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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-03-12 · Heft 31 (12.3.1839) · p. Seite 122

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 31 (12.3.1839)
Date
1839-03-12
Page
Seite 122 (sequence 2)
Language
German
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122 ständig und gediegen, als nur immer geschehen kann, zu liefern-,, und von^.SeiLen des Herrn.Verfassers, Macher Kohn, und. der Buchhandlung Alles aufgeboten/um jeden ausgesprochenes Wunsch berücksichtigen'' undbeftiedigench zu können. / Allein trotz aller uneigennützigen Anstrengungen wird es doch unmöglich, an die Ausführung des Werkes selbst zu gehen, da ohne eine Zahl "mindestens .von -150 Subscribenten selbst die nöthigsten- Kosten nicht gedeckt sind, und trotz der vielseitigen Aufmunterungen und Belobungen, deren dies Unternehmen sich erfreute, bis zur Stunde die Meldungen' der SubscrLbentem noch sthr spärlich einlaufen, und dadurch den Beginn der Herausgabe verzögern. Es wäre dahersehr ersprießlich, wenn die ' Herren - Gemeindevorsteher und Vorsänger, die dieses Werk für ihre Gemeinden und für sich anzukaufen gedenken, die Subscription nicht zu sehr, in die-Lange schieben, und dadurch die baldige Vollendung des genannten Werkes bewerkstelligen helfen würden?) Tages-Controlo. Meorarna von Carov«. Leipzig. 1838. 3 Bde. (Schluß.) Wir können hier nicht auf die eigentliche Beurtheilung der Schrift des Herrn Dr. Haas eingehen, sondern nur wie Cacovö über die Emancipation sich ausspricht, muß. Uns hier interessiren. In wenige Worte gefaßt, so ist feine Ansicht die: Judenthum wie christliche Kirche seien partikularistische Gestatten, die nicht in einander aufgehen können, sondern welche beide in eine höhere dritte,. die des'allgemeinen Humanismus, der allgemeinen Religion und des.'.gemeknschaftlichen Rechts, aufgehen werden. In dieser Beziehung müssen Christen und Juden emancipirt werden. Die Juden, welche die-Emancipation verlangen, sind daher keine wirklichen/Juden mehr, wie die Christen, welche sie beantragen, keine wirklich'kkrchgläubkgey Christen mehr sind, sondern beide sind aus dem religiösen Partikularismus in den hohem Humanismus bereits eingetreten. Man müsse aber den wirklichen Israeliten wie den wirklichen kirchglaubigen Christen — er halt also auch diese nicht für emancipirt —. die- Gleichstellung darbieten, um sie zum Humanismus zu -erheben; -' '.?• Dies ist dw Ansicht CaMö's^ welche er allerdings mit einem großen" Nörtsttöme darlegt.^ Wir müssen gestehen, '' *') Tdir subscrr'Wnhitrnsitch für die,löbl. Magdeburger Geineinde auf 1 Exemplar. - ' ' ' '' ' ---- - ■-! 1 0?eb.aft»> ä daß.diese Ansicht eben so vielfach bekämpft werdenmag, wie' leicht ^nchekampftn sst^ denn sie M praktischwie..theoretische unhaltbar. Pr/stktisch^ denn ^westn .^Äir . warten sollten, bis der Humanismus Cacovö's alle VölM'stb'erwaltigt habe, oder wenigstens zum herrschenden Prinzip geworden —- cho wäre, es allerdings oim Besten, kein Wort über bürgerliche Gleichstellung zu. verlieren, denn zu utopischem'Geschwätz fehlt jetzt Jedem die Zeit, sowol es zu hören, /als zu sprechen. . Theoretisch,, 'denn der erste Paragraph des humanistischen Gesetzbuches wird doch wol sein müssen: „Niemandem wegen' seiner Ueherzeugungen sein bürgerliches Leben zu verkümmern." Aufrichtig gesagt, wir würden uns für jeden Humanismus-bedanken, der dies nicht an seiner'Stirne trüge. Sobald aber der Humanismus. irgend. Einem die bürgerliche..Gleichstellung versagte, weil" ev einer'partikularisiischen -Religionsmeinung .huldigt, so hat er sich: selbst-als. einen Partikularismus gesetzt, und ist mit sich selbst in Widerspruch getreten. ' -. Wir halten. Herrn Carovv für einen wahrhaft, ehrlichen und aufrichtig -wohlmeinenden Mann. Aber -er 'hat hier^ vielleicht wider seinen Willen, sich zum Dertheidiger einer Sache gemacht,' dtp sonst fein' Wesest ganz' und gar widerspricht. .Er glaube "uns nicht, in den ^mancipationsvorurtheilen befangen, darum müssen wir uns näher erklären. Die Geschichte lehrt uns zwei Sätze als Fakta kennen, die in der Natur des. Menschen demnächst gegründet zu' sein scheinen: - 1)' 'daß die Menschen nie und nirgends über den Gtaube nsinhaltder Religion ganz übereinstimmen, in keinem Volke ,' keiner' Kirche; . 2) daß der Glaube. in der Masse niemals der. positiven Grundlage entbehren kann, wenn. er. nicht ganz, und gar gefährdet sein will. Mag also Herr C. eine allgemeine Religion predigen, mag er alles Gegensätzliche als Partikularistisch ansehen: dieser Partikularismüs wird und kann nicht schwinden, wie der Humanismus Zimmer nur eine Idee bleiben wird. Aber die Geschichte. lehrt uns auch offenbar,, daß die. Menschheit eine unwiderlegbare/ Tendenz zur Entwickelung eines gemeinsamen, allgemeinen: die d)t$ und einer allgemeinen Mo r a l hat. Der ' Einklang, der wahre- Humanismus wird - nun durchaus./nicht in der Herbeischaffung. einer uniformen Glaub.ensanft'cht bestehen, sondern in der- .Vermittelung des allgemeinen / Rechts.; und - her... allgemeinen^ Mo.ral. m k t der: partikularistischen Glaubensverschiedenheit. Ec wird verwirklicht sein, sobald -den Menschen,' unter Einern gemeinschaftlichen / Rechte 'lebend / - ihre natürlichen Freiheit in den Maube^sansichteX -/Verwahrt.''.bleibt:' Und" drcs ist aüH. dje Tendenz,, de.r neuern Seit. Alle 'cetkglosenÄampfe . derselben' streben nur dahin, die Hindernisse in dieser'Beziehung.aus-

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