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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-01-26 · Heft 12 (26.1.1839) · p. Seite 10

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 12 (26.1.1839)
Date
1839-01-26
Page
Seite 10 (sequence 6)
Language
German
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10 Herr Baron Sylvestre de Sacy hat seinerseits auch über das Bailfche Weck geschrieben. Man kennt die religiösen Ansichten Sacy's;- so erregt es kein Erstaunen , daß ec die, mit Energie von dem gelehrten Großrabbinen widerlegte Meinung gewagt hat: die Nachkommenschaft Abrahams müsse, ungeachtet aller Anstrengungen der Menschen^ ausgezeichnet bleiben von allen den Nationen, in deren Mitte sie lebe. Diejenigen, welche de Sacy nur nach seinen ausschticßenden Ansichten in der Religion kennen würden, würden ihm die Gerechtigkeit nicht widerfahren lassen, die man ihm, als dem ausgezeichnetsten Orientalisten neuerer Zeit, schuldig ist. Für ihn hatte ein aufgeklärter Jude aufgehört Jude zu fein er war, nach ihm, ein Stein, gefallen von dem Gebäude, auf welchem das Christenthum ruht. Herr M. D. hat über denselben Gegenstand ein Schreiben an Herrn de Sacy veröffentlicht. Der Verfasser ist mehr in der Wahrheit, wenn er das Illiberale in den Ansichten des Herrn von Sacy nachweist, als in' Bezug auf die Vermischung der Israeliten mit den Christen. Derselbe, welcher spater das Jüdenthum .verlief hat auch eine sehr beredte Broschüre unter dem Titel: „Betrachtungen über die Maaßregeln welche die freien Städte Deutschlands gegen ihre Bewohner jüdischer Religion getroffen *)," herausgegeben. ' Eine Schrift, welche allen denen zu sorgfältiger Benutzung angerathen werden kann, die sich jetzt in Deutsch-, land mit der Emancipation der Juden beschäftigen, ist die „Notiz über die Israeliten in Frankreich, zur Beantwortung von Fragen, durch einen fremden Gelehrten aufgeworfen;" ohne Name des Verfassers (Parks, 1821)**). Dieser Gelehrte ist Herr von Müller, Kaisers Nuss. Staatsrath. Statistische, biographische Notizen, Sitten ff., alles findet sich in dieser bemerkenswerthen. Schrift. „ Aber eine Broschüre, die ein wahrhaftes Aufsehn machte und machen mußte, ist die Schrift des Herrn Singer, betitelt: „Von den Israelitischen Konsistorien in Frankreich." (Paris, 1820. ~ 8.). Der, von Natur witzige Autor, laßt bisweilen mit großer Originalität die Nichtigkeit der 'Einen, die Genügsamkeit der Anderen hervortreten: er laßt nützliche Wahrheiten hören, setzt philanthropische Vorschläge auseinander; die Wahrheiten haben noch nicht.aufgehört, Wahrheiten zu sein, und die Vorschläge .. . sind noch Vorschläge. °) Reflexions sor les niesnres que viennent de prendre les Villes libres de f Allemagne contre leurs liabitans qui professent la religion juive. Notice sur l’etat des Israelites en France, en reponse a des qnestions propqsees par un sayant etranger. Im Jahre 1821 setzte die Könkgl. Akademie der Inschriften und schönen Wissenschaften als Preisfrage aus: den bürgerlichen, literarischen und Handels-Zustand der Juden Frankreichs, Spaniens und Italiens vom ölen bis zum 16ten Jahrhundert, zu untersuchen. Herr Cappifigue, Schüler der königl. Schule des Chartres erhielt den Preis; — noch hat er das Urtheil der Akademie vom Publikum nicht bestätigen lassen. Von den ehrenvoller Erwähnung von der Akademie werthgeh'altenen Schriften find drei erschienen: 1) /,Die Juden des Occkdents" von Arthur Baugnot (Paris 1824) *), ein Buck voller nützlichen Untersuchungen? mehr Genauigkeit in den.Faktis, ein, weniger panegyristisch gehaltener Ton, sind die einzigen Vorwürfe, die man dieser Schrift von sehr philanthropischer Tendenz machen könnte, deren Verf. noch jung war. 2) Zustand der Juden in Frankreich, Spanien und Italien ff., weniger ausgedehnt als die vorhergehende Schrift, hat diese eine philosophische Tendenz. 3) „Die Juden im Mittelalter, ein historischer Versuch über ihren bürgerlichen, commerciellen und literarischen Zustand" von G. B. Deppin^ (Paris, 1834) **). ■ Dies ist eine gewissenhafte und unpartheusche Arbeit. Das Gute, was er von den Juden sagt, muß um so mehr schmeicheln, als er ihnen oft auch die Wahrheit sagt. Nichts dcstoweniger ist sie nicht von Fehlern frei, und hat oft ohne Prüfung. Volkssagen zum Schaden der Juden aufgenommen. Es ist auch zu bedauern, daß" der Autor die Citate -aus Uebersetzungen geschöpft. Hätte er.den Text lesen können, würde er oft Fehler vermieden haben. Herr Betting von Lancastel hat auch (Strasburg 1826) „Betrachtungen über den Zustand der Juden in der christlichen Gesellschaft und besonders im Elsaß" ***) veröf-, fentlicht.' Wenn die vorhergehenden Bücher bisweilen eine zu günstige Tendenz zeigten , so giebt diese Gelegenheit zu glauben, daß Herr von Lancastel dem Einflüsse des Landes unterlegen, das seine Schrift hat entstehen sehen, denn er neigt sich auf das entgegengesetzte Uebermaß. / Wir sprechen nur, der Erwähnung wegen, von den Briefen, welche Drach, katholischer Konvertit, .an seine früheren Glaubensgenossen gerichtet hat. Christenfeind vor seinem Uebertritt, sucht er nachher miteiner liebkosenden *) Wir gaben und geben in Anin. den franz. Titel nur von den Schriften, wo dieser schwerer und weitläufiger ist, die leichten und kurzen kann ein Jeder selbst bilden. Redakt. •*) Ist auch in deutscher Uebersetzung erschienen, Stuttgart 1834. S. Veurtheilung im Israel. Pred. und Schul-Magazin Bd. II. S. 41. . , , ,, ' R'edakt. •se) Considerations sur fetal; des Juifs dans la societe Chretienne et particulierement en A'qace.

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