Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 29 (7.3.1839)
- Date
- 1839-03-07
- Page
- Seite 115 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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115 Tages-ControLr. Meorsrwa von GarovS. Leipzig. 1838. 3 Bde. (Fortsetzung.) ' Die Gekgersche Zeitschrift hat unstreitig das große Verdienst, - Vieles ausgesprochen zu haben, was in dec Zeit lag, woran die Zeit litt und leidet. Mit Unrecht hat man über die destructive Tendenz derselben geklagt. Diejenigen, welche die Gebrechen der Zeit mit Stillschweigen übergehen wollen, welche sie in der Heilung begriffen glauben, wenn sie, nicht mit Heilmitteln, sondern mit einem trockenen Verbände bedeckt sind, daß man sie nicht schaue, wie irren diese!' Der Schaden frißt nur um sich, und wird größer. Das Judenthum hat sich in eine co h arirende Stellung mit der Gegenwart gesetzt; die Differenzen kamen dadurch zu Tage; an dieser noch nicht vollführten Vereinbarung leidet die Zeit, und die Geigersche Zeitschrift sprach dies aus, um — die Wege der Einigung zu versuchen. Nur in diesen letztere^ Versuchen bestehet die Schwache jener Zeitschrift-und ihre Unvollkommenheit. Warum? — weil sie den entgegengesetzten Weg einschlug, den sie einschlagen sollte. Der einzig richtige Weg kann nur der sein, daß man die heilige Schrift selbst von Neuem erforscht, die Ideen dieser in ihrem ganzen Umfange an's Licht stellt, und von da aus die Verwirklichung, Ausarbeitung und Ausdehnung dieser Ideen im ganzen geschichtlichen Judenthum verfolgt und herausstellt. Nur dahindurch dürfen wir bis zur Gegenwart gelangen, und die Stellung des Zudenthums zu dieser fest begründen. Von der.Gegenwart, aber ausgehen, von dieser her Alles zerschlagen und losreißen wollen, was nicht.augenblicklich ihr convenirt, und indem man eine schwankende Abstraktion an die Stelle der vorhandenen Wirklichkeit setzt, sich immerfort auf ein „reines Judenthum" berufen wollen —: kann nur die unglücklichsten Produkte Hervorbringen. Man bed'enke, daß daraus die schiefe Stellung gekommen, in welche' die neueren Bestrebungen innerhalb des Judenthums gegen eine neueste Tendenz, die positive. Kirchlichkeit in allen Confessionen wieder zu befördern, gerathen ist — die Gegenwart, für. die jene Herren so Vieles opfern wollten, ist ihnen unter der Hand wieder entschlüpft, und hat sich gegen sich selbst gewendet. Wir wollen, um nicht ganz allein im Allgemeinen uns zu verweilen, nur Eines anführen. Ein Hauptbestreben jener neueren Lehrer war, das Judenthum zu einer Religion bloß des Geistes'zu machen, und von diesem Standpunkte aus, alles, was den Leib betrifft, was diesem und seinem Leben eine bestimmt gesetzliche Vorschrift setzt, als „zeitlich" zu entfernen. Damit haben sie aber eine große Wesenheit, nicht bloß des „mittelalterlichen Judenthums,". sondern auch der heiligen Schrift, und somit gewiß des ganzen Judenthums vernichtet. Denn die heilige Schrift setzt von'ihrem ersten Blatte an ein Sündigen am Fleischlichen und arbeitet dies bis zu ihrem Ende durch; nicht umsonst stellt ffie dies schon in der Geschichte Eden's als Basis hin, giebt es als moralische Ursache, der Fluth, beschrankt cs durch Gesetz schon bei, Noah ff. Und so ist es eine Hauptidee der heiligen Schrift, das' Fleischliche durch Gesetze unter die Herrschaft des Geistes zu stellen: so daß es allerdings zu einem Hauptecforderniß wird, zu erforschen, wie weit die heilige Schrift selbst die Granzen dieser setzt, wie weit diese sie hinausführt. .Wir gestehen gern, daß gerade auf diesem Gebiete unser schon angekündigtes Bibelwerk sich bewegen, und hierdurch . eine gewisse Grundlage zu geben suchen wird. Von diesem Standpunkte aus ist Geiger's Zeitschrift schon ein geschichtliches Moment geworden. Die vielen Angriffe, die auf sie und-ihr benachbarte Schriften, gemacht worden und werden, haben daher die Aufgabe ihren Ergebnissen den Werth von Resultaten zu nehmen, können ihr aber ihr Verdienst als ein zeitliches Organ nicht entziehen. Diesen Angriffen kann aber hiermit auch ihre Gränze gesteckt sein, wenn auch die Untersuchung über einzelne, in ihr behandelte Gegenstände noch nicht geschloffen zu sein braucht.— ^Schluß folgt.) Corresponderrz e n. Ungarische Schulberichte. 2) Aus Wacasdin in Croatken. Entgegnung"). Einbaus Körmend in Ungarn, auf meinen Artikel „Croatien, Schulwesen" (No. 10 d. Z. v. I.) eingesandte Entgegnung *) Wir müssen einer königlichen Local - Schulen- Direction unfern ganz besonder» Dank sagen, dass, dieselbe durch ihre an ungerichtete Aufforderung, diesen Aufsatz baldigst abdxucken zu lassen, den Inhalt desselben als der Wahrheit ganz getreu bezeichnet hat. Der Redakteur.