Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 21 (16.2.1839)
- Date
- 1839-02-16
- Page
- Seite 83 (sequence 3)
- Language
- German
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85 der Pkut triiba W -riN voran. . Fünfter Lag. a) -rn^an' rrarr, b) träann» ■pan»« (Isaak), c) wrpT ■»‘lam Np» und d) *h25*i^ rWii“D, beides von Joseph, e) (Mose). Ehemals vor s, c, d norf) va nansia von I oseph b. Isaak. Sechster Tag. a) i7ab)a> aa«, b) aiat ‘jatob, offenbar abgekürzt, da die Buchstaben ü bis 2L fehlen; c) «a« und d) i^b’’ , beides von Joseph, e) -vp-ib ‘jT'b^ ftanp. Ehemals: ■»!■£& .b« und hierauf die Pirttim a, e, d. .(Fortsetzung folgt.) Briefe des Herrn vr. Loewe aus dem Oriente. Erster Brief). . Voun unweit Zidon 19. Juni 1838. (Fortsetzung.) , Vier der Chachamim' waren.versammelt, auf diese Weise abwechselnd zu lesen. Sie waren überrascht sich von einem anständig gekleideten, dem Anscheine nach reichen, Fremden ausgesucht zu sehen. Ich unterhielt mich mehre Stunden mit ihnen, und dann ging ich in Begleitung eines Chachams nach dem Bet hamidrasch Refael FarchiS. Wir kamen durch zwei Höfe, welche mit weißen vicreckigren A'labastersieinen gepflastert sind. Herrliche Springbrunnen und'duftende Rosenbäumchen gaben dem Ganzen ein malerisches Ansehen , und die Sonne spiegelte sich in ihrer ganzen Pracht in den reichvergolderen Wanden. Da6 Bet hamidrasch, ist zwar klein, enthalt jedoch eine große Anzahl Sefarim, die für mich aber nickt von besonderer Wichtigkeit waren, da sie gedruckt sind, und wir in Europa bereit» alle gedruckten Bücher besitzen. Nur einen arabischen More Nebuchim, von dem die ersten'Abschnitte fehlen, habe ich als Manuscript gesehen. Der Bibliothekar hätte ihn mirauch.für einen noch so hohen Preis nicht abgetreten, obgleich er sehr freimüthig versicherte-, daß er nichts davon verstehe. Außerdem fand ich noch ein zweites Manuscript, chaS Tora, Ncbiim und Kitubim enthalt. ES ist eins der schönsten, welches ich in meinem ganzen Leben gesehen-habe, und übertrifft selbst die der Karaim in Cahiro. Es enthalt den Commelnar des ’pi'i, alle rvDV*i72,-unö ist auf jedem Blatte mit den schönsten reichlich vergoldeten Verzierungen versehen. - Darauf besuchte ich Chacham Jacoub; wir gingen in die Synagoge, und fanden dort eine große Versammlung, in welcher stch auch viele Wohlhabende befanden. Man zahlt überhaupt viele angesehene Häuser, und einer der Bankiers -Ibrahim Pascha'S ist sogar ein Israelit, sein Name ist -pn. Dieser Name, der, wie Sie wissen, -em Erstgebornen gehörtwird von dem erstgebornen Knaben oder dem erstgebornen Mädchen (mutatis mutandis) gleichsam als Titel der Erstgeburt für sein ganzes Leben beibehalten °). Man legt wahrlich einen bedeutenden Werth auf dies Glück der Erstgeburt! Am zweiten Tage besuchte ich einen vor dem Stadtthore Babescharki gelegenen Platz. Hier wohnen aus grauem Alterthume °) Der .Name •mi^aiü' (Senior) hat vermuthlich. denselben Ursprung. Aussätzige *■). Sie werden dortin diesem unglücklichen Zustande geboren, verheirathen sich unter einander, und leben von der ganzen übrigen Menschheit abgesondert. Sie treiben keine Geschäfte, und fristen ihr kümmerliches Dasein von der Güte des Pachäs und anderer wohltätiger Menschen. Hat in der Stadt jemand da« Unglück aussätzig zu,werden, so wird er ohne Weiteres, ohne daß man Mittel zu seiner Wiederherstellung.versucht hat, seinen Leidensgefährten für immer zugeftllt. Har der Aussätzige den Chusch el Kaakti (Eintritt der Aussätzigen) einmal betteten, so verläßt er ihn nie wieder. — Auf eine säst ähnliche Art verfährt man überhaupt im Orient gewöhnlich mit-den Hausern, ja sogar mit den schönsten Gebäuden. Wird auch nur ein Theil von ihnen mehr oder minder schadhaft, so ist man nicht darauf bedacht, sie auSbepern zu lassen, sondern man läßt sie ja gänzlich verfallen, und endttch, zur gerechten Verwunderung aller Fremden, in Schutt verwandelt liegen. Ich verließ diesen Ort, und wendete mich nach Djobar, dem Dorfe, welches die Höhle Elijahu'ü enthalt, und zwar diejenige die Db73 in den. Worten angedeutel ist: Lech schul ledarcliecha inidbarah Damassech. „ t! Es ist eine kleine tiefe Höhle -im Felsen, auf welchem über denselben eine schöne. Synagoge erbaut ist. Eö wohnen dorr mehrere Familien. An jedem Sonnabende wie an allen übrigen Festtagen kömmt eine große Anzahl Menschen aus der Stadt, um hier zu beten. Aüßecdem wählt man diesen Ort auch oft zu Spaziergängen, denn er ist überaus reizend, und auch ohne dieö fühlt sich gewiß jeder Israelit in der Nähe deS OrreS wo Elijahu gewesen sein soll, erhoben und seinem Gotte näher gerückt. — Die Araber erkennen, sowohl diese als alle andern Traditionen an, welche, von den Israeliten als 'wahr angenommen werden, denn, sagen sie, es ist ihnen von ihrcii'alten gelehrten Propheten mirgetheilr worden.— Auf dem hiesigen Begräbnißplatze ist daS Grab des berühmten Kabbalisten b^l^l tr^n. DaS ist nun fast alles, waö ich Ihnen über diese uralte Stadt zu sagen weiß. Die Einwohner im Allgemeinen sind von Much undorientalischem Stolze beseelt. Man kann in europäischer Kleidung sich überall hin begeben, reiten, und in kurzer Zeit alle Freiheiten des Eingebornen genießen, und dennoch blickt nur zu oft der verborgene Haß hindurch. Sie' scheinen nur aus eine Gelegenheit zu warten, um.zu zeigen, wie locker die Bande der Freundschaft sind, in der-sie mit den Franken stehen. Ueber die Anzahl der Israeliten, über die Anstalten, Lehr- und Krankenhäuser werde ich später etwas milcheilen, wenn ich hierüber im Allgemeinen spreche. Im Ganzen hielt ich mich drei Trage in DamäScüs auf, und nachdem ich daS Wichtigste gesehen Hane, begab ich mich zu Pferde, nur von meinen -Dienern begleitet, die ich in DamascuS angenommen hatte, und langte nach einigen Tagen hier an. Nun ist es meine Pflicht, Ihnen eine Beschreibung der interesienten Dame zu entwerfen , in deren Hause ich rzüch noch jetzt befinde. <Lady Ester Stanhope ist die Nichte des berühmten Pitt. Mil diesem ihrem Oheim, arbeitete sie im geheimen Kabinet der englischen Regierung. Ihrer allgemein anerkannten Klugheit, Gelehrsamkeit und bewundernSwercher. Schönheit halber wurde sie der königlichen.Familie.fast gleich geachtet. Ihrer Vorzüge sich wohlbewußt äußerte Tie über alles frei und. ohne Rückhalt ihre Meinung.. In. einem heftigen Streite über Religionsangelegenheiten soll, nach ihrem eigenen Geständniß, der Erzbischof ihr zugerufen haben : Mit diesem Pistol hätte ich Sie erschossen, wenn mich nicht die Rücksicht auf ihren. Oheim zurückgchalren hätte. — Schon in der Jugend zog sie sich auS der Gesellschaft im älterlichen Hause in , die Einsamkeit zurück; am frühen Morgen ritt sie auö, denn nur im Freien fühlte sie sich glücklich. Nach PittS Tode faßte Lady. St. den Entschluß, England zu verlassen, und sich irgend einen Aufenthalt zu suchen, wo sie ganz ihrer freien Denkungsart und ganz der Natur leben *) Man behauptet, daß diese Leute von ''IN''tl herstammen, der, durchdm Fluch Elischa'S, das P222 HSIÜ für sich und seine Nachkommen davon trug. 2 Kön. 5, 27.