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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-01-26 · Heft 12 (26.1.1839) · p. Seite 46

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 12 (26.1.1839)
Date
1839-01-26
Page
Seite 46 (sequence 2)
Language
German
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46 15. Sp. ,1. Z. 20. zu verbessern, wo es anstatt „nicht nur die Proselytenmacherei ff." heißen muß: „nicht um die Pros." - , Warschau, 4. Jan. Dem Journal de Francfort ist auf einen von demselben mitgetheilten Artikel aus, Warschau vom 12. Nov. (s. No. 155 vor. I.) unterm 28. Dez. von Seiten der Warschauer Theater-Direktion eine Berichtigung zugegangen, durch welche die in jenem Artikel enthaltenen Nachrichten, namentlich die, daß in Warschau ein jüdisches Theater und 19 Liebhaber - Theater, beständen, für reine Erdichtungen erklärt werden. — Daß sich das in russischen und polnischen Nachrichten so vorsichtige 1. üe Fr. hat eine Satyre an die Nase drehen lassen, ist bemerkenswerth, daß alle deutschen Blatter, und auch die unsrigen, sie wieder gegeben, ist Beweis, daß das Ba-- rocke auch stets sein Gefallen erregt. Seesen, 5. Jan. (Privatmitth.). Es giebt einige Namen von gutem Klang in unserm Judenthume; und diese müssen wir uns zu bewahren wissen, und die Pietät vor ihnen nicht aufgeben. Besonders aber sticht unter einem gewissen großen Haufen der Name Jacob sohn noch immer glanzend hervor, und beschämet die Engherzigen, welche jenen in den, Hintergrund zu drangen sich nicht entschließen können. Dieser an Barmherzigkeit und Edelsinn so reiche Sohn Jakob's hat sich dadurch zum Symbol gemacht, das, wenn die Herzlosigkeit der Reichen so fortwüchse, die Nachkommen einmal zum Mythus umformen könnten. Wie angenehm ist es nun, auch einmal wieder die Namen der Söhne mit dem würdigen Vater vereint zu sehen, als. Beweis, daß des Vaters Werk von ihnen fortgeführt werde. Es lieget vor uns die im Druck erschienene'-Rede des Hrn. Dr. H. Jacob fon, gehalten am 8. Juli a. p. bei der > Einführung des Herrn Dr. Wohlw ill als Direcrors der hiesigen Jacobsons-Schule, aus der einige Stellen hier angeführt zu werden, wohl verdienen. Sie tragt überhaupt den Eharakter der Gemürhlichkeit, und schiebt eine schon vergangne Zeit dicht an die Gegenwart durch das unmittelbare Organ des Sohnes zum Vater. Sie beginn.t:. „ES ist für unS Söhne, die wir von dem theuern Vater durch, seinen letzten Willen den ehrenden Auftrag erhalten haben, das auS der Fülle feines reichbegabten," menschenliebenden Gemüthes hier geschaffene Werk fortzuführen, eine wehmüthig freudige Empfindung, uns als Vollstrecker seines Willens hier in diesen Raumen zu sehen. Alles führt uns das Bild des theuern Mannes vor die Seele, der hier mit seinem lebendig anregenden Geiste und mit einer ihm eigenthümlich gewesenen liebenswürdi-. gen Begabtheit die JugcnbgemüthcF belebt und angcfeuert hat; und Alles erneuert zugleich den Schmerz, in ihm den lieben Vater .verloren zu haben. Daß er dahingeschieden ist, ohne daß cS ihm vergönnt war, in ungetrübter Freudigkeit ganz die lohnenden Früchte seiner hier ausgestreueten Saat zu ernten, da6 ist unsere Wehmvth. Wir beklagen es, und mit uns gewiß ein Jeder, der den Mann in der Blüthe seines thatkräftigen Lebcüs gekannt hat. Daß er sich aber neben vielen unsterblichen Denkmälern seines wirksamen, geschichtlich bedeutenden Lebens hier ein ehrendes Denkmal, dauernder als Erz, gegründet hat, und daß es unS, 'seinen Söhnen, vergönnt sein soll, dieses Denkmal zu pflegen, zu erhalten, und mit dem Drang der unhaltsam vorwärts eilenden Zeit besonnen fortzusühren, damit es im zeitgemäßen Fortschreitcn neue Lebenskraft gewinne, und nicht etwa in starrem Beharren verwittere, das sind freudige, herzerhebende Empfindungen. —" . . Später -spricht er „über den Werth, den diese Stiftung für die zum Heile der Menschheit im'Allgemeinen geschehene Tilgung gehässiger, den Verstand entehrender und den Urbcgriff und die tiefste Idee der Humanität hcrabwürdigender Vorurrheile gehabt hat. Wird dieser Werth von Ihnen mit der großen Menge des erleuchteten Europas'anerkannt, welches, seitdem eS sich selbst so mannökräftig zu. erläsen begonnen, auch den Segen der Freiheit über die jüdischen Glaubensgenossen verbreitet und dieselben zum Mitgenuffe gleicher Menschen- und Bürgerrechte in den meisten Staaten berufen har; (Rechte, die Niemandm entzogen werden dürfen, der gleiche Bürgerpflichten übernommen): so gehört noch ein besonderes Urtheil über den Werth der Anstalt für. diese Stadt Ihnen,' geehrte Herren, an. Ohne Unterschied des Glaubens ist der Besuch der Anstalt Jedem gestattet. So wollte eS der Stifter. Die jugendlichen Gemüther sollen durch das Band früher Jugenb gemeinschaftlich mit einander verschlungen werden, damit die herangewachfenen Generationen, frei von vörurtheilSvoller GeisteSb'eschränkung, einst erkennen sollten, daß in dem großen Garten des. Herrn alle' seine Kinder gleich berechtigt sein müssen, wenn sie sich Alle zu dem hohen und höchsten Zweck vereinigt haben, zum gemeinschaftlichen Wohle der Menschheit, Jeder nach seinen besten Kräften, fördernd' zu wirken. Das ist höchstes GotteS-Gesetz, höchstes Ziel aller Religionen, die in diesem einen großen Endziel sich dereinst begegnen und lösen werden. 'Hinzuwirken und zu streben nach dieser Entwickelung ist Pflicht und Aufgabe .für einen Jeden, damit die Vernunft mit ihren ewigen, festen Gesetzen immer mehr zur Herrschaft komme und die Jrrthümer, die, so oft ihr Regiment-erschüttern und. durch mißverstandene Freiheitsbegriffe Staaten und Völker bewegen, weichen müssen. Dahin soll die Erziehung wirken, und, die Heiligkeit jedes Glaubens ehrend, zu wahrer Religiosität führen. Möge auch unsere,--Änstalt in diesem Geiste wohlthuenb wirken!"/— Är^oöy, 25. Dez. (Privatmitth.). Im Jahre 1810 ga^ der verdienstvolle I. Perl eine Schrift unter dem TiteF in Wien heraus, welche kn einem si'ngl'rten chaffidaischeu Bcitftvechsel.,.die^Lächerlichkeiten dieser'Sekte' zu veranschaulichen sucht. Anläge wie Ausführungsweise ist höchlichst gelungen, und Hab die beste Wirkung gehabt. Jetzt 'aber ein Anonymus giufgetreten, und hat eine Nachahmung der Pe.rlffchen Schrift, p-NL -»N12 (Prag, 1838), veröffentlicht, welche sich erdcerstet, die ganze jüdische Bevölkerung Galliziens, insonders'Brody's, auf die empörendste Werse zu insulriren, ihr - die gröbsten Laster aufzubürden, und sie öffentlich zu denunzirren. Fehlen diesem Libell .schon, an und für sich alle die Eigenschaften, welche die Perl'fche Schrift auszekchneten: so müssen wir auch, bei etwaiger Verbreitung derselben im Auslands, schon jetzt dagegen'protestiren, da wohl die Schamlosigkeit gegen eine ganze, so zahlreiche Körperschaft, noch nie so weit getrieben worden, und gerade, die löblichen Ergenschaften, welche von allen Fremden an den hiesigen Juden gerühmt werden, den Eifer des Schmähschreibers am meisten auf sich gezogen. .Wol würden wir dem Verfasser die Beweisführung für

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