Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 14 (31.1.1839)
- Date
- 1839-01-31
- Page
- Seite 54 (sequence 2)
- Language
- German
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mentative and devolronal on ■ the subject of the Jewish religion in zwei Bänden, Reden.' ih, englischer -Gpr^e über religiöse' und moralische Gegenstände,, gehalten in t^rsMnagoge seines Gemeinde? " ‘ Der Geist, der in diesen Wecken herrscht, wird vielleicht zu orthodox scheinen; jedenfalls ist es aber lene Orthodoxie voller Klarheit und Erhabenheit, welche ■ man so gern bei dem Philosophen vön Berlin (Mendelssohn) bewundert, und der uns hinreißt. Herr Leeser bekämpft aus allen Kräften den Indifferentismus und die Anhänglichkeit an bloßen Formen in der Religion, 'sich stützend auf die heilige Schrift und die Rabbknen. Sein Styl kann nicht gewählter sein, seine Ansicht ist umfassend, sein Wissen, wenn auch mehreren großen Gelehrten Deutschlands untergeordnet, weit entfernt, mittelmäßig zu sein. — Früher schon veröffentlichte derselbe Gelehrte; 1) Unterricht in der Mosaischen Religion, eine freie Uebertragüng des Lehrbuches' von Iohlson; 2) Religiöser Unterricht für junge Kinder, ein Auszug des vorhergehenden; 3) hat der Autor vor, eine neue Ausgabe der Gebete der portugiesischen und spanischen Israeliten zu redigireru; . , Hamburg, 18. Jan. (Privatmitth.). Die öffentlichen Register des'verflossenen Jahres 1838 für diese Stadt ergeben folgendes Resultat: unter 3855 ehel. 'Geb. 226 jüdische!, worunter 5 von - 814 unehel.Geb. 2 jüdische*)) derportug.Gem. ' n 5407 Todesfällen 218 - - , worunter 5 von der portug. Gern. 1445 Ehen 74 - , nämlich:. 57 unter Assistenz des Herrn Chacham Bernays, 5 durch Herrn Prediger vr. Salomon, 2 durch Herrn Prediger vr. Kley, und 10 proklamirte und noch nicht vollzogene. Die portugiesische Gemeinde hatte diesmal keine Copulationen. —Die Erwiderung des Herrn Landrabbine Hirsch an Herrn vr. Creizenach fällt hier auf, da gerade die verletzte Empfindlichkeit von den hiesigen Freunden des Herrn Hirsch als der Grund angegeben wurdeweshalb - derselbe den Angriff des Herrn vr. Salomon aufffeine 19 Briefe unbeantwortet ließ: ein Grund, der freilich bei der Geiger'schen Recension, die ebenfalls nicht beantwortet wurde, wegfällt. Berlin, 13. Jan. (Privatmitth.). Auch in hiesiger Gemeinde, welche durch den hochverewigten zweiten Maimuni eigentlich den Impuls zur allgemeinen Civilifation des Judenthums gegeben, wurde schon lange das Bedürfniß eines geregelten und zeitgemäß verbesserten Gottesdienstes tief ge-- fühlt, und so mancher Versuch ihm abzuhelfen gemacht; aber leider, wie bekannt — umsonst. Doch die Zeiten haben sich geändert, und somit auch die Gesinnungen! — Was vor Jahren nur von dem besseren und einsichtsvolleren Theile hiesiger Israeliten gefühlt und versucht worden, ist jetzt zum allgemeinen Bewußtsein gekommen und zur— °) Dieses Verhältniß der unehelichen zu den ehelichen Geburten, die sich freilich überall wiederholt, bitten wir diejenigen Herren doch ja sorgfältig ad notam zu nehmen, die uns Juden zu allem Uebrigen auch noch so freigebig die Beförderung der „Emancipation des Fleisches" aufburden. Correfp. Ausübung. — Sekt einigen Monaten ist das Plaudern an hiesiger Synagoge bei- Strafe untersagt worden; der Herr Obstvorsänger Asher - Lion hat sstnen dreispktzigen Hut.mit einem geistlichen Bar it t-e und > O tn a t e, in welchem er auch bei sonstigen feierlichen Gelegenheiten erscheint, vertauscht, und statt der profanen, trillernden altmodischen Gesänge, einen neuen Harmonischen vierstimmigen Gesang eingeführt, den in wachsten Wochen ein Chor wohlsingender Knaben unterstützen wird. Das Mkzwot-Versteigern bekömmt ebenfalls sein Ende, und wenn das Einfuhren erbaulicher deutscher Vorträge bald den getroffenen Verbesserungen die Krone aufsetzen wollte, dann wahrlich, würde das Werk den Meister loben. 8ed nihil fit per saltum! Schließlich muß noch bemerkt werden, daß die Synagoge durch diese Verbesserungen schon ungemein viel an Besuchern gewonnen hat, und die unermüdete Thätigkeit des Herrn ObervorsängerS A. Lion, den Choralgesang aufs Beste einzurichten, laßt hoffen, daß die Zahl derselben sich täglich vergrößern werde. Mögen nun diesem höchst löblichen Beispiele hiesiger Gemeinde bald die größeren Städte unserer Monarchie folgen. Iiwcz. Historische Mittheilunge» über d i e Z u d e n i u Asien und Afrika in dem letzten Jahrzehend. (Eingesandt durch vr. I. Fürst.) (Fortsetzung.) Hinsichtlich der Aussprache des. Hebräischen weichen Gozani und Kogler in ihren Angaben, wie wir aus den mitgetheilten Ueberschriften ersehen haben, auffallend von einander ab. Während nach ersterm die Aussprache der chinesischen Israeliten von unsrer europäischen nicht im Geringsten verschieden ist, ist sie nach letzterm eine ganz andere. Versteht es sich nun auch von selbst, daß Koglers Ansicht und Angaben bei.uns den Vorzug haben müssen, da seineNachrichten von einer Kenntniß des Hebräischen, zeugen, so muß diese Abweichung doch allerdings sehr befremden, da Gozgni, seiner Unkenntniß des Hebräischen sich wol bewußt, hier gewiß' nur Bericht abstatte, nicht selber erwog. Sehr zu befürchten steht,, bei der geringen Anzahl der Juden in Cal-song-sou — bis jetzt mindestens wissen wir noch nicht, ob auch in anderen Städten China's sich auch Juden vorsinden — da sie sich, wie die europäischen mit den Landesbewohnern nicht verbinden, ein allmaliges