Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 12 (26.1.1839)
- Date
- 1839-01-26
- Page
- Seite 11 (sequence 7)
- Language
- German
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il Hand die zu erwürgen, welche er noch Brüder zu nennen wagt. Wenige Jahre vorher hat er eine Ode'bei Gelegenheit der Einweihung des Israelitischen Tempels zu Paris veröffentlicht, herausgeklaubt aus verschievenen poetischen hebräischen Schriften. Einige Jahre hindurch gab er einen israelitischen Almanach heraus. _ Herr Eologna hatte solchen auch in anderen Jahren geliefert, wie auch die Herren Polach, Sarchi. Herr Cahen hat dieses Werk zum Rang eines Jahrbuches erheben wollen, und hat-ein Israelitisches Jahrbuch für 1831 —1832 herausgegeben, begleitet von verschiedenen nützlichen Belehrungen, so daß sie noch jetzt tauglich sind.- Abn wie alle Herausgaben in Frankreich, die nicht für das allgemeine Publikum sind/ hat auch diese keinen Erfplg gehabt, und ist nicht wieder erschienen. Jetzt liefert Herr Ma nasse jährlich einen franz. mp. — Um auf Herrn Drach zurückzukommen, so zeigt dseser, wie man im Zwischenraum weniger Jahre die Synagoge besingen und die Kirche feiern kann!- Gleichen Geist hat er in einer neuesten Schrift (Rom 1838) bewiesen. Aber er nennt sich auch jetzt Ritter und Abbe Drach, was ihn jedoch nicht verhindert, in den „Annalen der christlichen Philosophie" über Abarbanel zu scherzen, der dm Titel Don führt! *) So sieht man jedenfalls, daß die Zahl der Christen, die im Interesse der Juden schreiben, in Frankreich größer ist, als die ihrer Gegner. (F ortsctzung folgt.) Literarische Corresporrdenzen. Königsberg, 1. Nov. Ich habe bereits in No. 36. Beiblatt'8. a'.'f das nächstens in Leipzig erscheinende wichtige Werk 5iV2pm hroin Schrift und Tradition" von unserm Rabbinen Jacob Mecklenburg, aufmerksam gemacht, und besonders hervörgehobcn, daß es in der Form eines hebräischen Conrmentars zu den fünf Büchern Mosis eine glückliche Vereinigung dcS schriftlichen und deö mündlichen Gesetzes enthaltend, auf Grundsätzen der Wissenschaft und der Synagoge. beruhe, und eben so merkwürdig dem Inhalte .nach sei, wie sein Styl anziehend genannt zu werden verdiene. Noch bestimmter hat sich der Herr Verfasser selbst in dem, im vorigen Jahre bereits erschienenen, 'vorzüglich schön geschriebenen hebräischen Ankündigung über den Hauptzweck seines Buches ausgesprochen.- Es soll nämlich auf wissenschaftlichem, .sprachlich-dogma- °) Abarbanel war Geheimrath deS Königs ÄlfonS V. von Portugal, Ferdinand von Spanien und Alfons von Neapel, und konnte also d-esen Titcl mit Recht führen. Obgleich er nicht von Ehrgeiz frei zu sprechen, so hat doch sein Betragen bei der Auswandrung aus Spanien bewiesen, daß er stetö geneigt war, den Ehrgeiz der Religion zu opfern. Redakt. tischem Wege besonders vier Punkte durchgehendS vor Augen haben: 1 die 'traditionellen Erklärungen der heiligen Schrift mit ihr selbst in harmonischen Zusammenhang zu bringen; 2) die vom höchsten Wesen in der Schrift häufig gebrauchten menschlichsinnlichen Ausdrücke genügend zu rechtfertigen; 3) die von den Urvätern erzählen oft tadelhaft erscheinenden Handlungen in ihr rechtes Licht zu sehen; 4) die vielen im Pentateuch vorkommenden sogenannten lückenhaften Verse ohne irgend eine Ergänzung als ^an sich vollkommen darzustellen. Mag auch nicht Alles an dem Werke gelungen sein, mag Manches bin und wieder eine scharfe Kritik erfahren, so ist es jedenfalls geeig.net, die Aufmerkf.imteit aller denkgläubigen Gemürher auf sich zu lenken, und verdient nicht nur von'Seiten der Freunde der hebräischen Literatur und Wissenschaft, sondern'auch von Allen,, denen die Förderung des wahrhaft religiösen Geistes in Israel am Herzen liegt, unterstützt zu werden. Denjenigen Herren aber, welche hier und in der Umgegend aus besonderer Hochachtung' gegen den Herrn Vers. sich vorzugsweise für sein Unternehmen lebhaft intereffiren und sich namenrlich das Werk für den Subscriprionöpreis von 14!blr. anschaffen wollen,, gestattet der Unterzeichnete es gern, daß sie sich mit ihren resp. Aufträgen direkt an ihn wenden mögen. Dr. M. Freystadt. Königsberg, 1. Dezember. Erwiderung. Gerne gewähre ich dem hiesigen ReligiönSlehrcr die in No. 115 ausgesprochene Bitte, aus den in seinem Programme für die wahre Prophetie deS Bileam ausgestellten Beweisen dasi gerade Gegentherl da'rzuthun, was ich um so leichter kann, als ich, nicht gewohnt irgend eine Behauptung ohne'Beweisführung hinzustellen, gleich anfänglich bereits eine solche eingesandtj und diese nur bisher auS Gründen weggeblieben, die nicht vor daö Forum der Oessentlichkeir gehören.' Das Thema der EinladungSschrift. ist daher, wie ich richtig angegeben, „die wahre Prophetie des Bileam zu beweisen," und ich laue mir diese richtige Angabe des Themas von der ersten Parenthese jenes holperigen Satzes nicht nehmen. Ich weiß wohl, daß auf den ersten zwei Seiten die, Tradition und Wissenschaft verspottende Lieblingshyporhese des Verf. vom Versmaaß der alten Hebräer wieder aufraucht, und auch in die Bileanischen Reden moderne Rhythmen hineinzwangt, an denen er so unschuldig ist wie an seiner wirklichen Prophetie. Allein nicht gewohnt, die Themata nach Titeln- und Einleitungen aufzufassen, habe ich mich ubcröici', nickt von dem ungeschickten Kunstgriffe blenden lassen, dem Hauprrhema, nämlich, wie gesagt, den Bileam als wirklichen Propheten zu bezeichnen,eine ungehörige Aufschrift und eine'noch weil ungehörigere Einleitung vorzusetzen. Es ist schon überhaupt von vorne herein etwas Mißliches und Widersinniges, Bilcarü, der fortwährend Böses und nur einmal im Leben Gutes im Sinn hatte, des einen Mals wegen einen wirklichen Propheten zu nennen. Und nun'gar die Beweise jener Behauptung'! — ich wiederhole es, sie besagen das gerade Gegenrbeil. Denn I) geht auS der Stesse des Talmuds B. B. $vl5, 2: Qi£023 512*222 nur so viel hervor, daß Bileam ein heidnischer, nimmermehr aber ein wirklicher Prophet war. (Vergl. unter andern den gegen das En>e des Pentat.). 2> die Stelle in'Sanh. F. 106, 1^, er war zuerst ein Prophet und zuletzt ein Zauberer" — wird nicht vdn Tosefot, sondern von Raschi kommenlirt, wenn auch Raschi diesmal, weil gai^ kein Tosefot da existirt, zufällig auf der linken Seite steht, und dieses Zufällige macht denn, daß Bileam im Momente des Segensspruches auch nicht einmal ein heidnischer Prophet war. Raschi erklärt nämlich daS Wort „zuletzt" durch die Worte: „da er-die Israeliten zu verfluchen beabsichtigte." Nun geht aber aus vielen Stellen'desselben Raschi zur heiligen Schrift 4 B. M.oss. 22, 11. 20. 25. 23,15 (lat hervor, daß gleich bei der Bbrensendung des Balak, Bileam ih/r in seiner schändlichen ,Absicht noch zu übertreffen willens war, mithin bewies die angeführte Stelle ausdrücklich, .daß Bileam selbst bei der Segens-