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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-03-12 · Heft 31 (12.3.1839) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 31 (12.3.1839)
Date
1839-03-12
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ILI. Jahrgang. ÄllAewein t Nv. 31. Zeitung -es Zudenthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit Kcnigl. Hächstscher allerqnädigster Concesiron.) Leipzig, den 12. März .1839. Zeitungsnachrichten. Marienwerder, 18. Febr. (Nach der Pr. St. Ztg.) Von den 2753 schulfähigen jüdischen Kindern des hiesigen Regierungsbezirkes besuchen ungefähr 1500 die christlichen, die übrigen aber jüdische Konfessionsschulen. Die Zahl der jüdischen Privatlehrer beläuft sich auf '55. (Sorgen auch die Gemeinden und Eltern, deren Kinder die christlichen Schulen besuchen', für geregelten jüdischen Religionsunterricht? Wir legen dies den Vorstehern Und Geistlichen der Gemeinden an's Herz! Es kann weder den Vertretern der jüd. Religion, noch der bürgerlichen- und staatlichen Gesellschaft gleichgültig sein, daß es dem Zufall überlassen bleibe, wie viel von „der Religion, die sie bekennen, den.Kinderherzen erngepragt werde. D. Redakt.) Rom, 8. Febr, Die Allg. Augsb. Ztg. gkebt einen Bericht über den hiesigen Carneval. Darin heißt es auch: „Nach altem Herkommen zogen inder zweiten Nachmittagsftunde des Montags (4. d.) die Vorsteher der Judenschaft auf das Capitol, um von den Conservatoren der Stadt und dem Senator die Erlaubniß, wiederum ein Jahr den Ghetto bewohnen zu dürfen , nach der symbolischen Huldigung, welche in Ueberreichung eines Blumenstraußes besieht. Zu erwirken." — Gott sei Dank! ist dies nur noch die einzige, und gewiß sehr erträgliche Ceremonie, welche für die Juden beim Carneval aus dem-Mittelalter übrig geblieben ist. London, 19. Febr. Herr Dapid Salomons, mosaischer Religion, der früher schon Sheriff von London war, dann zum Alderman von den Bürgern der City er» wählt, wegen des Eides nicht zugelassen wurde, worüber sich ein Proceß erhob, der noch nicht ganz. entschieden ist, i st jetzt zum Ober-Sheriff der Grafschaft Ken t ernannt worden. Ist dies nicht das rühmlichste Zeügniß von der Pflichttreue, mit welcher dieser Israelit feine früheren Pflichten ekfüllte? Und Herr Salomons wie Sir.Moses Montefiore sind fein* Laxe, keine Juden, die höchstens am Dersöhnungstage von der Börse in die Synagoge auf eine Stunde eilen —' also'muß -doch das Judenthum tüchtiger Amtsführung kein.Hinderniß schaffen! Jerusalem, 1. Dez.- Der Reisende Rußegger gibt in der Allg. Augsb. Ztg. Notizen über seine Reise von Kairo nach Jerusalem, die insbesondere wegen der geognostischen Angaben interessant sind, von denen wir daher folgende herausheben. > Den ganzen Sinai nennen die Araber Toi? Sina, und daS Terrain vorn Meere bis zu dem Fuße dieses Gebirges erhebt sich zu 337V Pariser Fuß. Der Sinai ist ein gewaltiger Centralgranit-Stockumgeben von buntem Sandstein und dem ihm untergeordneten Porphyre. Unbeschreiblich schon ist der Anblick des ganzen Sinai, den man zuerst auf dem Joche zwischen dem Waddi Genne und Waddi Oesch, zwischen den senkrechten Granitwänden, die letzteres Thal einschließen, wie durch ein Fernrohr vor sich liegen sieht. Der Sinai hat drei Spitzen, welche jetzt Gebbel Musa (MoseS), Gebbel Horeb, und, Gebbel Katherina heißen. Auf den Gebbel Horeb führt durch enge Schluchten ein treppenarriger Weg, auf dem man auf den Gipfel gelangt, wo MoseS von Goft das Gesetz empfing. Dieser Platz, ist dieses Aktes würdig; denn die Fernsicht vom Gipfel des. Horeb ist bezaubernd - schön: die ganze Halbinsel des Sinai liegt zu den Füßen ausgebreitet wie eine Karte, und man sieht zugleich die afrikanische und arabische Küste und ein jede Vorstellung übersteigendes ChcioS , von Bergen. Wie gesagt, ist das herrschende Gestein am Sinai grobkörniger Granit, der jedoch gegen' die Gipfel der Berge zu feinkörniger wird, ein schiefriges Gefüge annimmt und. in Geeiß übergeht; der Gebbel Katharina hingegen besteht ganz' aus Feldsteinporphyr. Die Höhe der Gipfel ist folgende: Gipfel des Gebbel Musa 5958 Par. Fuß.; - - Horeb 7097 - - - - - Katharina 8168 - - über dem Horizont deS rothen MeereS, das bekanntlich fiO Fuß hoher alS das inittelländische Meer liegt.-Ich trennte mich, sagt der gelehrte christliche Reisende, „mit einem heiligen Gefühle von dem Orte, von dem die Gesetze ausgingen, welche die religiösen und moralischen Bande deS Erdballs bilden."— Hebron (jetzt Chalil, ein Städtchen in einem Thale von beiläufig 1000 Einwohner», durch Erdbeben Und Ibrahim Pascha sehr zu'Grunde gerichtet,) liegt 2842 Par. Fuß über der MeereSfläche. — Bethlehem (auf einem Berge, mir 3000 Ew.,- ebenfalls durch Erdbeben und Ibrahim Pascha halb in Ruinen gelegt,) 2538 Par. F. über der MeereSböhe. Jerusalem hat eine durchschnittliche Meereshöhe von 2479 Par. F. (Schluß folgt.) München, 1. März. (Privatmitth.). Das Comite des hiesigen Synagogen-Chors geht nun, nachdem es die Subfcription auf das annoncirte Werk: Vollständiger Jahr^ gang für Terzett- und Ehorgesange rc. eröffnet hat, mit vielem Eifer an die Realisirung dieses sehr zeitgemäßen und wünschenswerthen Werkes. Es sind und werden noch immer alle mögliche Anstalten getroffen, um dasselbe so voll-

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