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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-01-24 · Heft 11 (24.1.1839) · p. Seite 43

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 11 (24.1.1839)
Date
1839-01-24
Page
Seite 43 (sequence 3)
Language
German
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45 „Bücher Josua und der Richter haben sie nicht ganz; auch , „in den Büchern der Könige fehlt ihnen manches. Samuel, „das sie Schemueul aussprechen (also Zere — en wie die Pollen und Nordländer), ist ganz. Ob in David (Tavite) „und den Psalmen etwas fehle, -konnte man nicht ausmit- „teln. Die dritte Klasse heißt- Lipai, die Bücher der Eere- ,-monien oder -Ritualbücher. Diese enthalten die vier größeren Propheten, Jesaias (Jsehaha),'der ganz ist; Jeremias, „den sie an Festtagen lesen und Jalemeichung nennen, oder „Tiveli nach dem am Rand geschriebenen Namen Dibrei. „Don Ezechiel haben sie nach ihrer Aussage nichts, und von „Daniel nur einige Verse des ersten Kapitels. Von den „kleinen Propheten haben sie Jonas ganz, Micha (Micaha), „Nahum (Nahuang), Habakuk (Hapacuke), Sophonias „(Sephantjcha), Haggat (Hokavi) und Zacharias (Secaleio), „sind mangelhaft: von den andern ist Nichts übrig. Hie- „h-er rechnen sie auch die Bücher der Chronik (Teveli haia- „miim); deren erstes nur 4 bis 5 Kapitel und auch diese „nicht ganz hat. Die vierte Klasse nennen sie Hafuchala, „oder die historischen Bücher: Esther -(Jpeta mama), Esra, „Nehemia (ist nicht vollständig); die zwei ersten Bücher der „Makkabäer *) find zwar ganz, aber in übelm Zustande, so ),wie auch einige andre Bücher, beren Namen sie verloren „haben, und die sie chinesisch Kiang Tschang, (vielleicht die „Targumim?) das ist die Ausleger, nennen. Dieses sind „die vier Klassen der Bücher der heiligen Schrift. Von den „Sprüchwörtern und Hiob, dem hohen Liede und Prediger „besitzen sie nichts, soviel wir in Erfahrung bringen konn- „ten. Ueber das Buch Rüth und die Klagelieder konnten „wir aus Mangel an Zeit keine Untersuchung anstellen. *) Es ist sehr zu bedauern, daß,Kogler uns die Ueberschrift dieser Bücher nicht mitgetheilt hat, da wir sie sonst mit jencrHcim Eusebius (in Inst. eeclesiast. Lib. 6. Cap. 25.) von Origines hinter dem Verzeichnisse der kanonischen Schriften mit derdWorten: dt rouTüiV ’ian r« Muxxccßccixa, utt8q tniyiyQUTZTca Zäoßr}& ZciQßavh i'A, gegebenen vergleichen könnten. Diese Ucberschrift liest Michaelis (Orient. Bib. LH. 7. S.112.) also: btt d. h. Geschichte.des Fürsten der Söhne Gottes, indem er die ältere Erklärung von Junius, Hurtius u. a. tatrTü b&* sceptrum rebällium Dei, d. i. die Regierung der syrischen Könige, die man wegen ihrer Bedrückung der Juden als Rebellen gegen Gott zu betrachten habe, verwirft. Michaelis Meinung giebt Eichhorn (Einleit, in die apocryphischen Sehr, des alten Testaments Seite 222) mit dem Bemerken feinen Beifall, daß vielleicht aus Versehen statt ^aoe *1^ Zaq geschrieben wor-> .den sei. - Ungeachtet diese Meinung von zwei der größten Kenner der hebräischen Sprache und Literatur ausgestellt worden ist, so kann ich sie doch aus folgenden Gründen nicht für die richtige halten. Vor allem ist mir das Wort röTÜ störend, da es. nur aus dem Syrischen erklärt werden kann, im Hebräischen aber niemals vorkommt. Dann finde ich auch das oder btt itiü zu pomphaft zur Bezeichnung des israelitischen Volkes. Ich versuche „Vielleicht haben sie doch noch mehr, als sie. sagen, oder zu -„haben, wegen ihrer groben Unwissenheit, wirklich glauben. „Denn sie tragen nicht die geringste Neigung Bücher und „Wissenschaften zu studiren, auch erlauben sie nicht, Bücher' „mit nach Hause zu nehmen, und doch halt es schwer, sie „m. der Synagoge einzeln ducchzusehen, weil sie daselbst in „größer Unordnung unter einander liegen. Ob schon diese „Bibliothek dem Ansehen nach arm ist, so könnte sie doch „den europäischen Gelehrten reich scheinen, wenn man Ge- „legenheit hatte, sie, mit Muße durchzusehen." Man ersieht nun leicht aus diesem Berichte Kögler's, daß die chinesischen Juden mit dem Vorzeigen ihrer Bücher gegen ihn schwieriger.gewesen sein müßten, als gegen den Pater Gozani. Um so mehr wäre es also zu wünschen, eine Abschrift dieser werthvollen Bücher zu erhalten. Ja, es scheinen dabei'gar nicht so viel Schwierigkeiten obzuwalten, als man anfangs glauben könnte; wenn man nämlich bedenkt, daß außer den in Hofdiensten stehenden Aerzten, Mathematikern und Künstlern, drei von der Krone Portugal dotirte Visthümer: Makao, Peking und Nanking, und noch außerdem die Mission der' cveques Wcaires apostoliques in China sich befinden. Der Bau der Synagoge, von der Pater Gozani redet, erinnert an den Tempel und ste ist daher ganz von denjenigen verschieden, die wir in Europa sehen. So steht z.B. der abgeschlossene Ort, wo nur der Synagogenvorsteher hingehen darf, dem Allcrheiligsten parallel. Der diesem Ort zunächst gelegene stellt diejenige Seite des Tempels von Jerusalem dar, wo oie Priester und Leviten sich versammelten und opferten. Der Saal endlich am Eingang entspricht dem sogenannten atriuiu Israelis (bttTiT nw) daher eine andere Erklärung in Vorschlag zu bringen. Das der alteren Erklärung scheint mir allein das Richtige. Aus einer irrigen Me/arhesis eines Schreibens mag ferner statt ßave ’lanut). in unseren Editionen (ruo ßere 8t gelesen werden. Demnach hieße die - ganze Ueberschrift btt.Ti^ tpä sceptrum iiliorum . Israelis. Der Inhalt der Bücher selbst spricht - auch für meine Erklärung, da in ihnen besonders die Tapferkeit der Familie d<6 Mattarhias, durch welche das drückende Joch der syrischen Herrschaft zerbrochen und Palästina wieder zu ctnenr eigenen, freien Staat gemacht werde, yervorgehobcn werden soll. Nach dem Estl, besonders aber zur Zeit der Makkabäer wurde es wieder Sitte, das jüdische Reich im Allgemeinen Reich Israels zu nennen. <1 Makk. 3, 35. 4, 11. 30, 13' Daß übrigens >da6 Wort eine Form des,spätem Hebräischen/gleich ni.it einem auf chaldaische Art cingeschobenen 1 metaphorisch für rrDbß Herrschaft, gebraucht, werden könne, ergiebt sich aus 1 Mos. 49, 10. 4 Mof 24, 17. Finden sich wirklich beide Bücher der Makkabäer vor, so ist dadurch die. Meinung des» Hieronymus (in prologo galcato): maccabaeorurn primum librum hebraicum reperii Secundus Graecus est, quoil ex ipsa quoqae phrasi probari potest, völlig widerlegt (Anmerk, von Ludwig Wihl).

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