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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-01-26 · Heft 12 (26.1.1839) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 12 (26.1.1839)
Date
1839-01-26
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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SLL, Jahrgang. Allgemeine No. IS. Zeitung des Judcnthums. ULu uuparlheiisches Organ für alles jüdische Interesse (Mit König!. Sächsischer aüergnädigstrr Eoncesiion ) Leipzig, den 26. Januar 1839.' Zeitungsnachrichten. Magdeburg, 15. Jam (Privsttmitth.). Der Herr Dr. Jost stellt an die Spitze seines neuen „Instituts" ein „Vorwort" und ein „Wortzur Verständigung/ an dessen Schlüsse er zwar erklärt, die Polemik gegen uns (denn was soll sonst in diesem Augenblicke „Andere Institute" heißen),- vermeiden zu wollen, die . aber beide so voller absichtlich gesuchter. verkleinernder Insinuationen gegen uns sind, daß sie um desto hämischer erscheinen, je weniger sie offen zu sein sich getrauen. Das ist unsre Weise n i cf) t; Wir lieben es, Jedermann gerade in's "Auge zü sehen, Jedermann gerade m's Ohr. zu sprechen. So leid es uns daher thut, schon beim Beginne einen Blick auf Herrn vr. Jost werfen zu muffen, da wir sein '„Institut" recht gern ruhig neben uns hatten existiren lassen, da der Weg des Lebens breit, der Stoff des Judenthums reich genug ist, sechs solcher „Institute" zu füllen: so hat er uns doch selbst dazu-, gezwungen, und ohne uns in weitläufige Polemik einzulassen, wollen wir ihm kurz unsere Meinung sagen. Herr vr. Jost hatte sein „Institut" unsrer Verlagshandlung angetragenals Anhang zu dieser Mg. Zeit, des Jud. Wir haben es verweigert, erstens weit unser Schiss schon hinlänglich geladen hat, und in seiner Farth dadurch nur behelligt worden, zweitens weil wir durchaus diejenigen, welche einer Universal-Kirchen-Zeitung, dieser „Staatszeitung des bekanntesten Ordens" zur Folie dienten, und von ihr erst schieden/ als sie selbst verschied"), hinfort für nicht befähigt erachteten, eine jüdische Zeitschrift zh redkgiren, einer jüdischen Lcbenstendenz vorzusiehen. Daß nach dieser Weigerung Herr vr.. Jost seinen Anhang zu einem Mittelpunkt macht, da er ihn jedenfalls doch an'Form, Einrichtung und Tendenz nur als eine Nachahmung in paitibus unsres „Instituts" geltend machen kann, und da er eben erst noch am Anfangspunkte halt, ist ein (luidproquo, das. er dem Publikum n«e insi'nuiren wird. Wir haben Herrn vr. Jost immer für einen fleißigen Geschichtsforscher gehalten, wir haben ihm ein tüchtiges Geschick zur Spezialkririk immer zugeschrieben, wir haben seine Verdienste auf diesem Gebiete immer mit Vergnügen anerkannt — wir haben ihn aber nie als Geschichtsschreiber weder •) Wir batten allerdings der A. K. Z. nach ihrem Prospektus unsere Bcibülfe auch zugesichert, mußten unS aber nach ihren ersten Nummern ihr entziehen, wie so Viele. unsres Stammes, noch unsres Glaubens, noch, unsrer. Literatur halten können, dazu geht ihm jeder geniale Blick in das Leben der Nation, jede tiefere Einsicht in die innere Werkstatt des Volksdaseins und des Glaubens, jede höhere Begeisterung für die Lebensaufgaben Israels ab. Am wenigsten geziemt es aber einem Geschichtsschreiber das breite. Lebensband zu verkennen, welches diese Zeitung um die Glaubensgenossen des Judenthums als solche zum ersten Male wieder gewunden. — Den Begriff „Wissenschaft" scheint nun Herr Dr. Jost, je öfter er damit um. sich wirft, gar nicht gefaßt zu haben. Wissenschaft, ist das Erfassen der höchsten Lebensidee, welche dem an sich tobten Materiale inwohnr, und'das gegenseitige Einordnen des Allgemeineck und Speziellen von - dem Standpunkte, dieser höchsten Lebensidee aus. Dies aber geht den Jost'schen Arbeiten allen ab, .und in seiner Hand sahen wir zu unsrer tiefen Betrübniß unsre Geschichte hangen bleiben als ein bituminöses Bröckelweck, als ein Niederschlag auf kaltem Wege aus dem chemischen Prozesse der Weltgeschichte, und die ganze Judenheit liegt vor ihm als eine ägyptische Mumie, als ein würdkger Gegenstand nur antiquarischer Forschungen. Apage! Einer dieser Üniversal-Kicchen-Zeitungsmänner war es auch, der die jüdisch-theologische Fakultät, nicht bestritt, denn dagegen. hätten wir nichts, sondern verdächtigte, und uns als einen Lammenais — worauf die 26 Biedermänner Hamburgs antworten mögen! — Dies hatten wir dem Herrn vr. Jost zu sagen, und er wird zusseben, daß es picht in Winkelzügen, sondern offen gesagt ist. Wir gestehen noch einmal, daß wir es lieber nicht gesagt, denn nichts ist uns ungelegener, als der Schein, einem neuen Unternehmen ein Bein stellen zu wollen. Wir können es vor Gott bezeugen,' mit welcher Liebe wir Jedem entgegengehen, so er es redlich meint. Uebrigens machen wir darauf aufmerksam, daß wir hiermit uns ausgesprochen, und jede Entgegnung auf sich beruhen lassen werden. Ueberdieß wird in der kürzesten Zeit ein Aufsatz: „die Allgemeine Zeitung des Judenthums in ihrer allgemein nen Stellung" alle unsere Bezüge in's Klare legen. Frankfurt am Main, 10. Jan. Der Oberlehrer Vr. Heß macht bekannt, daß ec sticht Vers, des Artikels über die Geiger'sche Rede in No. 148 der A. Z. d. Jud.. ist. Ec muß sich und seinen Bruder, den Herrn vr. M. Heß für unbekannt halten, daß man nicht wisse, daß er kein M. sei.' Magdeburg, 16. Jan. Wir "müssen dringend ersuchen, einen Sinn entstellenden Druckfehler in No. 4. S,

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