Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 21 (16.2.1839)
- Date
- 1839-02-16
- Page
- Seite 82 (sequence 2)
- Language
- German
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82 ren demnach solche Anstalten nöthig, wo die Kinder von ihren Eltern entfernt, -nach ganz andern Grundsätzen erzogen würden, , und alle' bösen Angewöhnungen im Sprechen und Thun zu entfernen und^ihnön Liede zucArbeitsamkeit einzuflößen. Das sah der würdige junge Kabbkne Latte s wol ein, der oft über Erziehung predigt, und sorgte besonders dafür, daß die, die Religions-Schule besuchenden Kinder eine angenehme und doch nützliche Beschäftigung in den freien Stunden und besonders an den Ferien- Tagen in der Verfertigung verschiedener Gewerbs-Gegenstände fänden, die eine freie Bewegung zulaffen, und wozu wenige und unschädliche Werkzeuge nöthig sind. Das Haben auch die Kinder sehr gern, weil es ihrer Neigung zur Bewegung entspricht, und sie nicht zum ewigen Sitzen > anhält. Wenn einmal der angewöhnte Müßiggang gewichen, und Liebe zur Arbeitan dessen Stelle getreten ist, so ist ein Bedeutendes gewonnen, und ein weiteres Verderbniß gehemmt. - Sonstige Verpflegung findet hier die ärmere Klasse im höchsten Grade; die Venetianische Gemeinde zeichnet sich hierin wahrhaftig aus. Kleidung und Holzim Winter, wöchentliche Spenden , Mazot - Vertheilung am Pesach, zu welcher Zeit das israel. Militär auch gänzsich beköstigt wird, Krankenpflege und Todtenbestattung, Unterstützung der Fremden. Beiträge für Jerusalem lassen die Gemeinde-Unkosten zu einer ungeheuren Summe sich belaufen. Und dazu kommt dlls keinesweges geringe, private Almosen. Besonders that sich der wohlthatige Sinn der Gemeinde bei Gelegenheit der Cholera und der Uebecsckwemmung in Ungarn am rühmlichsten kund. Dadurch, und wegen ihres friedlichen, gefälligen Benehmens, lebt sie auch mit ihren christlichen Mitbürgern im besten Vernehmen. Im k. ^.Bürger- Spital wurden auch schwerkranke Israeliten unentgeldlich verpflegt, und haben diese dort eine eigene Küche, und einen . israel. Aufwärter. Weil wir zur allgem. bürgerlichen Wohtthats-Anstalt-Kasse beitragen, so bekommt die Gemeinde eine verhattnißmaßige-Summe für ist. Arme jährlich daraus, und die letzten haben auch an den außerordentlichen Geldspenden der Stadt und S. K. H. des Vice-Könkgs den gebührenden Antheil. Bei alle dem muß man leider gestehen, daß die Armuth hier sehr zahlreich ist, weil es noch Viele giebt, die es weit bequemer finden auf Kosten ihrer Mitbrüder zu leben, als zu arbeiten!, -.Dagegen zeichnen sich mehrere aus der mittler» und hohem Klasse durch Talente, und Thatigkeit wirklich aus, und genießen eines großen Ansehens. Zu diesen gehören mehrere der hiesigen BaNquiers und Handelsleute, besonders aber H. Ritter Giacomo Trrves de. Bonsili, Mitglied der Handelskammer, so wie auch der k. k. Akademie der schönen Künste und der zur Ausführung einer Eisenbahn von Venedig nach Mailand niedergesetzten Kommission. Doctor Namiah, ein junger Mann wurde zum Sekretär der Wissenschaften im Atheneum ernannt, vr. Levi durch seine Uebersetzung des Violiouere de8 §ciences Medicales mit eignen Verbesserungen und Zusätzen, und durch andere Werke bekannt, wurde von S. M. dem sel. Kaiser Franz mit einer goldenen Dose beehrt u. s. w. Wir zählen hier.mehrere Fabrikanten besonders von den allgemein, berühmten Glasperlen. Was die Gebrüder Lats für Ackerbau geleistet ' ist durch diese Zeitung schon bekannt gemacht worden.. Israeliten wurden hier in allen Casinos, so wie in höher» Gesellschaften bei Adelichen Familien ausgenommen^ j«. Einige wurden vjtt dem unlängst während des hiesigen ÄüftntMts S. M. gegebnen Hoffeste eingeladen. Kurz der bürgerliche Zustand unsrer Glaubensgenossen in Venedig und ihre Verhältnisse zu den Christen sind wahrhaftig erfreulich, und lassen nur auf weitere Fortschritte -der bürgerlichen Gleichstellung hoffen. T h e o l o g i e. Ritns der Synagoge von Avignon, beschrieben von Br, Zunz, in Berlin. (Fortsetzung.) Zweiter Tag. Reschut ni^Nn oder äiVtfb n'2 ni3; begleitender Pütt: i-rnipn ttöb; Nischmat 212 tnip» b^T» von Joseph; Kadisch I2"i. Kleinere Gedichte für die üblichen Einschaltungen. Vor der Ceremonie mit dem Lulab: •’rwp ^littn V2p> vor dem Hallet: tsbp «n b2 8112 (wie am zweiten Tag Pesach). Die Bibelverse vor der Lektion beginnen "pma *]im In der gegenwärtigen Ordnung der Hoschanot sind die Zwischen - Piutim: a) 2^221 NN8' 828, b) innis ibs ..d^a (Joseph), c) wo (Joseyh), d) Ü253 ,W> m‘251^2 (Joseph), e) Ehedem war der Pismon , dem Hoschana folgte 7V N2V -pwa* mit einerlei Reim, dann wiederum die Piutim a, c, d, ein Schluß-Pismon ö^sn ■’E und Schalom iVij? »73ön "ip2. Dritter Ta^- An diesem und den darauf folgenden drei Tagen — im Fall keiner davon auf einest Sabbat fällt — bieten nur die Hoschanot etwas zu bemerken dar. Die Zwischen-Piutim sind: a)2rrpofi d) ^222« ''iibrr, c) w und d) d^T nwii-;2, beides von Joseph, ß) btt (M0se). Ehemals: Nach dem Hoschana: VriaiaV 2ir< wie die früheren und.alle entsprechenden der folgenden Tage, mit einem durchgehenden Reim (Vf. Joseph), nebst a, c, d. Vierter Tag. a) inbi? aniitTSiis, b) ■pT ^8, c) d) k-)vp-< riVttiii2, e) m iiiOM .^ttv letztere drei von Joseph. Ehemals ging den Stücken a c,d;