Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 24 (23.2.1839)
- Date
- 1839-02-23
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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ii. Jahrgang. Literarisches No.«. I) o ttt i letisches B e i b l a t t. Leipzigden 23. ^bruar 1839. L i t e r s t R r. A n h a n g zur ersten Rhapsodie über Auffassung des Iudenthums. Vorbemerkung des Redakteurs. Bei der^ Aufhäufung des Materiales ist es möglich, daß sich der Abdruck des allgemeiner sich haltenden Aufsatzes: „Rhapsodieen über Auffassung des Iudenthums in unserer Zeit" von der Hand eines besonnenen, unabhängigen Wahcheitsforschers, der sich spater nennen wird, im Hauptblatte verzögern könne. Da nun aber dieser „Anhang" dann seine momentane Einwirkung verloren hätte, so entschuldige man, wenn der „Anhang".vor dem Hauptaussatze geliefert würde. Nach Beendigung unsers Aufsatzes erhalten wir No. 4. der allgemeinen Zeitung des Iudenthums vom 8. Januar 1839, worin eine sehr kräftige Erwiederung des Herrn Hirsch auf die Aufforderung des Herrn Dr. Creitzenach befindlich ist. Herr H. hebt die Evidenz der von ihm gege-' benen Beweise hervor, welche „so evident seien, daß bei fast den allermeisten alle Diskussion, wegfallt, und dem redlichen Kundigen auf dm ersten Blick die Evidenz einleuchtet." — ~ Wir nehmen durchaus nicht Partei gegen Herrn H. und so sehr wir uns genöthigt sahen aus gewissenhafter Ueberzeugung der im sr^nn von ihm gefolgten ideal-hyperorthodoxen Tendenz entgegen zu treten, so können.wir ihm da unsere Achtung nicht versagen,' wo er, von sophistischschwärmerischen Uebertreibüngen sich fern haltend, mit den blankgeschliffenen Waffen einer gründlichen Erudition die Ansichten seiner Gegner zu bekämpfen sucht. — Allein, kein Mensch halte sich für unfehlbar! —' So will es uns denn bedünkcN, daß, obgleich Hert H. nicht ohne Selbstgefälligkeit den Ausspruch thut, „daß bei den allermeisten seiner Beweise im ^Nivs alle Diskussion wegfällt," doch gegen manche derselben den Blicken- „redlicher Kundigen" allerlei Zweifel aufstoßm -dürften. — Wie wenig 'es auch in I unsrer Absicht liegt in dem Streite zwischen den Herren H. und Cr. irgend interveniren zu wollen, so, finden wir uns doch im Interesse der Wahrheit, damit das unbefangene Publikum auch von dieser Seite nicht irregeleitet, werde, veranlaßt, unter Andern folgende Stellen des ^r>23 hier zu beleuchten, gegen deren Evidenz allerdings Bedenken vorwalten. ' . Sekte 17. des “^nss "“'VinöS: „Kein Synodalbeschluß für die exil. Feier des zweiten „Tages?-nur Anordnung der höchsten palästinensischen Religions-Autorität ('-Di ün72 inbw 's Mira). „So sagt auch Maimonides ('n N2 nspn „von der Feier des zweiten Tages." Daß öde auf einen Synodalbeschluß hindeute ist aber nicht ausgemacht; Raschi sagt vielmehr, nach der recipirten- Meinung Rab's, *6 .'^Ta skhö n‘n*nyn3pn3i wogegen es von nnn/ts dr heißt: snnp pin.— Das inbch war eigentlich nur ein guter Rath, den die palästinensischen Rabbinen den Exulanten gaben, wie auch der Ausdruck besagt: 2N372N Dieser Rath wurde auch allgemein angenommen und sodann zum Herkommen geheiligt. So sagt auch Maimonides: - NL1NN ‘pW'lSK'tü Hl :«fbv flSbn öfb 'n /33)1 ans72 £a-‘72i 'n iban '&'•> . Die Worte des Maimonides: „arn nspn," rihp 'n sind wol mehr uneigentlich , und das Hauptgewicht auf dessen Schlußworte zu legen: üs-pmsia 2N372N j zuerst sagte er ja ausdrücklich:'m72ip32n bsn ynn p ifnto .,kinVsi *fm 'ta'1’ ‘pW Aus der Stelle Chulkn 59. 2. i3N72 inb^ ersieht man, dass dieser Ausdruck keineswegs einen wirklichen Synodalbeschluß involvirt; denn auch dort ist es eigentlich nur ein Rath, der ertheilt wird, daß zwar die HdbH rote ismsiN 'nn brri722) bleibe - doch'aber auch ,tai zu beachten sei, indem eine entschiedene Meinung über die Sache nicht vorherrsche', s. bei zu jener Stelle, welcher sagt nmn 3>>2w72N, das wol vsn einer „Anordnung der höchsten palästinensischen Religions-Autorität" nicht behauptet werden dürfte, denn eine Anordnung' müßte sich klar und entschieden aus-