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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-01-31 · Heft 14 (31.1.1839) · p. Seite 55

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 14 (31.1.1839)
Date
1839-01-31
Page
Seite 55 (sequence 3)
Language
German
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Erlöschen ihres Stammes. *) Es wärealso rathsam eine Untersuchung über sie nicht in die Lange hinauszuschieben, falls überhaupt eine über sie angestellt werden sollte. — 2) Wenn die oben angeführten, heiligen Schriften und Bücher der Israeliten in China uns interessant sind, theils überhaupt, weil wir, auch bis in jene entfernten Gegenden vor so langer Zeit schon die heilige, hebräische Literatur verbreitet finden, theils wegen der, obfchon geringen Veränderungen, die die heil. Schrift oder ihre Eintheilung und die Titel ihrer einzelnen Bücher im Vergleich mit ihrem Zustande in den meisten bekannten Landern, dort erfahren haben, so müssen die bei den Indischen Israeliten Vorgefundenen Schriften theils in hebräischer, theils in tamulischer Sprache, unsre Aufmerksamkeit besonders in Anspruch nehmen. Ein Räthsel ist, wie allbekannt, in der Geschichte des jüdischen Volks noch nicht' gelöst — das gänzliche Verschwinden der 10 Stämme. Indessen hat man in der neuesten Zeit die Vermuthung aufgestellt, daß vielleicht die Afganen Nachkömmlinge jener älteren Kinder des Exils seien. Dem berühmten Förster fiel zuerst der jüdische Charakter in der Gesichtsbildung der Afganen auf. (Pergl. d. Ausland 1829, No. 87.) Ja, für jene Meinung, welche die benachbarten Völker und die Afganen selbst theilten, sprach sich. Sir William Jones geradezu aus, und zeigte die Wahrscheinlichkeit derselben, da, wie er meinte, barbarische Völker, bei ihrer Verachtung, gegen den jüdischen Namen, mit einer jüdischen Abstammung sich doch gewiß nicht brüsten würden, wenn sie nicht durch Ueberlieferung von der Wahrheit ihrer Angaben überzeugt waren. Monstuact Elphinftone, Verfasser eines interessanten Reichsberichts über Kabul, ist zwar anderer Ansicht, weil er keine Verwandtschaft zwischen dtr Sprache der Afganen (dem Puschtu) und dem Hebräischen wahrnehmen konnte; dagegen behaupteten aber die Missionare von Serampur nach einem langem Aufenthalt in Af¬ *) Ja wir finden diese 'Besorgniß schon bei Broticr an den Tag gelegt, der sich folgendermaßen ungefähr darüber äußert: 8inensium gutem ludaeorum res diu floruere-,. atque etiam ita adcreverunt, ut viros plurimos habuerint, Sinensibus Iiteris insignes, opibiis validissimos, imperii quoque dignitatibus ornatos, provinciarum nempe rectores et mandarinos, ut loquuntur. Praecipuae eortim sedes memorantur Nimpo, Ning-kiay Hamteheou, Peking et Cai-fong-fou. At paulatim, labantibus Judaeorum rebus et muitis ad Muhamedanam sectam defiecteutibus, uti Judaeis Pekinentibus aliisqne contigit, soll jam eognoscuntur, ludaei Cai-fong-fou. Urbs autem caput est provinciae Honan, et ab urbe Peking centum quinquaginta leucis distat. Yariis ibi funestisque Judaei conliictati sunt, eo'rum Synagoge inundatione fluminis Hoang-ho anno 1446, incendio sub inilia Jmperatoris Ouan-li, qui imperium tenoit ab anno 1573, ad annum 1620, iterum inundatione anno 1642 häusta est. Tum restituta exstat adhuc, paucis forte annis duritura. ganistan, wo sie die Landessprache gründlich studirten, indemselben Puschtu mehr hebräische Wurzeln als in irgend einer morgenländischen Sprache Entdeckt zu haben. - Die' ersteren genaueren Nachrichten über eine jüdische Colonie in Malabar, deren Bestehen zwar schon seit Marco Polo bekannt war, erhielt Europa durch Dr. Buchanan (vergl. seine Christian Researches 1811, London). Derselbe hatte während des Jahres 1806,- wo ec sich in Indien aufhielt, der britischen Regierung in Betreff der syrischen Christen in Südindien Mittheilungen gemacht, und die Aufmerksamkeit des damaligen Generalgouverneurs, des Marquis Wellesley, auf die Juden in Malabar gelenkt, worauf dieser Anordnungen traf, um die Nachforschungen Dr. Buchanan's zu fördern. Letzterer begab sich demnach im November 1806 nach Cochin, der Hauptstadt von Malabar, wo er ein ganzes Jahr verweilte, und über die Lage und Geschichte der dortigen Juden vollständige Erkundigungen einzuziehen Gelegenheit hatte. Aus diesen ging hervor, daß -die Juden nicht eigentlich in Cochin wohnen, sondern in einer Stadt, ungefähr eine Meile davon entfernt, die Matacherry und Judenstadt genannt wird, und fast ganz von Juden bevölkert wird, die hier zwei ansehnliche Synagogen besitzen. „Es befanden sich unter ihnen, sagt vr. Buchanan, sehr einsichtsvolle Männer, die nicht ganz unbewandert in der Geschichte anderer Nationen waren. Auch Juden aus den entferntesten Theilen Asiens waren hier zu finden, so daß dieser Ort die Hauptquelle der Geschichte des jüdischen Volkes in diesem Theil des Orientes ist. Die hier wohnhaften Juden theilen sich in jerusalemitische oder weiße, und schwarze Juden. Jene haben hier ihren Aufenthalt vorzugsweise, auch die schwarzen Juden haben hier ihre Synagoge, allein der größere Theil dieses Stammes, bewohnt Städte im Innern der Provinz." Die weißen Juden zeigten ihm eine Erzählung in hebräischer Sprache von ihrer Ankunft in Indien, die ihnen von ihren Vorfahren hinterlassen worden, desgleichen zwei wohlgehaltene Kupferplatten, in altem Tamul beschrieben, die eine auf beiden Seiten, die andere zu drei Viertheilen. Diese enthielten die ihnen von einem alten Könige von Malabar ertheilten Pcivilegien. Von diesen Kupfevtafeln wird weiter unten die Rede sein. vr. Buchanan erfuhr aus diesen schriftlichen Urkunden sowie aus ihren mündlichen Ueberli'eferungen, daß die Juden mach der Zerstörung des zweiten Tempels in großer Menge nach Indien gekommen und Erlaubniß erhalten sich in Krauganor niederzulaffen. Die ihnen ertheilten Privilegienwaren Buchanans Ansichten zufolge, im Jahr der Wett 4250 (490 n. C,hcisto) verliehen worden. Gegen tausend Jahre blieb Kranganor

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