Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 31 (12.3.1839)
- Date
- 1839-03-12
- Page
- Seite 123 (sequence 3)
- Language
- German
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zu'gleichcn. - $ai< nun aber das Judenthum sein besonderes mosaisches und rabbinisches Recht aufgegeben und lebtunter den Rechten und Gesetzen der Staaten, erkennt Herr C-, wie wir nicht zweifeln, an, daß die Moral des Judenthums die Elemente der allgemeknmenschlichen Moral enthält/ und etwaige ln der Zeit der Verfolgungen, hineingerathene. feindselige Momente langst entfernt hat Und immerfort' entfernt: sofragen wir ihn,, ob ^der bürgerlichen Gleichstellung der Juden auch noch die Glaubensverschiedenheit und die Einrichtung ihres. Ha ü s w e s ens entgegen stehen kann? — Glaubt - er dies, nun so ist sein Humanismus der ärgste Despotismus, denn er will mir verbieten, meine Glaubensansicht zu hegen nach meiner Ueberzeugung, er will in mein Hauswesen eingreifen, und mir verbieten zu ruhen, wann ich will/ und zu essen, was ich will! T Wir wünschen eine Antwort, aber eine so' ruhige, menschenfreundliche,, wie wir sie von eknem^Manne, wie Carovv ist, erwarten; wir bieten ihm unsere;' eigenen /Spalten dazu an. ' ' " Herr C.' sieht, wir .haben hier uns nur auf. seinem eigenen'Gebiete bewegt/- und manche seiner Ansichten vom Judenthume hatten uns zu Controversen bewegen können. Wir haben sie jetzt wenigstens übergangen. - Herr C. weiß, daß es schon eine Zeit in der Geschichte gab, wo bürgerliche Zrechtsgleichhekt bei unendlicher Religionsverschiedenheit statt fand: es war bei den Römern der ersten Kaiserszeit r— die Paragraphe des Onrpus Mris gegen . die Juden ...ff? stammen '• aus einer spätem Zeit. — Allen Andern, als Herrn C., sei es gesagt,.daß wir nicht mehr an Rechten zu besitzen wünschen , als was die nichtemancipirten- Kirchgläubigen Carove's besitzen. Briefe des Herrn Dr. L o e w e aus dem Oriente. / Zweiter Brief. . /' / , V. / ' Kafed, 6. Juli 1838.' 7//,?"?./ .(Schluß.)/, f-'-^^ . . ^Bon hier - gin g ich' nach ,Ra as el achmar und nach. .Sonnenuntergang .befand ichmich.i-im-Dallata. -Hier, traf ich den-'Cha- .cham Schufchan, der-.michnn Zafed besucht, hatte.- -Er bat mich dringend /bei ihm.zu.bleiben biLlgünstigere Nachrichten einliefen. Ich selbst, sagte er, komme eben von Zafed, und traf auf einen schwerverwundeten Mann aus Djesser Jacoub, den man dorthin schaffte, der mir die traurige Nachricht gab, daß die Drusen dortt eingefallen seien st dreihundert mit Pulver beladene Kameele qm raubt, und die Soldaten Ibrahim Pascha's niedergemetzelt hattM 'UM-daß' sie in cinigen/Tagen auch nach Zafed kommen wüxM.- —, Diese Nachricht beünruhigte mich sehr, da meine. .SachMßld #/ Manuscripte. dort geblieben waren, und ich traf-schleunigst Anstalt zur Rückreise: °) 1/- ■ Zugleich mit mir traf der- Bruder des Gouverneurs Abd el Hadi von- Acre mit einigen Hundert Mann regulärer Truppen hier ein/und machte sich sogleich-fertig, den Drusen entgegen zu . gehen. Er wünschte, daß die- Israeliten für ihn und. den Sieg beten sollten. Dies geschah, und die inallen Synagogen Mit Inbrunst gehaltenen Gebote wurden ihm, von mir Ins Arabische übersetzt, tutt einem, nn Namen der ganzen Gemeinde, um Schutz stehenden Briefe übersendet. Erantwortete, daß man ruhig und ohne Furcht in der Stadt bleiben .könne, denn der Moußelim (Gouverneur) der Stadt habe die strengsten 'Befehle^ die Stadt zu vertheidigen, ..zu welchem Zweck auch genug Waffen vorräthig -seiem Gerne hätte ich-Zafed verlassen', doch war-dies durchaus unmöglich, da ich weder Pferde noch Maulesel,, noch einen. Diener bekommen konnte. — Indessen hörte man schon hier und da die schrecklichen Drohungen der Muselmänner, den Israeliten bald ihr Hab und Gut abzunehmen. - - r- . Man wurde traurig; denn die Tyrannei.der Muselmännischen Einwohner.war bekannt, und man beschloß, daß jede Nacht dreißig-Israeliten Wache halten'sollten. Am Freitage (Ende Juni'S) wurde einem Israeliten auf dem Wege nach einem benach- . barten Dorfe , fein "Pferd abgezwungcn; und in der ganzen Umgegend horte man nichts als Drohungen auf die kommenden Tage'/ Man ging nun -nicht mehr zu Bette, sondern die ganze Gtznieinde blieb' mit Frauen,'ünd. Kindern vor ihren Häusern, sitzest; ich meinerseits stellte, stiich muthig, um' den klebrigen Müth einzuflößen. Abd el /Hüdi ^zog indessen mst seinen Truppen, die aus einigen Regimenter^ Beduinen und Nablousiern bestanden ab, und die Stadt blieb, ohne..Schutz. — In der Nacht auf den fünften . IM ..verbreitete sich plötzlich ein allgemeiner. Schrecken, ' denp schon'fast ruan einzelne unbekannte Menschen durch die'Sttaßen gehen, diekein Gutes im Sinne zu Haben schienen.- Eiligst ließ 'mich Herr Abr. Dob zu sich rufen,' und ich mußte über jammern-d . Weiber und Kinder wie über Leichen hinüber klettern, um zu ihm zu gelangen. Er ersuchte mich, im Namen der Gemeinde, einen Brief anden' Mousselim zu schreiben,. und ihn zu bittest,' daß c'r die Stadt'nicht -verlassen, und des Worte Abd el Hadi's eingö- - denk sein möge, der ihn zum Beschützer der Einwohner ernannt habe.; - •' Ich schrieb diesen Brief, und dcr Gouverneur antwortete, daß er, (wie die 'Araber zu thun pflegen) bei feinem Kopfe und bn seinen Augen geschworen habe, die Stadt nicht zu verlassen. Wir wußten jedoch alle/ nur zu gut, was wir von dieser Versicherung zu halten hätten. —'Die Leiden, welche die Jsraeliten/schon-früher hier erduldeten gleichen dem Chorban wie-ich ihn Mass. Gittin kol. '57 las—und nun sollte ich, der ich aus dem Lande des Friedens kam, der kaum' eine orientalische Tyrannei , sich denken konnte, mit ihnen dasneu hcreinbrechendstUnglück kosten! Weiber/und'Kinder schlummerten um mich hev am' Boden, oft durch böse Traume aufgeschreckt,- ich allein war'wach und bedachte die traurige Scene, -die kommen würde.' Todtenstille-herrschte, "nur 'aus weiter Ferne -hörte-man einige Schüsse. Meim-Wirth suchte mich auf und" beredete'mich, mir einige Augenblicke Ruhe zu' gönnen. Ich willigte -'rin, ' über eben wollte ich meine Augen 'schließen, -als ichmit dein Schreckensrufe: ,,-Di§ 'Dvustzn--kowmenk^ auf's Neue zum Rabbincn beschieden 'wurde. Ich steckte--mein baares Geld zu mir, -in der Absicht es so bald als.möglich zu vergraben/' meine Manuscripte-aber und andere werthvolle Sachen mußte ich in meinem -Zimmer zurücklassen,/ da ich Aufsehen zu erregen fürchtetest Auf der Straße sah ich schon einen Drusen einer 'alren Frau'' das 'Gewehr.--auf 'die Brust-setzen,-,.Ich/Haufe des Rabbi Abr. SDo'lv lagen Männer, Frauen bund Kinder einander -weinendin den. Annen,- und in der/Mitte-dieser Jammernden 3m Nothsalle schien Chach'am schuschan sich äüf7 seine,'Urster« / ttzanen verlassen,-rst /können', 7 bä. et Eigenthüiner' fastbest,ganzen/Dorfes und 'von' allen geliebt, .wurde.-,..'-Denn,/.nur". 'Portuglestn . (die - Ü'i'l'-iSd) werden."ä(ä Eingeborne.hetrach.ti:t.üir>-../könnest/GrundDcke besitzen.-- . -- ..*T