können. Uebertrifft jedoch die Verdünstungsmenge des Wassers die Zuflußquantität, so muß das specifische Gewicht deS Wassers des todten Meeres stets zunehmen und sein Niveau finken. Letzteres scheint mir statt zu finden, wenigstens glaube ich Spuren davon bemerkt zu haben. Ersteres-ist aber nicht der Fall; denn nach wiederholten Versuchen fand ich dessen specifisches Gewicht fortwährend ----- 1,120 bei einer Temperatur von 12,5 Reaumur, während alle früheren Angaben, z. B. die von Gmelin, ein bedeutend höheres Resultat beziffern. Oder zweitens, das Becken des todten Meeres ist Resultat einer gewaltigen vulkanischen Revolution, die mich an die'Erzählungen der Bibel erinnert, und wovon die umliegenden Gebirge mit ihren tiefen Spalten und Einstürzen die sprechendsten Beweise geben, und wodurch sich das ganze Terrain unter die Fläche des Meeres senkte. Der Jordan füllte später dieses Becken so weit aus, bis die Oberfläche der Wassermasse jene Größe erreichte, daß die Verdünstung dem Zuflusse das Gleichgewicht halten konnte. Das ursprüngliche süße Wasser laugte nach und nach salzführende Lagerstätten des Enkriniten, des Jura- und Kreidekalks, welch letztere wir Nachweisen können, auS,- und der gewöhnliche Binnensee wurde zum Salzsee, der er jetzt ist, dessen Gehalt an Salzen in quantitativer Beziehung, folglich sein specifisches Gewicht und auch sein.Niveau beständig von demVerhältniß abhängcn, in denen Zufluß.und Verdünstung zu einander stehen — ein Verhaltniß, daS nicht zu allen Jahreszeiten gleich sein kann, und daher auch.specifisches Gewicht und Seeniveau veränderliche Größen sind. Diese Theorie scheint mir sach - und naturgemäß: An eine Verbindung des todten Meeres mit dem Mittelmeere durch unterirdische Höhlen ist gar nicht zu denken; denn das Niveau des erstern steht ja 1319 Fuß tiefer als das des letztem, was bei communicirenden Röhren und bei Flüssigkeiten, die zwar verschiedenes specifisches.Gewicht haben, aber, gleichartig sind, und ihre Copcentrationsintensität gegenseitig aus-' gleichen, unmöglich ist. Magdebu-rg, 3. März. Wie bitten in No. 27. S. 108. Sp. 1. 3. 5 v. 0. anstatt ^Verwirklichung der Begriffe" „Verwirrung der Begriffe" zu lesen, da durch diesen Druckfehler der Sinn des Satzes ganz zerstört ist.: Gleichfalls müssen die Unterschriften unter der ,>Oeffentlichett Anzeige" aus Berlin in No. 22 lauten: -Jak. Jos. Oettknger (Rabbinats-Verwalter), I. Philipp, M. W.. Meyer. . Wir nehmen hierbei Gelegenheit, so wie bei allen Manuskripten, insonders bei Namensuntecschrrften um -eine recht, deutliche Schreibeweise zu. b-rKn, da sonst Jrrthümer in Vm Namen so leicht sind. Magdeburg, 3. Marz. '(Privatmitth.). Die Herren Aeltesten der jüdischen Gemeinde zu Berlin, voll Eifers, die beabsichtigte jüdisch - theologische-Fakultät, so viel es an ihnen wäre, zu fördern, hatten, da sie es für nothwendig erachten mußten, für die Subsccibirung in Berlin die Erlaubniß ihrer resp. Behörde zuvor zu erlangen, ein desfallsi'ges unterthaniges Gesuch an ein hohes Königl. Ministerium gestellt. Ein Rescript des h. Ministern der geistlichen, Unterrichts- und Medicinal-Angelegenheiten.vom 12. Januar trägt nun gnädigst auf, über den Zweck und die Einrichtung der beabsichtigten Anstalt ein Näheres darzulegen — worauf nun der Redakteur dieser Zeitung Gelegenheit nehmen wird, der höchsten Staatsbehörde seine Ansichten und Entwürfe gehorsamst vorzulegen. Tages-Controle. Wir können es nur mit Vergnügen begrüßen, wenn sich in diesem Augenblicke eine schon lang vorhandene, aber noch nirgends deutlich besprochene Ansicht, die mit unseren Angelegenheiten in naher Beziehung steht, kund thut und offen ausspricht, eine Ansicht, die den Geist der Masse abermals gegen uns stimmen will und zu stimmen vermag, oder vielmehr schon langst gegen uns gestimmt hat. Mit Vergnügen, sagen wir, denn wenn irgend wo, können wir in dieser Beziehung die Sachlage auseinandecschlagen, und ihr, wir glauben, siegreich entgegentreten. Doch um alsbald klar zu machen, was wir meinen, seien hier zuvor zwei Stellen citirt, welche für viele andere sprechen. Im Eremiten No. 155 S. 1239 v. I. heißt es: „Es klingt fast lächerlich, wenn ryan jetzt -noch von Emanckpation der Juden aus altem christlichem Drucke spricht. Viel zweckmäßiger und nothwen» « diger ist es, davon zu sprechen, wie emancipkren wir uns Christen aus den Händen der jüdischen Geldkö- 1 nige, die uns mit allen unseren Landern und Kronen in ihren Portefeuille's halten, und von deren Bklancen es abhangt/ ob wir in Frieden ferner nebeneinander darben oder uns im Kriege die Halse bttchen sollen." Ebendaselbst No. 11. S. 43 d. I. wird über di,e Nachrichten, welche die Zeitungen über eine Schlittenfarth der