Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 18 (9.2.1839)
- Date
- 1839-02-09
- Page
- Seite 71 (sequence 3)
- Language
- German
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71 oder ‘p-Ttt N121272, begleitet von NVL2 oder tPlnVK ‘’sa 1P7-L4; Nischmat in 6 Strophen -s72r> vor dem Kadisch oder N^2N letzteres nur ein Anfang und ein Schluß eines Piut, der in noch veckürzterer Gestalt vor Nei'la am Versöhnungstage üblich ist. Vor Barchu: rin^sa nTY,»T. Ofan ‘fnrs'ö f-p mit dem strophischen Schluß willi-ip, in Bau und Ton übereinstimmend mit Mo-se ben Esra's Pismon für den Versöhnungstag und unstreitig von ihm oder einem Zeitgenossen. Ein zweiter Ofan N'tdNp U5b\l) öWi» besteht nur aus einer Strophe. Die M eo'ra N"ii2l dient auch als Klagelied für den neunten Ab. Auch die verschiedenen Ahaba's sind nur abgerissene Strophen, die die Sehnsucht nach der Erlösung aussprechen, ohne das eigentliche Fest zu behandeln. Sulat und Mi Kamocha finden nicht statt. Ein Gedicht iö*’ b'D «Pin geht dem Halles voran; ähnliche den Bibclversen (anhebend ri^Nd Schalom: Anfang ''M'i ‘v>DK ‘psr» i-mba rbN. Oder die einfache Strophe: Ü^tÖTT’ Vy ülblü mKSJtrt ■»dVs -OINIp .maas /n ös;72 (Fortsetzung folgt.) Briefe des Herrn vi. Loewe aus dem Oriente. 'Erster Brief"). Noun unweit Zidon 19. Juni 1838. -In diesem Augenblicke befinde ich mich in dem Hause der wohlbekannten Lady Stanhope, einer Dame, über die ich Ihnen später noch manches mitzurheilen gedenke. Ich kam gestern Morgen hier an in der Absicht, beute wieder zurück nach Zidon zu gehen, indem ich Lady Stanhope nur meine Aufwartung macken wollte. Die Einladung dieser Dame jedoch, einige Tage in ihrem Hause zu verweilen, war so dringend, daß ich mit Anstand cS nicht ablehnen konnte. .Dem Anscheine nach werde ich nun so lange hier zubringcn, bis ich bessere Nachrichten über die Umgegend Jerusalems! erhalten werde, (wegen der Pest). Ihre erste Frage wird wol sein: Wie kommen Sie denn nach Syrien? . ®) Die früher von Herrn vr. Loewe äuS Aegypten eingegangenen Briefe, von welchen bereitb früher in diesen Blättern Meldung geschehen' ist, sind weniger von speciell jüdischem Interesse, da dort bekanntlich sein Augenmerk mehr auf alt-ä'.qvptiscbe Gegenstände gerichtet war, und er merkwürdige Mittheitlinge» über die Karaiten in Kahiro für eine spätere Gelegenheit aufspart. Einen kurzen Aufenthalt in Nubien benutzte er znr Erlernung der dortigen Sprache und denkt bei seiner Zurückkunft nach -England eine Grammatik derselben, die erste'die je erschienen ist, heranSzugeben. Darüber will ich Ihnen Auskunft geben. Eben war ich im Begriffe Egypten zu verladen, da regte sich in mir ein glühendes Verlangen, daS Land meiner Vater zu sehend Warum sollte ich die Sprache, den Geist und die Suren der alten Egyprer kennen, und nicht dem Lande'wenigstens dieselbe Forschung widmen, in dem unsere heilige Religion in ihrer ganzen Blüthe sich zeigte? in dem an jed'en Fluß, an jeden Baum eine heilige Sage sich knüpft? Ich traf also die nöthigsten Vorbereitungen zu einer zwölftägigen Reise durch die Wüste, und schon harre ich Kameele gemierhet, da stellte der Chamsin-Wind sich ein, und mein Borhachen war vereitelt. — Dieser Wind wirft die stärksten Menschen auf das Krankenlager, und nur wenige, selbst von ben Eingeborenen, bleiben während der fünfzig Tagen (zwischen Pegach und Schebuot °)) in denen er weht, ganz von seinen Wirkungen verschont. Es ist ciii, heißer Südwind, der zuweilen von Morgen bis Abend weht, und in die innersten Gemächer dringt. Der Arzt miderrierh mir die Reise durch die Wüste, und wünschte, daß ich Cahiro so baldals möglich verlassen möchte. Dem gemäß begab ich mich am zweiten Mai auf eine Barke, und ,am sechsten war ich in Alexandria- Der Nil thar die beste Wirkung auf meine Gesundheit, .und, fast ist cS unglaublich, kaum war ich eine halbe Stunde auf dem Flusse, und alle meine Leiden waren verschwunden. Wahrend meines Aufenthaltes in Alexandrien besuchte ich den Chacham PnaVü, einen Many mit einem hcllsehrnden Geiste, was, beiläufig gesagt, in diesem Lande eine Seltenheit ist. In seinem Hause befindet sich auch ein Manuscript von .. mit Namen ri'LNrii cs handelt über mathematische Geographie; ich habe nur wenige Seiten aus demselben gelesen, und kann daher für jetzt nicht viel, über den ganzen Inhalt sagen. (Der Schreiber hat eS sich späterhin verschafft». Der Platz, auf welchem die berühmte Synagoge Vü) gestanden hat, soll, so behaupten einige der Kundigen, in El Teil sein, ein Platz, den man passirt wenn man nach dem Kanäle Mahmondiah geht.' Man hätte dort einen Stein-mit einer Inschrift gefunden, doch weiß man weder wo dieser Stein geblieben ist, noch was die Inschrift enthalten hat. — Meiner Meinung nach war diese Synagoge auf einem ganz anderen Platze in Alexandrien. Ist der Nähe dcö berühmten 'Obelisken (fälschlich genannt: Cleopatras Nadel)-ist ein großer Platz, der.wohl jene geräumige Synagoge hätte fassen können. ' ' ■ Hier soll vor langer Zeit eine Synagoge gestanden haben, doch weiß man nicht welche. Man hat eine Mauer um diesen Platz gezogen, und eine Synagoge in der Mitte desselben erbaut, die jedoch noch nicht vollendet ist. Daß dieö der wirkliche Platz der alten Synagoge gewesen, darin bestärkt mich besonders der Umstand, daß er sich \n der Nahe eines andern wichtigen Platzes befunden bat, tJba Obelisken nur an Orten von bedeutender Wichtigkeit errichtet wurden), den man von so großem Umfange den Israeliten nach dee Zeit der Ptolemäer nickt vergönnt haben würde, daß er zweitens an den uralten Begräbnißplatz gränzt, der in neuerer Zeit in einen festen Platz umgeschaffen ist, und daß endlich der Boden unterhöhlt ist, wie die Israeliten nur bauen konnten, als sie noch in Kraft und Ansehen standen. Ich suchte in den Trümmern Belege für meine Meinung, und glaubte eben in Stücken von prachtvollen Alabastersäulen solche zu finden, als der Banab (Aufseher) mir zurief: Fa min barra (das hat man von draußen genommen). ES bewohnt jemand diesen Platz, der ihn bepflanzt und .zugleich der Hüter desselben ist. Ich besuchte auch den Begräbnißplatz, und erstaunte da ich nicht mehr als vier bis fünf Leichensteine fand; mein Führer gab mir als Ursache davon an, daß die Araber, besonders die Soldaten, alle Leichensteine zerstören. Alles Uebrige, was ich Ihnen noch über Alerandrien sagen könnte, verspare ich auf ein anderes Mal, da ich Ihnen noch vieles mitzuthcilen habe, bevor ich an die Beschreibung meines jetzigen Aufenthaltes komme. - *) Sollte die» nicht vielleicht mit der ^''Üd - Trauer'in Verbindung zu setzen sein? vr. L.