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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-02-19 · Heft 22 (19.2.1839) · p. Seite 86

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 22 (19.2.1839)
Date
1839-02-19
Page
Seite 86 (sequence 2)
Language
German
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86 geeignet, edle Gemüther zu erfreuen, aufmunternd und erweckend zu wirken. In .Erwägung dessen glauben die Unterzeichneten, bei der Veranlassung, die ihnen hierzu der, unten naher berührte Umstand giebt/ nur eine Pflicht der Pietät und Gerechtigkeit zu erfüllen, wenn ssie durch gegenwärtige Zeilen das Andenken einer solchen wohlthuenden Frömmigkeit zu erneuern, und ihnen, durch das Organ, das sie für diese Absicht wählen, auch in erweiterten greifen einige Aufmerksamkeit zu verschaffen suchen, Unter den mannigfaltigen Mildes-Stiftungen, deren die' hiesige (jüdische) Gemeinde sich erfreuet, nimmt die.unter dem Namen des Nauenschen-Erziehrurgs- Institutes eine sehr ehrenvolle Stelle ein. Die Stifterin derselben d'ie seel. Frau Dina Aron Eohn geb. Zaduck Nauen hat ihr gesummtes, bedeutendes Vermögen, in dessen ausschließlichem Besitze ihr Mann sie ließ, zu wohlthatigen Zwecken verwendet. Als das schönste Denkmal ihrer wohlthuenden Frömmigkeit aber gilt die erwähnte Anstalt selbst, in welcher auf Verordnung der Stifterin sechs arme Verwandte, und in Ermangelung solcher, auch fremde Knaben erzogen werden, und aus den Mitteln derselben alles, was für ihre leiblichen und geistigen Bedürfnisse erforderlich ist, erhalten. < Diese Anstalt, die nunmehr fünfzig Jahre bestehet, wirkt still und anspruchslos, aber unter dem sichtbaren Einflüsse des göttlichen Segens, denn die Meisten-, die im Verlauf dieser Zeit in ihr gepflegt'und erzogen worden, haben ein glückliches Fortkommen gefunden und ehrenvolle bürgerliche Stellen eingenommen. In Betracht dieses Umstandes, und geleitet von der, im Eingänge dieses Aufsatzes ausgesprochenen Ansicht, haben die Curatoren der Anstalt beschloss ffen, das nahe bevorstehende fünfzigjährige Jubiläum derselben, feierlich und im Sinne der frommen Stifterin, gottesdienstlich zu begehen. > Indem dieselben sich aber Vorbehalten, das Nähere hierüber und namentlich den Tag der Feier spater durch diese Blatter bekannt zu machen, sprechen sie unverhohlen ihre . Absicht aus, diesen Beschluß durch gegenwärtige Anzeige vornehmlich zur Kenntniß der fern lebenden Zöglinge der Anstalt zu-bringen, in der Voraussetzung, daß es vielen von ihnen, wünschenswerth erscheinen werde, an der Feier Theil zu nehmen/ und dankbar das Andenken einer Wohlthäterin zu ehren, deren Frömmigkeit und Großmuth sie die ersten. Grundlagen, ihrer zeitlichen und ewigen Wohlfahrt schulden. Berlin, im Febr. 1839. H. Jos. Oettinger. I. Philipsen. M. Meyer. Curatoren des Nauenschen-Erziehungs-Jystiturs. Tages-Controlr. Meorawa von Carovv. Leipzig. 1838. 3 Bde. Dev, mit einem Fuße in der Theologie, mit dem andern in der Philosophie und Belletristik stehende Verfasser giebt in diesen drei Banden eine Sammlung von kleineren Aussätzen, in den letzten Jahren geschrieben. Nehmet eine Sammlung von solchen kleinen Pivcen jetzt in die Hand, undes müßte sonderbar sein, wenn nicht einige wenigstens über Juden und Jüdisches sich aussprächen. In der jüngsten Zeit haben' einige schriststellernde Leute uns, den Juden, vorgeworfen, wir legten unsrer Angelegenheit einen gar zu hohen Werth bei. Allein bei aller möglichen , Bescheidenheit müßten wir daran glauben, wenn wir die Spalten der neuern Literatur durchmustern, und uns alle Nase lang, bisweilen bei den Haaren, hecbekgezogen finden. Doch zum Ernste. Das neuere Leben ist ein wahrhaft organisches geworden. Es ist nicht mehr möglich, eine große. Partie des allgemeinen Daseins, ein wesentliches Glied des menschengeschlechtlichen Körpers mit Stillschweigen zu übergehen, und in die Schatten der Unkenntniß zu verbannen. So wie Alles zum Lichte kommt, kommet das Licht zu Allem, dringet hinein, und offenbaret das Verdeckte. Darum wo von den großen Interessen der Menschheit die Rede ist, muß auch das Judenthum zur Sprache kommen, da seine eigenthümliche Richtung als eine Lebenstendenz anerkannt werden muß.- Und so ist es auch natürlich, daß der Vers, obiger drei Bände, indem er sich mit frischen Kräften in dem Kreise der Gegenwart bewegt, auch dem Judenthume manches Rendez-vous absiattet. Ein sorgfältiges Register erleichtert uns das Finden der betreffenden Aufsätze, und so ist es gleich im Ersten Bande S. 225. wo die Aufschrift „die Mosaischen Urkunden" unseres Aufmerksamkeit fesselt. Carovv theilt hier einige nicht unglückliche Aper^ü's über die ersten- Kapitel der heiligen Schrift mit, indem er zuvor darauf aufmerksam mackt, daß immer bei dem Zusammenstoß der Tradition mit .der Reform Letztere sich auf die mosaischen Urkunden beruft. So beim Entstehen der christlichen Kirche, so bei der Reformation des 16ten Jahrhunderts, so die neueren Gläubigen der den Meyschengeist in seiner. Entwickelung setzenden Philosophie gegenüber — wir können hinzusetzen, so auch die reformiren den Juden ' der Orthodoxie^ gegenüber. Deshalb müsse man immer wieder auf diese. Urkunden zurückkommen — wir können hinzusetzen, sie nie aus den Augerr verlieren.

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