Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 14 (31.1.1839)
- Date
- 1839-01-31
- Page
- Seite 56 (sequence 4)
- Language
- German
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o6 der Wohnsitz dieser Juden, die von 72 Aeltesten beherrscht wurden. Andere Juden, sollen ihnen, der Mündlichen. Sage nach, gefolgt, sein und die aus der Plünderung des Tempels geretteten silbernen Trompeten., auf denen der unaussprechliche Name Gottes geschrieben war, mit sich gebracht habend) Später seien Juden aus Spanien und andern Orlen, die von der glücklichen Lage ihrer Brüder in Indien vernommen, dahin gewandert, bis zuletzt unter ihnen Uneinigkeiten gusgebrochen und einer der jüdischen Häuptlinge einen indischen Fürsten - zu Hülfe gerufen, der mit einem großen Heere sie angegriffen, ihre Wohnungen^ und öffentlichen Gebäude zerstört, sie aus Kranganor vertrieben, einen Theit von ihnen gelobtet, einen andern in die Gefangenschaft geschleppt habe. . ' . ■ , ’ ■ Dr. Buchanan schloß aus der indischen Gesichtsbkldung der schwarzen Juden, daß sie viele Jahrhunderte vor den weißen Juden, die jene alS eine Kaste niederer Abkunft vexachteten, nach Indien gekommen fein mußten. Bei seinen Besuchen in den Städten der schwarzen Juden im Innern des Landes fand er viele Manuscripte in hebräischer Schrift, und eine alte Abschrift des Pentateuch auf einer ledernen Rolle von 48 Fuß Lange aus zusammengenähten Häuten, vr. Buchanan. gab die Zahl der irr Cochin, Malla, Parur und anderen Städten ansässigen Juden auf 1529 an.' (§ o r t s e tz u n g f v l g t.) Auszüge. Aus des Herrn Salvador's neuestem Werke. , Mit Bem erkungen. . (Fortsetzung.) Mitten in. den Bewegungen der Völker, ihres geistigen und , materiellen Lebens, „theilte das kleine Volk an der Scheide des.< Morgen- und Abendlandes, an den asiatischen Ufern des Mittelmeeres, zwischen Syrien, Arabien, Egypten nicht die religiösen Ideen und Sitten aller anderen Nationen; es ließ weder die Mehrheit der Göttinnen und Götter zu, noch deren Geburten, Familien und Kampfe, und der Nutzen der Symbole war für. dasselbe bis zum einfachsten Ausdruck herabgestiegen. .Wert entfernt, das menschliche Leben als eine Last zu betrachten, bestimmt unaufhörlich gewisse Rachebezeugungen ^)eS Himmels zu zeigen, suchte dieses Volk, das menschliche Leben selbst im rauhesten Mißgeschick, zu feiern, unter den unsrer Natur zugänglichen Bedingungen, als die kostbarsteWohlthat, und führte zu dem Wunsche, diesesmenschliche Leben lang, friedlich, reich an Erkenntniß, an.Empfindungen und Gütern zu machen, seine' gattze religiöse Hoffnung und. die *) Hiermit stimmt nicht-überein, daß unter den Basreliefs auf dem -Triumphbogen des Titus die.silbernen Trompeten alS ein Theil der Beute aus dem Tempel zu Jerusalem abgebildet sind. . . ganze Energie seiner Gesetzgebung zurück., Dieses besondere Volk, welches man "das Prinzipicnvolk (!s peupla-princhps) mit demselben Rechte, mit welchem Rom die' Stadt des Königsvolkes (penple-roi) gemannt wird, nennen kann, -V ist die hebräische Nation öder daö Volk Israel; denn der Name'des jüdischen Volkes bezeichnet eine der großen politischen, und moralischen^ Revolutionen, die in seiner innern Eristenz vorgegangen." — . Wir sehen leicht an, daß wir hier an den eigentlichen Lcbensmittelpunkt der Salvador'schen Schrift'.gekommen sind, an seine Ansichten über das jüdische Volk, die jüdische Religion und daS jüdische Gesetz. Daß diese Ansichten großartig sind, hat der Leser aus dem Bisherigen vorauSsihcn gelernt: daß-sie aber ma ncherlei Mißgriffe en tha lten,-sind wir ganz gewiß. Wir wollen daher zuerst die Ansichten Salvador's ununterbrochen entwickeln,, und erst dann ihre Beurtheilung versuchen. ' Salvador geht zuerst von Abraham auü. „Als der Urahn des Hebraismus, sagt er, als Abraham die astrologischen Gottheiten und die blutigen Idole, welche im westlichen Asien angebetet wurden, verworfen hatte, um an deren Stelle zü setzen den Kul- ' tus einer unendlichen, ewigen . Gottheit, welche man am meisten einander entgegengesetzt glaubte, beschränkte sich diese moralische Revolution nicht in der Idee von Gott; sie umfaßte auch dieAuffaffungsweise des menschlichen Lebens und die entfernteste Zukunft aller Familien der Erde." „Zuerst zerstörte dieser Kultus einer einzigen Macht die im ganzen Morgenlande dem Prinzip des Bösen beigelcgte absolute Herrschaft (fatalite absolue.)" Anstatt nach den asiatischen Dogmen, das Leben zu einem ausschließlichen Aufenthalt des Elends, zu einer ZwangsarbeitSansralt, wo -das Böse gesühnt wird, '(prisonexpiatoiie), zu machen, bestimmte es Abraham nur als einem Stachel , uns immer wach zu'halten, als eine, vorübergehende Folge unsrer Unwissenheit und unsrer Leidenschaften (passions); ja es. würde einst ganz verschwinden, um das Leben des Menschen in seinem ganzen Glanze als unmittelbares Erzeugniß und Ausfluß der höchsten intelligenten Macht leuchten zu layen. — Uni dieses zu erhärten, stellt unser Autor in einer Anm. die Ansichten des Orients und^der Bibel (1 Buch Mos.) über daS verlorene Paradies gegenüber; wo denn von jenen die Menschen als gefallene Engel, daö Leben als eine Züchtigung dieser ff. erscheint, die Bibel-aber schon vor dem Falle, und durchaus nicht als eine Strafe, dem Menschen daS Weib hinzugesellt, ihm die Erde zu füllen vorschrcibt," ihm als Ziel sitzt, die Zierde und das Haupt der Erde zu sein, das Bild Gottes, vermittelst der schöpferischen und ordnenden Fähigkeiten, die ihm. verliehen-sind. Wenn aber nach beim Falle, heftige Leidenschaften, Schmerz, Zwietracht hiervon Gelegenheit genommen, sich auf der Erde zu verbreiten, und die beständige Zwischenkunft der intelligenten Mächte , d. i. der mit wahrhaftem Geiste begabten Menschen, nothwendig gemacht haben: so haben doch die durch diese bewirkten Revolutionen immer zum Zwecke, die Wirkungen des Falles.— des Erwachss der Leidenschaften — zu bessern, ohne im geringsten die-innere Würde der gegenwärtigen Welt, und den natürlichen Charakter deö Menschen, den ihm Gott verliehen, cinzutasten. — Andrerseits stellte Abraham, nach Salvador, dem bei den Morgenländern verbreiteten Kastengeiste, die Verbrüderung aller Menschen .gegenüber, und bestimmte, „daß alleNationen der Erde, zurückgeführt früher oder spater,' zu. dem Geiste ihrer GeburtSgleichtwit, sich vereinigt sehen werden in einer vollkommnen Glückseligkeit und wie-zu einem selben Gastmahle (bangubt), zu Gunsten der natürlichen Grundsätze der Erkenntniß und des'Rechtsj, welche seinem eigenen Geschlechse einzuprägcn, er die persönliche Mission hatte." Er verweist hierüber auf 1 Mos. 12, 1., 18,18. 28, 14, und erinnert an die Mischna, daß die Menschen von Einem Paare herstammen, damit Niemand sich an Geburt vorzüglicher halte. (Bekanntlich. erklärte ein tcil.mudischer Weise die Worte der Schrift „dies ist die Gesihlechtsfolge. Adams ff." für einen Hauptsatz, weil dadurch erwieseü, daß alle Menschen Brüder.) (F ortsetzung folgt.s Redactcur: Dr. L. Phrlrppfon. — Verlag von Baumgartners Buchhandluüg. — Druck von I. B« Hirsrbfeld.