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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-02-21 · Heft 23 (21.2.1839) · p. Seite 90

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 23 (21.2.1839)
Date
1839-02-21
Page
Seite 90 (sequence 2)
Language
German
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90 melstöchter sich immer größere Kreise auf Erden gewinnen, unds namentlich auch das untere-Volksleben mehr-durchdringen, und auch dort endlich Heimischer werden. . , C.o s w i g, 5. Febx.. (Privatmitth. Verspätet). .. Fgst hätte uns durch den Abgang des Herrn Landrabbinen Dr. Herxheimer zu einer andern Bestimmung ein schwerer Verlust betroffen. Bekanntlich hat die Breslauer Gemeinde in diesen Blattern eine Concurrenzbewerbung um die dort freigewordene Stelle eines Religionslehrers eröffnet. Aber noch früher hat der Vorstand daselbst unsrem hochverdienten Dr. Herxheimer dieselbe unter, wie es heißt, sehr annehmlichen Bedingungen angeboten, dieser aber abgelehnt. Mögen die Motive sein , welche sie wollen; mag er eine zwar mäßige, doch fest begründete, durch unsre Regierung garantirte Existenz einer zwar glanzenden, aber ungewissen, durch manche Interessen beengten Stellung vorgezogen; mag er einen bei uns mit Recht begründeten Ruf und eine in vielen Punkten segensreiche Thangkeit manchen unausbleiblichen Meinungsdifferenzen nicht haben opfern wollen: , genug, wir können uns zu diesem Resultate nur Glück wünschen. Es hat aber auch unsre freisinnige, jedes Verdienst anerkennende Regierung dem Herrn Dr. Herxheimer nicht nur ihr Wohlgefallen über den von ihm gefaßten Entschluß und die somit bezeichnet Liebe und Anhänglichkeit für seinen dermaligen Wirkungskreis zu erkennen gegeben, sondern ihm außerdem von freien Stücken eine namhafte Gehaltszulage bewilligt, was um so mehr bedeuten will, da bereits die Halste seiner gewöhnlichen Besoldung aus Staatsmitteln bestritten wird. Ein .so hohes und rühmliches Beispiel hat seinen Eindruck auf sammtliche Gemeinde feines Rabbinats nicht verfehlt, und wir können mit Freuden versichern, daß selbst dem Prinzips nach, ihm früher abgeneigte Mitglieder der Hauptgemeinde zu Bernburg'die Initiative, ergriffen haben, um ihren Geistlichen für die gebrachten pecuniaren Opfer einigermaßen zu entschädigen. Wir glauben nicht, daß die übrigen Gemeinden seines Sprengels sich von der Hauptstadt übertreffen lassen-wollen. Ehre deshalb einer Regierung, welche ihre humanen Gesinnungen auch bei dieser Gelegenheit wiederum so glanzend bewahrt hat; Ehre den Gemeinden, welche das ihnen gebrachte Opfer zu würdigen verstanden; Ehre aber auch unserm Herxheimer, dessen Werth, zwar nach außen hin schon längst, auch in literarisch-homiletischer Beziehung, anerkannt, endlich nach vielen Kämpfen und Hindernissen auch bei uns allerseits durchgedrungen ist. So vieler Früchte seiner Thätigkeit wir uns von ihm zu erfreuen haben: diese seltne Harmonie zwischen Geistlichem und Gemeinden verspricht für die Zukunft noch segensreichere. Für jetzt erlauben wir uns Herrn Dr. Herxheimer auf den sehr fühlbaren Mangel einer allgemeinen Synagogenordnung für das gesammte Land aufmerksam zu machen, damit auch die übrigen Gemeinden sich eines geregelten Gottesdienstes, wie die Bernburger zu erfreuen haben. — \ T he o l o g i e. , W ürdi g ü ng ' der Bemerkungen zu den. Mi tth ei tun gen ans Naphtalis Briefwechsel in No. 1. der isc. Annalen von S. R. Hirsch in Oldenburg. Wo nicht Wahrheit Da nicht Friede. Die isr. Annalen, deren erste beiden Nummern vor mir liegen, bringen unter ihren ersten Ecstlingsfrüchten in 9lo. 1, IX Bemerkungen dem Publikum dar, mit denen ein Vertheidiger des Herrn Di. Kreizenach einen Therl der gegen dessen Thariag in den „Mittheilungen aus Naphtalis Briefwechsel" gewachten Rügen entkräften will. Will; denn in Wahrheit bekunden diese Bemerkungen eine solche mehr als schülerhafte Rathloflgkeit im Gebiete jüdischen Wissens, daß nicht nur jedem Kundigen, sondern auch jedem nur mittelmäßigen Schüler deren Nichtigkeit klar ist. Fast alle umgehen die eigentlichen Punkte, um die es sich 'handelt, so gänzlich, und was sie sagen, ist fast alles so offenbar nicht wahr, daß auch nur Ein Wort über diese Bemerkungen zu reden wahrlich'— nicht unter meiner Würde, denn was läge an mir — aber unter Würde der ernsten Sache, der es im Allgemeinen gilt , unter Würde des Publikums, vor dessen Richterstuhle geredet wird, unter Würde unserer Zeit sein sollte, der wir so gerne dag. Prädikat der Wissenschaftlichkeit vindiciren möchten, So lange indeß ein solches unbegreifliche Verfahren sichungescheut in einem Gebiete geltend machen will, dem nur die ernsteste Wissenschaftlichkeit und die redlichste Wahrhaftigkeit geweihet sein sdllten, so lange wird es leider traurige, aber unabweisliche Pflicht bleiben > jedem solchen, unsere ganze Zukunft tödtenden Beginnen, mit aller Entschiedenheit und allem Ernst, offen und gerade entgegenzutreten. Mögen meine Leser selbst urtheklen: I. Der Thariag S. 16 und in der W. Z. f. d. j. T. war behauptet: In der heiligen Schrift werde nur eine einzige Arbeit am Sabbat besonders verboten, nämlich Exod. 35, 3. Feuer hervorzubringen, wie Herr Dr. C. das Verbot ü» win *6 im Gegensatz zum Talmud inr terpretirt, dem es, nicht hervorbringen, sondern jegliches Umgehen mit Feuer bedeuten solle. Dagegen hatten nun

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