Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 15 (2.2.1839)
- Date
- 1839-02-02
- Page
- Seite 60 (sequence 4)
- Language
- German
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60 En Selhon noch Eine Lora ganz unverletzt erhalten, wodurch sie, schwebend in-Gefahr und tfotli, in der Uebung des Eottesdienstcs — wicwol dicß auch nur auf dem Altane/ eines gdst- . freundlichen Arabers — noch einen Trost finden konnten. Ueberhaupt blickte bei au den Jammerscenen doch Die/allmaltendeMacht und Güte Gottes wie erquickende Lichtstrahlen oft hervor. Sv ist der alte und ehrwürdige Schwiegervater dieses Berichterstatters, welchem die Babaren, schon ein Messer an Den Hals gesetzt hatten, durch em Wunder gerettet; denelb'en Frau ist mit einer Wunde ani Beine glücklich Davon gekommen; wieder ein Anderer ist, von einer Kugel gefährlich getroffen, gegen alle Vermuthung doch genesen, und so har noch die wunderthänge Hand des Höchsten manchen Frommen und Guten im Leben erhalten. — — ' ' So wett die Berichte. Zugleich warnen fie vor allen s.,g. und führen mehrere Beispiele de« Betruges an. Die bis dahin eingelaufenen außerordentlichen Spenden beliefen sich auf F. 8343, wovon auf die Niederlande F. 2987, auf Frankreich F. 2439, auf 'Deutschland F. 2500auf England F. 109, auf Nord-Amerika F. 207 kommen. . Das zwe ite Sendschreiben vom 16. TamuS 5597 (1837) wurde bei Gelegenheit des Erdbebens am 1. Januar 1837, über Das wir mehrere Male berichteten, erlaffen. -Als Originalberichre stellen wir folgende hierher. „In einem Briefe auS Jerusalem d. d. 14. Schebat (20. Jan.) d. I.' von dem in der rabbinischen Literatur rühmlichst bekannten Rabbi Israel, Vorsteher, heißt eö an einer Stelle, wie folgt: „Am 24. Lebet zur Zeit des Vespergebets, erhob sich ein mächtiger Orkan, ein furchtbarer, von dem, der durch feinen Blick die Erde erschüttert; selbst hier richtete er einigen Schaden an, die Stadt erbebte, aber der Vorsicht Dank, des Menschenlebens war Schonung. Zu Sichem (Nablusa) hingegen stürzten Häuser und Gewölbe ein, auch gegen 60 Menschen kamen dabei um, doch keiner unserer Israelitischen Brüder. Allein in dem heiligen Galiläa, ach! zerstört liegt Zephat (Saffe t) und L iberias (Labare), zertrümmert die Häuser^ und alle Synagogen verheert. Weder Straße noch Marktplatz ist kenntlich, Blitze durchzuckten die Luft, und das Meerwaffer überströmte die Stadt. Daß mein Haupt doch, daß meine Augen ein nie versiegender Thranenquell waren, damit ich Lag und Nacht beweinen könnte die Gefallenen meines Volkes! denn der größere Lheil unserer Mitbrüdcr liegt erschlagen, und unter ihnen die wohlbekannten achtbaren Gelehrten und Vorsteher R. Abraham Anhori, mein Seelenfrcund $. Nissim Sa ra chj a Asulai, und Di. Harm Joseph Zarphati. JnSgesammt ließen in Zephat ungefähr 2000 Personen unseres Volkes ihr Leben; viele aber außerdem wurden unter den Trümmern verstümmelt und verwundet. Und, ähnlich ist der Unfall in Liberias, doch flüchteten sich hier mehrere Gelehrte noch glücklich. Unter diesen der berühmte R. Ha i m NissimAbualafia, nur leider wurde bei der Flucht sein Bein beschädigt. Mein Haupt lastet gleich einem Stein auf mir, und mein Augenlicht verdunkelt sich, ob der Leiden Menge, denn die Lebenden hungern und lechzen,. Regen und Schnee fällt auf sie, und nirgends ist ein Haus, nirgends ein Obdach am kalten Tage. Ich schicke den hiesigen SyndieuS'mit 20 Personen, 'mit einigem Gelde, das ich hier aufborgte, nach Zephat um die Todten zli begraben,, die Lebenden zu stützen, und hierher, zu bringen. Weh und Ach! der eine verlor feine Frau, die Frau tthren Mann, beide -ihre Kinder, Kinder ihre Eltern. Hier hatten wir ob des großen Unheils sine allgemeine öffentliche Trauer veranstaltet, und in den großen Synagogen uns versammelt. In ihnen saßen wir z'ur Erde, und sangen-Trauergesange,nach frommem Brauch. Viele Gelehrten predigten Leichenreden/ und'kein Auge blieb thlänenlos. In Strömen flößen Zähren herab, denn siewürdigten alle den bitteren Schmer; und das herbe'Leid! Auf'denn, Herren und Freunde meiner Seele! beherzigt dieses Eiend, und erbarmt Euch über die unglücklichen heimarhlosen Brüder, die Opfer eines zürnenden Vaters wurden." u. s. w. - ' > (Schluß folgt.) Anzeiger. .In demselben werden Annoncen aller Art gegen I Gr. Gebühr«, für dle gespalten« Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum aufgenommru. Die Verlagshandlung. Lei J. M. Gebhardt in Grimma erschien unid ist durch alle Buchhandlungen zu beziehen. Caäalogus filtyromim Biaaaaaiserlp« tomm cg ui In foiMio.CBieea se~ natoria civitatis Lipslen §is asservamtur. Fase. IV. cum VI. tabli. lithogr. in gr. 4. Druckvelin. Fase. I—IV. ä 10 Tlilr. 16 Gr. — Dieses 4te Heft enthält'die Aufzählung und Be- - Schreibung derltebraeisclieia, rabMwf scliena und jsyrisclieil Codices von dem gelehrten Hr. Dr. Franz D elitzsch, mit Beiträgen des Herrn Dr. Zunz in Berlin. Bei Philipsen in Kopenhagen und Hin'richs in Lei pzig, ist zu finden; ■ ' , ■ '■ / . Dr. Abr. Alex. Wolff, >(Ober-Rabbine und Pre- - diger in Kopenhagen), Predigten auf alle Sabbat- und Fest-tage des JahreC Erstes Heft./ 8. 1838. geh. Subscr. Preis 9 gGr. — Dessen 3 Vo rlesu ng en als Einleitu ng zu Vorträgen über das Judenthum in der Erscheinung und in der Idee, gehalten r.n .der Lesegesellschaft.- „dem neuen Ver^ ein" zur Weckung und Belebung einer größern Kenntniß vom Geiste und Wesen des Judenthums. 8. 1838. geh. n. 9. gGr. D r u ck f e h l e r: Nr. 8. S.' 31. Sp. 1. Z. 24 v. u. lies „immer mehr" für „nimmer mehr." Z. 21 lies „schmählichsten" für „schwächlichsten." ' ' . -Druck von Z. B. Hirschfeld. (Hierzu' das lite'far. und Homilet. Beiblatt No. 4.)