Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 12 (26.1.1839)
- Date
- 1839-01-26
- Page
- Seite 12 (sequence 8)
- Language
- German
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12 crtbeilung ein Zauberer war, also das gerade Gegentheil von des» Vers. Behauptung. — 3) Allerdings zählt MaimonideS im More Nebucdun'Ly. 2. K. 45. 11 Stufen des Prophenömuö und rech-' nct Bileam-zur Zweiten, Schade aber, daß er gleich im Anfänge vxS Kapitels dagegen warnt, diejenigen, die auf dem ersten und zweiten Grade der Prophezeiung stehen, wirkliche Propheten zu nennen, ^23 •’Q r>W äVi. Wer weiß auch nicht, daß die Ausdrücke Nabi und Nebuw nicht immer eine wahre Prophetenwürde, sondern oft eine bloße Redner- und Weisb'eitkgabe, oft auch ein falsches Prophcrcmhum schlechthin bezeichnet? Oder sind selbst Abraham, Hiob, David, Salomon wirkliche Propheten? und wird nicht geradezu 1 B. K. 13. 11 u. ÜO. ein falscher Scher Nabi genannt? Und nun noch Bileam? (Man sehe überdies den aufgcfundenen Commenrar des— Abarbanel — z. St. d. More ncb. Wir haben also auch hier wieder das Gegentheil gefunden, und können dies auch von den noch angeführten Ueberschungen und Bibclkommeutaren, S. 7 u. tz. des SchriftchcnS, mir Leichtigkeit/Larthun.' Denn wenn 4) alle namhaften Uebersetzer die Worte inrn -jiVy (4 B. Mos. 24. 2.) durch „und eS kam auf ihn der Geist Gottes" wiedergeben, so ist ja dieser Geist GotteS himmelweit vom Geiste der wahren Prophezeihung verschieben, ein Unterschied, den der Herr Religionslehrer aus der von ihm citirten und "eben erst gewürdigten Stelle des MaimonideS gerade am besten hätte lernen können, bei welcher Gelegenheit er auch aus dem 41 Kapitel den Grund ersehen hatte, warum OnkeloS paraphrasirt P3 *-8123 N12 und nicht Jenes bedeutet den Geist Gottes in seiner Mittelbarkeit, dieses in seiner Unmittelbarkeit. WaS endlich 5) die rabbinifchen Ausleger anlangt, so sind sie wiederum alle gegen den Verf. Vam Ramban führt er leider nur den Anfang und nicht das Ende an, wo eS aber ausdrücklich heißt: Bileam rühmte sich nur deS Prophctiömus, ohne ihn zu besitzen nxsnb nn3> 173L3-2 "TiSDna '■DT.N.’k 23^3. Aus dem Rafchbam liest sich bloß „der Geist der Schechina". heraus; das Wort ^3^2'2 wird aber weder in der Bibel noch im Talmud für Ndri23 gebraucht, sonst müßten auch nach dem Spruche dec Väter: „Wenn drei über das Wort Gottes sich unterhalten, so ruht,die Schechina^auf ihnen" fast lauter Propheten auf Erden wandeln. WaS Raschi berrifft, so halte der Verf. nicht den ^.sondern den klassischen Misrachr dabei zu Rache ziehen sollen; der harte ihn belehrt, daßMaschi sagen wollte, der Gedanke, den Israeliten nicht zu fluchen, wäre dem Bileam ein durchaus fremder, dem seinigen gerade entgegengesetzter, mithin ein göttlicher gewesen. Den So har aber, muß ich zur Ehre des Religionölehrers glauben, har er gar nicht einmal gelesen, sonst hätte er F. 113. 193. und besonders in der von ihm selbst angeführten Stelle F. 211, wo dem Bileam auch zur Zeit des Segenöspruches über Israel ein unheiliger Geist beigelegt wird, selbst das gergde Gegentheil seiner Behauptung ausgesunden. 1 Habe ich also zu viel gesagt, daß aus den vom Verf. ausgestellten Beweisen die der seinigen gerade entgegengesetzte, wahre Ansicht klar hervorleuchtet, daß Bileam kein wirklicher Prophet war? Giebt eS etwas Leichteres, als.angegebene Stellen nochzuschlagen 'und beim ersten Blick das wahre Versiändniß der Sache zu, finden? Was soll nun die letzte Gegenbemerkung in No. 115 d. Z., daß das Programm auf wissenschaftliche Weise die Frage behandelt habe? Kann etwas, unwiiienschafrlichcr sein, wenn man die eigenen Ciratc nicht versteht oder gar nicht einmal gelesen har? Kann man auf 4Octavseiten medr Falsches, Schiefes und unrichtig Verstandenes anhäufen, als man hier ohne viel zu suchen zu seiner Ergötzlichkeit antrisir? Doch ich habe noch ein Glied deS mehrfach crwakmten holprigen Satzes, besonders in Augenschein zu nehmen. Der geistreiche Verfasser des viel besprochenen Programms hält es für angemessen die übrigen Berichte und Bemerkungen des in mancher Hinsicht befangenen Königsberger. Referenten auf sich beruhen zu lassen. Ich bitte doch den Herrn, mit zu sagen, wo ich mich in meinen Berichten befangen gezeigt? Etwa da, wo ihm die Wahrheit ungelegen kam? Dmür kann ich eben, so wenig, alS wenn ich zuweilen von Männern Gutes zu berichten habe, d'ie sonst meist radelhast erscheinen. Ich habe es nie mir den Personen, sondern stets mir den Sachen zu thun, und es ist mir deshalb ganz gleichgültig, ob ich's dem oder jenen unrecht, wenn ich es nur der Wahrheit recht mache. Ich habe es nie für nöthig gefunden, diese mir Winkelzügen und gletßnerischer Äoppclgängigkeir zu umgehen. Einem Religionslehrer aber sollte die Enthüllung der Unwahrheiten seines Nächsten am meisten »am Herzen liegen, und was meine Persönlichkeit anlangt, so weiß er, daß ich es in 'meinem Leben schon mir ganz andern Leuten, als er ist, zu .thun gehabt habe. Dixi. Freystadt. München, 15. Mai. Bibliographische Notizen über die hebräischen Manuscripte der königlichen Bibliothek zu München, von L i l i e n t h a l. (Fortsetzung.) 243) Einzelne Recepte für gewisse Krankheiten, einige. in arabischer Sprache mir hebräischer Schrift, andere in hebräischer Sprache. 2) Q-nj-; eine medicinische Abhandlung über innerliche und äußerliche Krankheiten in 107 Abschnitten von Vidal BilguS, aus. verschiedenen medicinischen Werken cvmpilirt. — 3) Der Kanon des Abul li Ebn Sinna, arabischer Text mit hebräischer Schrift. —- 244) Aristoteles über Logik oder das erste Buch der Analytik; dann daö zweite Buch der Analytik. Seine Naturphilosophie und »Metaphysik mit einem kurzen Commentar des Jbn Roschd. Sämmtliche Lcnannre Werke aus dem arabischen ins hebräische übersetzt von KlonimuS ben Klonimuö Todroö 5071 (1311). Die Abschrift ist von Rüben ben Salomon aus Mailand 5198 (1438). 2) '2 die Sophistik des An- 'stotcles und 3) 'q über Demonstrationen von demselben. 245) Von dem Urin, medicinische Abhandlung von Nechonia, dem Uebersetzer des Galenus. 2) irr©;-; ‘nsn von R. Isaac Israeli. 3) .->n^73N b von demselben 4> Alphabetisches Register von den Namen verschiedener medicinischer Materialien in lateinischer, arabischer und hebräischer Sprache. — (Fortsetzung folgt.). Redacteur: Dr. L. Philippson. — Verlag von Bäumgärtners Buchhaadlung. — Druck von I. B. Hirschfeld.