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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-03-16 · Heft 33 (16.3.1839) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 33 (16.3.1839)
Date
1839-03-16
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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m. Jahrgang. Allgemeine No. 33. Zeitung des Zudeuthums. Ein unpartheiifches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit König». Eachfischer allergnädigster Cencessron.) 'Leipzig, den 16. März. 1839. Zeitungsnachrichten. Jerusalem, 1. Dezember. (Schluß). Die ganze Umgebung Jerusalems, deren höchster Punkt, der Oelberg, Zu etwa 3000 Pariser Fuß Meereshöhe emporsteigt, ist Lichter Kalkstein und Dosomit, voller Höhlen, ein Gebilde, das, allen inner»»-und äußern Kennzeichen zufolge, dem obern Jura und Oolich und dem Juradolomit zuzuzahlen ist. Die Gipfel der Berge, so auch des Oelberges, bilden Ablagerungen der obern, weißen, fcuersteinreichen Kreide. Wendet man sich von Jerusalem in Nordost in das- Thal des Jordans, und paffirt dahin das dortige Gebirgsterram, so sieht man diese Verhältnisse fortdauern; doch bemerkt manunter dem Jurakalk Jerusalems mir Dolomit einen andern Kalkstein, der sehr eisenschüssig ist und keine Dolomite führt, Hervorbrechen und zu hohen Bergen anstcigen, und unter diesen einen zweiten, dunkelgefärbt, dicht, Enkrinilen führend, der sich nur in geringer Entwicklung zeigt, und an wenigen Stellen, stets aber als tiefstes Gebilde, auftritt, am andern Gehänge des 'Jordanthals aber und an der Ostküfte des todten Meeres zu hohen Bergen,' bis 3000 Pariser Fuß Meereshöhe, sich erhebt und eine lange-zusammenhängende Bergkette, den Gebbel el Belka, bildet,- der sich aus Süd in Nord erstreckt. Dieses Gebirge erstreckt sich ununterbrochen unter dein 'Namen Gebbel^Adschclon und Gebbel Dschowelün bis zu dem großen,Gebirgsstöcke Gebbel el Schcch, von dem zwei große Bergketten in Nord als Zweige auögehln, nämlich der Libanon und Antilibanon, in denen diese Felsformation zu einer Höhe von mehr als 9000 Pariser Fuß ansteigt. Den dichten eisenschüssigen Kalkstein unter dem Kalkstein von Jerusalem, oder dem obern Jura, spreche ich für ein Parallelgebilde des untern Jura und untern Oolirh an; der Enkrinitenkalk -des todten Meeres aber entspricht dem Bergkalke des Libanon und Antilib.anön, dein carboniferous. Limestone, Kohlenkalkstein. Das ganze Syrien zwischen der Küste und der Kette des Kohlenkalks mit Kohlensandstein erfüllt das Juragebilde mit lokalen Bedeckungen .von oberer Kreide und-zu Meercshöhen von 3000 bis 4000 Pariser Fuß ansteigend. Zwischen diesen beiden gewaltigen Bergrücken, die den, Typus der ganzen Landesform geben, befindet sich ein tiefes Thal, daS des Jordans, das in Süd mit dem Beckeii des todten Meeres endet. Die eben angeführten Formationen bilden die Umgebung des ganzen Jordanthals und .des Beckens am todten Meere. Sie tragen, pörzüglich die Juragebilde., die unverkennbarsten Merkmale vulkanischer Wirkungen, gewaltiger Erderschütterungen u. s. w. an sich, und daß die unterirdische vulkanische Thäligkeit noch immer fortdaure, davon geben uns die fortwährenden Erdbeben, die heißen Quellen und die Bildung des Asphalts an -den -Küstenbergen des todten Meeres den klarsten Beweis, doch von vulkanischen Gesteinen oder abnormen, sogenannten plutonischen Gebilden, Porphyre, Trachyte, Granite, Phonolithe u. s. w., sah ich auch keine Spur. Ich habe freilich nicht dasganze tobte Meer, daS 20 Stunden lang ist und 7 Stunden größte Breite hat, umgangen, jedoch die Berge,-die es umgeben, sah ich alle, theils in der Nahe, theils in der Ferne, und ich zog in der geringen Entfernung von einigen Stunden an der ganzen Westküste desselben hin. Man braucht eben nicht sehr viele Uebung zu haben, um die Bergmassen normaler Gebilde schon in einiger Entfernung von denen abnormer zu unterscheiden. Doch Täuschungen sind allerdings möglich, auch mögen hie und da abnorme Gebilde auf untergeordneten Lagerstätten gangweise Vorkommen, jedoch ich sah nichts, was vulkanischen oder plutonischen Gesteinen auch nur im entferntesten ähnlich wäre. In der Hälfte des Weges bereits, von Jerusalem nach Jericho, bemerkt man das sehr-starke Abfallen des Terrains gegen das Jordanthal, was aber zuletzt, wo man über eine Stunde lang' einen sehr steilen Berg ununterbrochen hinabreitet, besonders ausfällt. . Ich besuchte die Ruinen des alten Jericho, und begab mich dann nach dem kleinen Dorfe Richa, das etwa in der Mitte des 2\ stunden breiten Jordanthaleö in einer Aue liegt, und brachte auf den Zinnen eines alten Kastellsj, nach meiner Gewohnheit im Freien, die Nacht zu. Mit einer gewissen 'Spannung hing ich den'Barometer auf. DaS Quecksilber stieg uru 5$ Uhr Abends bei einer Temperatur der Luft von-t-18,0 Reaumur auf 786,1 M.M. und am Morgen um 8 Uhr auf 786,8 M.M. bei einer Lufttem- 'peratur ----- 14,0 R. Des Morgens ritt ich an den Jordan, und an» gewöhnlichen Badeplatze der Pilger daselbst stieg der Barometer auf 801,8 M. M. bei einer Lufttemperatur Mittags 12 Uhr ----- 21,8. Von da begab ich mich zur Küste des todten Meeres, und als ich daselbst den Barometer aufhing, konnte ich nicht mehr beobachten, denn das Quecksilber stand dicht oben an der Röhre an, die für die große Tiefe, in der ich »nich unter dem Meere befand, zu kurz war. Berücksichtige ich nun die Quecksilbertemperaturcn bei jeder Beobachtung , und nehme die Durchschnitte gleichstündiger Beobachtungen zu Jerusalem in den Calcul, so ergeben sich nachstehende Höhen-oder Tiefenresultate: Unter dein Mittelmeer. Dorf Richa in» Jordanthale . . . . . 774 Paris. Fuß . Badeplatz der Pilger am Jordan . . . 1269 - . - Das tobte Meer, etwa 50 Fuß unter dem eine Stunde oberhalb liegenden Badeplatze 1319 - - * Diese»« zufolge liegen das Dorf Richa 545 und die Stadt Jerusale»n 3800 Pariser Fuß über dein todten Meere.-Da also nun das todte Meer 1319 Fuß unter dem nrittelländifchen Meer oder

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