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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-02-23 · Heft 24 (23.2.1839) · p. Seite 96

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 24 (23.2.1839)
Date
1839-02-23
Page
Seite 96 (sequence 4)
Language
German
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Alle drei Behauptungenbemerkten dagegen meine. Mitteilungen, seien e-ntschreden falsch. Die Gewißheit, die ad 1) sicherlich von Niemand bestritten werde', werde z. B. vom L:272-I bestritten, der von dieser Feier ausdrücklich sage 'fcori W722N rtipn, und der Rambam ist doch gewiß kein Niemand, ad 2) sei cs unwahr, daß nicht alle Verfasser des Talmuds sich in den. Gebrauch gefügt unter Andern ein Nathan bar Assi; denn es komme nur von diesem Einzigen Nathan bar Assi einmal vor,' daß er einmal an einem zweiten Feiertage eine unerlaubte Resse ge- 'macht habe und dafür in den Bann gethan wurde,, und dieser.einzige Nathan bar Assi wäre kein Verfasser des Talmuds. a<l 3) endlich, daß der Talmud ausdrücklich an - Orten, wo keine Juden wohney, erlaube am zweiten Feiertage zu arbeiten, sei die ausgemachteste Unwahrheit,' und gab dort den richtigen Sinn der von Dr. C. offenbar mißverstandenen Stelle an. — (Schluß folgt.) S p r a ch k u n ö e. Jesuran und Konkordanz. (F ortsetzuii g.) Entwickelt Delitzsch Ln dem ersten Buche seines Jeschurun diese kurze Geschichte der hebr. Gramm, und Studien, so geht er in dem zweiten auf die nähere Angabe hes Inhalts der Tradition und der innern und dialektischen Sprachvergleichung ein. Wir werden ein ander Mal hierauf zurückkommen. Hier nur eine kurze Ucbersicht. Die Tradition, unter der hier, alles das verstanden wird, was in grammt., lexikal.-und kritischer Beziehung aus dem reinen Alterthum der hebr. Sprache schriftlich oder mündlich überkommen, ist enthalten 1) in der Alexandrinischen Version und besonders auch des Aquila, in den Paraphrasen des Onkelos und Jonakan, 2) in den Lalmuden und Midraschen, 3) in den grammat. (D‘12pwi) und exegetischen Schriften (^^^272), endlich in der Masora. Die Vergleichung der Sprache-in und mit sich selbst leistet sowol für die Formation der Verden, Nomen und Partikeln, als für die Syntaxis und die lexikalische Einsicht sehr Vieles. In der dialektischen-Sprachvergleichung nimmt die oberste Stelle die aramäische ein; in dieser muß der targumische, gemarische und soharische A'ramäiSmuS unterschieden werden, zu denen noch der masorerische zu ziehen ist. Auf diese folgt die arabische, und dann dre neu hebräische (gcw. rabbinische genannt), deren ersten Ursprung Delithsch in das zweite' Jahrhundert vor der christl. Zeitrechnung setzt. — Das dritte, umfangreichste Buch handelt über die Vergleichung der indogermanischen Sprachen, besonders des Sanskrit. Er spricht hier zuerst über die Phonologie, über die gleichmäßige. Gestaltung der Laute im Semitismus und SanskritiSmus.' Alsdann beschäftigen ihn'die Wurzeln, deren drei Klassen angenommen .werden, Verbalwurzcln, genuine Nomina und Partikeln, und Prvnounnalmurzeln. Indem er nun die semitischen und Sanskrit-Wurzeln in ihrer Verwandschaft nachweist, nimmt er die 'Verbalwurzeln als einsylbig an, indem die mehrsylbigen aus präpofitionalen, redüplikariven ff. enrstabden seien; ferner daß sie in beiden Sprachfamilien an keine Konsonantepzahl gebunden sei; drittens daß die Wurzeln abstrakt sind, und erst durch Vocalisation in Gebrauch kommen — wozu nun Belege herbcigebracht werden. Die Art, wie diese Wurzeln nun verarbeitet werden, ist erstens als Erweiterung, zweitens als Zusammensetzung, die dem SemicismuS fp oft abgcsprochen wordengefaßt. Zuletzt spricht der Vers, über die verschiedenen Klassen der abgeleiteten Nomina. (Fortsetzung folgt.) Anzeiger. Zu demselben werden Annoncen aller Art gegen t Gr. Gebühren für die gespaltene Zeile ans Petit-Schrift oder deren Raum arifgeuoiiuilrir. Die Verlagshandlrirrg. Ein erfahrener und pädagogisch gebildeter Lehrer, dergründlichen Unterricht in der hebräischen Sprache und Religion ertheilen kann, der französischen Sprache kundig und darin geübt ist und sich zugleich als Erzieher bewahrt har, kann zum' 1. April eine Stelle, mit einem Gehalte von 500 fl. rheinisch nebst Kost und Logis,, erhalten. Man wird indeß nur wissenschaftlich gebildete Männer, von bewährtem Charakter und mit gebildeten Manieren berücksichtigen. Briefe .bittet man frankirt an die Redaktion dieses Blattes zu richten, unter Adresse: D. I. Der Unterzeichnete beehrt sich, einem geschätzten Publikum ergebenst anzuzekgen, daß er gesonnen ist, eine Pensionsanstalt für Söhne israel. Acltern zu eröffnen. Diejenigen jungen Leute, welche sich zu den akademischen Studien vorbereiten wollen, finden dazu in dem hiesigen, mit Recht im bessern Rufe stehenden Gymnasium, vortreffliche Gelegenheit, während die hiesige, sehr wohl eingerichtete Gewerbe- und Realschule vollkommen geeignet ist, junge Leute, die sich der Handlung oder anderen höheren Gewerben widmen wollen, mit den erforderlichen Schulkenntnissen zu versehen. Den Unterricht in der Religion und im Hebräischen, Nachhülfe in den aufgegebenen Schularbeiten, so wie gewissen« hafte Beaufsichtigung und Pflege der Zöglinge übernimmt der Unterzeichnete selbst, über dessen Person der Herr Kaufmann M. Grelling, und das Banquierhaus H. C. Plaut hieselbst Auskunft zu geben gern bereit sind. Aeltern und Vormünder, die ihre Söhne oder Pflegebefohlenen dem Unterzeichneten, welcher selbst Familienvater ist,' anvertrauen wollen, belieben, sich wegen der möglichst billigen Bedingungen in frankirten Briefen zu wenden an: ' ' . Ä. I. Cohn, Prediger und Religionslehrer der Israel. Gemeinde zu Nord Hausen. Redactcur: vr. L. Philippsott. — Verlag von Baumgärtners Buchhandlung. — Druck von I. B. Hirschfeld. (Hierzu das literar. und Homilet. Beiblatt No. 6.)

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